Kurzpässe Blatter gibt nach, 1860 bekommt neuen Präsidenten

Aufatmen in Südamerika: Der Weltverband hebt das Höhenlimit für internationale Spiele auf, von dem vor allem Bolivien und Ecuador betroffen waren. 1860 München hat sich auf einen neuen Präsidenten geeinigt. Wegen Vorfällen in ihren Stadien müssen drei Vereine Geldstrafen zahlen.


Hamburg - Die Fifa hat das sogenannte Höhenlimit für internationale Spiele wieder aufgehoben. Fifa-Präsident Joseph Blatter gab am Dienstag bekannt, dass das Exekutivkomitee bei seiner Sitzung in Sydney die umstrittene Regelung vorerst abgeschafft habe.

Stadion im bolivianischen La Paz: Höhenlimit aufgehoben
REUTERS

Stadion im bolivianischen La Paz: Höhenlimit aufgehoben

Nun können Länderspiele wieder in einer Höhe über 2750 Meter stattfinden. Um in Zukunft "Fußballspiele unter extremen Bedingungen" zu regeln, schlug Blatter vor, das Höhenlimit durch ein Maßnahmenpaket zu ersetzen. Darin sollten Einflussfaktoren wie Hitze, Luftfeuchtigkeit und auch Umweltverschmutzung berücksichtigt werden. Nach Einführung der Höhen-Regelung hatte es massive Kritik aus Bolivien und Ecuador gegeben. Blatter räumte nun ein, dass das Höhenlimit nur auf Empfehlung der medizinischen Kommission der Fifa beruht, andere Aspekte aber nicht berücksichtigt worden sind. "Lassen sie uns die Diskussion neu beginnen", sagte er.

Rainer Beeck ist vom Aufsichtsrat des Zweitligisten 1860 München zum neuen Präsidenten bestellt worden. Der 45-jährige Diplom-Betriebswirt tritt die Nachfolge von Albrecht von Linde an, der nur 14 Monate im Amt war. Zu der künftigen Vereinsführung zählen als Vize-Präsidenten Michael Hasenstab sowie weiterhin Franz Maget. Das neue Präsidium wurde einstimmig vom Aufsichtsrat gewählt.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Erstligisten Hamburger SV und Energie Cottbus sowie den Zweitligisten FC St. Pauli wegen Vorfällen auf den Zuschauerrängen mit Geldstrafen belegt. Der HSV muss 5000 Euro zahlen, für Cottbus und St. Pauli liegt die Strafe bei jeweils 4000 Euro. Alle drei Clubs haben den Urteilen bereits zugestimmt, sie sind damit rechtskräftig. Beim Nordderby zwischen Hamburg und Werder Bremen waren diverse Gegenstände wie Feuerzeuge aus dem HSV-Fanblock auf das Spielfeld geworfen worden.

Darüber hinaus zündeten Hamburger Anhänger bei der Partie zwischen Cottbus und dem HSV eine Rauchbombe und ein bengalisches Feuer, woraufhin das Spiel mit zwei Minuten Verzögerung angepfiffen worden war. Bei der Zweitliga-Begegnung zwischen St. Pauli und Alemannia Aachen war ein Zuschauer aus dem Fanblock der Gastgeber auf das Spielfeld gelaufen. Durch den Zwischenfall musste das Spiel unterbrochen werden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind 2009 und 2010 Gastgeber der Club-Weltmeisterschaft. Diese Entscheidung gab das Exekutivkomitee des Weltverbandes am Dienstag in Sydney im Vorfeld des Fifa-Kongresses (29./30. Mai) bekannt. Bislang wurde die Club-WM in Japan ausgetragen. Zwei Jahre findet der Titelkampf der Meister der sechs Konföderationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt, danach ist 2011 und 2012 wieder Japan das Austragungsland. Laut Fifa werde die Club-WM 2009 und 2010 nicht nur in Abu Dhabi, sondern auch in anderen Städten der Emirate stattfinden.

Der vietnamesische Fußball ist von schweren Krawallen, die ein Todesopfer und zehn Verletzte gefordert haben, erschüttert worden. Wie die staatlichen Medien am Dienstag berichteten, kam es bereits am vergangenen Sonntag beim Ligaspiel zwischen Song Lam Nghe An und Haiphong Cement zu Ausschreitungen hunderter Anhänger beider Teams. Die Gewalt war ausgebrochen, nachdem Haiphong drei Minuten vor dem Schlusspfiff den Ausgleichstreffer erzielte hatte.

Beim Abtransport der rund 600 Haiphong-Anhänger mit Bussen wurde ein 23-jähriger Fan des Heimteams von zwei Fahrzeugen erfasst und erlag kurz darauf seinen Verletzungen. "Das ist einer der traurigsten und schändlichsten Momente in unserer Fußball-Geschichte", sagte Vietnams Liga-Chef Duong Nghiep Khoi.

luk/sid/dpa



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