Kurzpässe Cottbus klagt, dos Santos vor Wechsel

Julio dos Santos, Mittelfeldspieler des FC Bayern, wird die Rückrunde voraussichtlich nicht in München absolvieren. Feyenord Rotterdam fürchtet sich vor einem Geisterspiel. Der frühere Präsident des FC Energie Cottbus wehrt sich gegen Vorwürfe seines ehemaligen Clubs.


Hamburg - "Das wäre juristische Blindheit. Ich habe immer im Interesse des Vereins gehandelt. Ich bin Ehrenpräsident, und es gibt zwischen dem neuen und dem alten Präsidium eine Absprache, nicht mit Schmutz zu werfen", sagte der ehemalige Präsident von Energie Cottbus, Dieter Krein. Die jetzige Vereinsführung des Aufsteigers hatte zuvor durchblicken lassen, Krein sowie das langjährige Vorstandsmitglied Horst Schudack im Streit um die Vermittlungsgebühren eines umstrittenen Kreditvertrages aus dem Jahr 2005 eventuell in Regress nehmen zu wollen.

Bayern-Profi dos Santos: Reise nach Wolfsburg
DPA

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Die Vertragsunterschrift sowie die Überweisung einer Provision in Höhe von 300.000 Euro auf ein Treuhandkonto eines Chemnitzer Anwaltes seien ohne die Zustimmung des Verwaltungsrates getätigt worden, so die Argumentation des Clubs. Diesen Vorwurf weist Krein zurück. Der Verwaltungrat hätte von den Vertragsinhalten gewusst, "selbst bei den Verhandlungen in Chemnitz war jemand vom Verwaltungsrat dabei", erklärte Krein. Obwohl der Kreditvertrag nie zustande kam, ist das Geld noch nicht auf das Vereinskonto zurückgeflossen. Deshalb befindet sich Energie zurzeit in einem Rechtsstreit mit dem Chemnitzer Treuhänder. Sollte Energie mit dieser Klage keinen Erfolg haben, könnten Krein und Schudack zur Verantwortung gezogen werden. "Das wäre eine Möglichkeit. Wir müssen nach Vereinsrecht alle unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um das Geld zurückzubekommen", sagte Energie-Präsident Ulrich Lepsch.

Feyenoord Rotterdam befürchtet, das Heimspiel in der Runde der letzten 32 Mannschaften im Uefa-Cup gegen Tottenham Hotspur vor leeren Rängen austragen zu müssen. Noch vor dem Duell am 14. oder 15. Februar wird die Europäische Fußball-Union (Uefa) eine Entscheidung fällen, nachdem sie gegen eine von der eigenen Disziplinar-Kommission verhängte "zu milde" Strafe Einspruch eingelegt hatte.

Feyenoord sollte wegen Ausschreitungen holländischer Hooligans während und nach des Uefa-Cup-Spiels am 30. November bei AS Nancy (0:3) umgerechnet 126.000 Euro Bußgeld zahlen und müsste zwei Europacup-Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten, falls Anhänger des Clubs in den kommenden drei Jahren erneut negativ auffallen. In Rotterdam werden derweil Erinnerungen an ein Zweitrunden-Duell des Uefa-Cups im Jahr 1974 gegen Tottenham wach. Damals wüteten englische Hooligans in Rotterdam. Die Auseinandersetzungen forderten erheblichen Sachschaden und zahlreiche Verletzte.

Der Wechsel von Fußballprofi Julio dos Santos vom FC Bayern München zum Bundesliga-Konkurrenten VfL Wolfsburg steht kurz vor dem Abschluss. Der Mittelfeldspieler werde sich am kommenden Montag in Wolfsburg einer sportärztlichen Untersuchung unterziehen, teilte der VfL heute mit. Der 23- Jährige soll während der Winterpause an die Wolfsburger ausgeliehen werden und in der Rückrunde in der Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler Spielpraxis sammeln. Bei den Bayern kam dos Santos bisher nur auf fünf Einsätze in der Bundesliga, zwei in der Champions League und einen im DFB-Pokal. Nur ein einziges Mal, am 34. Spieltag der vergangenen Saison im Heimspiel gegen Borussia Dortmund, spielte er von Anfang an.

fpf/sid

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