Kurzpässe Carlos Alberto soll in Brasilien bleiben, Arena fehlen 200 Millionen Euro

Der Wechsel eines Brasilianers in die Bundesliga könnte scheitern. Ein Pay-TV-Sender hat zu wenig Zuschauer. Eintracht Frankfurt ist so beliebt wie nie zuvor. Der Fifa-Präsident relativiert das Länderspiel-Verbot in großer Höhe.


Hamburg - Fifa-Präsident Joseph Blatter hat bestritten, dass es ein generelles Höhenlimit von 2500 Metern für Länderspiele gibt. "Die Fifa verbietet keine Spiele in der Höhe", sagte der Schweizer. Um die Gesundheit der Spieler nicht zu gefährden, müsse ihnen jedoch genügend Zeit zur Akklimatisierung eingeräumt werden. Dies sei angesichts der kurzen Länderspiel-Vorbereitungen aber nicht möglich. "Man kann selbst bei 8000 Metern Fußball spielen, wenn man will. Aber medizinische Studien haben bewiesen, dass Partien bei einer Höhe von mehr als 2500 Metern nicht empfehlenswert sind", erklärte Blatter.

Fußball-Boss Blatter: "Die Fifa verbietet keine Spiele in der Höhe"
AP

Fußball-Boss Blatter: "Die Fifa verbietet keine Spiele in der Höhe"

Der Fifa-Präsident hat unterdessen die Einladung des bolivianischen Staatspräsidenten Evo Morales für ein Schlichtungsgespräch in diesem Konflikt angenommen. Das Treffen ist für Mittwoch geplant. Morales hatte angekündigt, ein Höhenlimit für Länderspiele "mit medizinischen, politischen, sportlichen und kulturellen Argumenten anzufechten." Neben der bolivianischen Hauptstadt La Paz (3700 Meter) sind auch Stadien in Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile und Mexiko betroffen.

Schlechte Nachrichten für den Hamburger SV und Werder Bremen: Der frühere brasilianische Nationalspieler Carlos Alberto soll vorerst bei Fluminense Rio de Janeiro bleiben. Man wolle den Spielmacher zumindest bis Jahresende behalten, und das sei auch der Wunsch des Spielers, erklärte Fluminense-Präsident Roberto Horcades. Ein konkretes Angebot von Werder liegt nach Vereinsangaben bereits vor. Auch der HSV will den Spieler ausleihen. Sportchef Dietmar Beiersdorfer und Trainer Huub Stevens waren am Wochenende nach Rio geflogen, um mit Alberto zu sprechen.

Offenbar droht dem Pay-TV-Sender arena im Premieren-Jahr der Bundesligaberichterstattung ein Minus in Höhe von 200 Millionen Euro. Während arena bei der Vergabe der TV-Rechte bis 2009 mit sechs Millionen Abonnenten kalkulierte, stagniert die Kundenzahl nach einem Jahr bei etwas mehr als einer Million. Der Sender müsse "noch einige Hausaufgaben machen, wenn sie erfolgreicher werden wollen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dem Wirtschaftsmagazin "Sponsors". Insgesamt bewertet er die Partnerschaft mit arena jedoch als positiv.

Der niederländische Mittelfeldspieler Ellery Cairo wechselt zur kommenden Saison ablösefrei von Hertha BSC Berlin zum englischen Zweitligisten Coventry City. Nach Informationen von "kicker-online" soll der 28-Jährige bei den Briten einen Einjahresvertrag plus einjähriger Option erhalten. Cairo war im Sommer 2005 vom SC Freiburg nach Berlin gewechselt, kam in der abgelaufenen Saison aber nur auf elf Einsätze. Insgesamt absolvierte der offensive Flügelspieler 87 Bundesliga-Spiele, in denen er fünf Tore schoss.

Eintracht Frankfurt vermeldet einen neuen Dauerkarten-Rekord. Die Hessen setzten bis zum Verkaufsstop heute bereits 26.300 Dauerkarten für die kommende Saison ab - 2300 mehr als in der vergangenen Spielzeit. Im Schnitt kalkulieren die Frankfurter bei den Heimspielen mit rund 40.000 Zuschauern.

Unterdessen hat der Schweizer Nationalspieler Benjamin Huggel seinen bis 2008 laufenden Vertrag erwartungsgemäß aufgelöst. Er kehrt zum FC Basel zurück, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhält. Der 30-Jährige stand bereits von 1998 bis zu seinem Wechsel nach Frankfurt im Jahr 2005 in Basel unter Vertrag.

Der Grazer AK will sich die Spielberechtigung für die zweite österreichische Liga durch eine Fusion mit Zweitligist FC Kärnten sichern. Die Grazer waren am Ende der abgelaufenen Saison nach massiven Punktabzügen wegen ihrer Insolvenz sowie Verstößen gegen die Lizenzierungs-Auflagen zunächst aus der ersten Liga abgestiegen, anschließend war ihnen auch die Spielgenehmigung für die zweite Liga verweigert worden.

Jetzt soll der Verbleib im Profi-Fußball durch die Übernahme der Lizenz des in Klagenfurt ansässigen FC Kärnten gesichert werden. "Es stimmt, dass wir Gespräche geführt haben. Als Vorbild dient uns das Modell Pasching und SK Austria Kärnten", erklärte GAK-Präsident Stephan Sticher in der Tageszeitung "Österreich". Der FC Pasching gab am Ende der vergangenen Saison seine Lizenz an den neu gegründeten Klub SK Austria Kärnten ab. Grundsätzlich sei die Fusion möglich, sagte Liga-Geschäftsführer Georg Pangl.

wit/sid/dpa



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