Kurzpässe BVB verpflichtet Südkoreaner, Altintop fällt mehrere Wochen aus

Karl-Heinz Rummenigge will mit Sepp Blatter einen Kompromiss für Olympia-Abstellungen aushandeln. Borussia Dortmund hat einen Rechtsverteidiger aus der Premier League verpflichtet. Münchens Hamit Altintop wird erneut lange fehlen. Philippe Senderos wechselt zum AC Mailand.


Hamburg - Borussia Dortmund hat auf die Verletzung von Linksverteidiger Dede reagiert und den 97-maligen südkoreanischen Nationalspieler Young-Pyo Lee vom englischen Premier League-Club Tottenham Hotspur verpflichtet. Der 31-Jährige unterschrieb einen Einjahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2009. Über die Ablösesumme wurde nichts bekannt. Lee, der drei Jahre für Tottenham Hotspur und vorher drei Jahre für den PSV Eindhoven aktiv war, kann auf der linken und rechten Seite der Viererkette sowie im defensiven Mittelfeld spielen. Für Südkorea nahm er an den WM-Endrunden 2002 und 2006 teil. Der Brasilianer Dede hatte im ersten Saisonspiel bei Bayer Leverkusen (3:2) einen Kreuzbandriss erlitten und fällt mehrere Monate aus.

Bayern-Profi Altintop: Wochenlange Pause
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Bayern-Profi Altintop: Wochenlange Pause

Die von Karl-Heinz Rummenigge angeführte European Club Association (ECA) drängt im Streit um die Abstellung von Profis für Olympische Spiele auf eine Kompromisslösung. "Es wird ein Treffen mit Fifa-Präsident Joseph Blatter geben", kündigte er in der "Sport Bild" an. Die im Januar gegründete Nachfolge-Organisation der G 14 will dabei vehement gegen die von Blatter in Peking angekündigte Aufnahme des Olympia-Turniers mit U 23-Mannschaften in den Spielkalender der FIFA plädieren. Zudem will die ECA mit Hilfe von Uefa-Präsident Michel Platini die Altersgrenze weiter senken.

Mittelfeldspieler Hamit Altintop muss beim FC Bayern München erneut eine längere Zwangspause einlegen. Vereinssprecher Markus Hörwick sagte, der türkische Nationalspieler habe wieder Probleme mit einer nach seinem Mittelfußbruch im März eingesetzten Platte und falle voraussichtlich mehrere Wochen aus. Erst am vergangenen Samstag hatte Altintop beim 1:1 bei Borussia Dortmund in der Startelf der Münchner gestanden. Nach Angaben Hörwicks leidet Altintop an einer Stressreaktion in seinem operierten rechten Mittelfuß.

Der Schweizer Nationalspieler Philippe Senderos wechselt auf Leihbasis vom 13-maligen englischen Meister FC Arsenal zum AC Mailand. Der 23-Jährige EM-Teilnehmer wird die Italiener zunächst für eine Saison verstärken. Sollte Milan anschließend die Kaufoption ziehen, würden rund zehn Millionen Euro fällig.

Die Posse um verdeckte Transferzahlungen bei Zweitligist TuS Koblenz geht in die nächste Runde. Am 24. September klagt Ex-Geschäftsführer Hermann Gläsner vor dem Landgericht Koblenz auf Wiedereinstellung. Gläsner will beweisen, dass er von Aufsichtsratschef Walterpeter Twer im Sommer 2007 gezwungen wurde, die undurchsichtigen Verträge mit den Spielern Branimir Bajic und Marko Lomic zu unterzeichnen. "Ich wollte die Transfers gar nicht. Ich habe die Verträge auf Druck des Aufsichtsratschefs Walterpeter Twer unterschrieben. Bajic und Lomic waren Wunschspieler von Trainer Uwe Rapolder. Ich habe da keine Summen verhandelt", sagte Gläsner der "Sport Bild". Das sieht Koblenz-Anwalt Christoph Schickhardt allerdings ganz anders: "Herr Gläsner hat als Geschäftsführer alleinverantwortlich gehandelt." Bajic und Lomic waren im Sommer 2007 von Partizan Belgrad nach Koblenz gewechselt. Nach Angaben der TuS soll Gläsner die Verträge der beiden Neuzugänge kurz nach Saisonbeginn bei Nachverhandlungen maßgeblich verändert und dem abgebenden Verein eine wesentlich höhere Transfersumme zugesichert haben, ohne den Aufsichtsrat der TuS Koblenz GmbH davon in Kenntnis zu setzen.

Nach der Knallkörper-Attacke gegen Torwart Georg Koch von Rapid Wien im Derby gegen Austria Wien zog Rapid erste Konsequenzen. Für das Heimspiel in der Uefa-Cup-Qualifikation gegen den georgischen Vizemeister WIT Tiflis an diesem Donnerstag verhängte der Verein elf Hausverbote. Zudem stellte der Club am Mittwoch einen Antrag an die österreichische Liga, für diese Personen Stadionverbote auszusprechen. "Das ist aber erst eine erste Zwischenbilanz. Die Auswertung geht weiter, wir sind noch nicht fertig", so Austria-Vorstandsmitglied Markus Kraetschmer. "Ich hoffe, dass mit der Strafe ein Zeichen gesetzt wird, denn das hat mit Fußball nichts zu tun", sagte Koch am Mittwoch dem DSF. "Man sollte jetzt nicht alle Fans in einen Korb schmeißen. Aber gegen diese Handvoll muss man schon hart vorgehen, weil es so im Fußball nicht weitergehen kann. Das ist nicht gut für die Fankultur insgesamt und für die Fans, die sich im Stadion vorbildlich verhalten." In den vergangenen Tagen hatte der Verein Fernsehbilder, Pressefotos und Videoüberwachungs-Bilder ausgewertet und intensive Gespräche mit den Fan-Gruppen geführt.

jar/sid/dpa

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