Kurzpässe Blatter gesteht Fehler, Mourinho vor Chelsea-Abschied

Fifa-Präsident Jospeh S. Blatter war nicht zur WM-Siegerehrung erschienen. Jetzt bat er Italiens Spieler um Entschuldigung. Englische Medien spekulieren über Mourinhos Abschied beim FC Chelsea im Sommer. In Liechtenstein schlugen Fans einen Referee nieder.

Hamburg - Gut ein halbes Jahr nach dem WM-Finale hat Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter bei den Spielern Italiens um Entschuldigung für seine Abwesenheit bei der Pokalübergabe gebeten. Es sei sein Fehler gewesen, erklärte der Fifa-Chef während der Ehrung der Weltmeister mit dem "Cavaliere Ufficiale"-Orden durch Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano in Rom. Zur Begründung für seinen Verzicht bei dem protokollarischen Akt nach dem WM-Finale in Berlin, das Italien 5:3 im Elfmeterschießen gegen Frankreich gewonnen hatte, nannte Blatter seine Sorge vor einem Pfeifkonzert der Zuschauer gegen seine Person wie vor Beginn des Endspiels.

Nach dem vierten WM-Gewinn für die Südeuropäer hatte Präsident Lennart Johansson von der Uefa in seiner Funktion als Chef der WM-Organisationskommission Italiens Kapitän Fabio Cannavaro die Trophäe übergeben. Die Fifa hatte anschließend Blatters Zurückhaltung damit begründet, dass sich zwei Teams aus Uefa-Mitgliedsverbänden im Endspiel gegenüber standen. Blatter, den Medien anschließend eine anti-italienische Gesinnung vorwarfen, hat sich nach eigenen Angaben noch in Berlin bei Italiens Funktionären entschuldigt.

Die Zukunft von Trainer José Mourinho beim englischen Meister FC Chelsea ist laut britischen Medienberichten ungewiss. Nach Informationen der "Times" deutet alles auf ein Ende von Mourinhos Tätigkeit im Sommer hin. Als Nachfolger wird bereits der russische Nationaltrainer Guus Hiddink gehandelt. Bei einem Abschied Mourinhos würde vermutlich auch um den weiteren Verbleib von Michael Ballack spekuliert werden. Mourinho hatte den zuletzt kritisierten deutschen Nationalspieler als "unantastbar" bezeichnet.

Der kroatische Nationalspieler Josip Simunic von Bundesligist Hertha BSC soll derweil beim FC Chelsea auf dem Wunschzettel stehen. "Ich weiß, dass Chelsea Interesse daran hat, mich zu kaufen. Aber das ist das Einzige, was ich sagen kann", erklärte der 28-jährige Abwehrspieler gegenüber kroatischen Medien und ergänzte: "Hertha hat in der Frage eines Wechsels aber das letzte Wort." Simunics Vertrag in Berlin läuft noch bis 2011. Englische Medien spekulieren derweil schon über eine Ablösesumme von bis zu neun Millionen Euro.

In Vaduz, der Hauptstadt von Liechtenstein, ist es bei einem Hallenturnier zu einem Tumult gekommen. Spieler einer beteiligten Mannschaft griffen den Schiedsrichter an, nachdem dieser einen Mitspieler vorübergehend auf die Bank verwiesen hatte. Der Schiedsrichter ging nach einem Kopfstoß zu Boden, erhielt danach von den Schlägern noch mehrere Tritte gegen Schädel und Körper und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Täter flüchteten anschließend aus der Halle, bevor die alarmierte Polizei eintraf. Die Feststellung der Personalien gestaltete sich als schwierig, weil an dem Wettbewerb auch so genannte "wilde Mannschaften" mit nicht registrierten Hobby-Spielern teilnehmen konnten.

mt/sid/dpa

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