Kurzpässe Cuper entlassen, Überraschungs-Meister in Argentinien

Der Vorletzte der spanischen Liga trennt sich von seinem Trainer. In Argentinien wird ein Underdog erstmals Meister. Ein Brasilianer von Hertha BSC Berlin beschwert sich über die hohe Trainingsbelastung.


Hamburg - Die Verantwortlichen des spanischen Erstligisten Betis Sevilla haben auf die Talfahrt des Clubs reagiert und Trainer Hector Cuper entlassen. Die Entscheidung fiel nach der 0:2-Heimniederlage des Tabellen-Vorletzten gestern Abend gegen Atletico Madrid. "Cuper hat während seiner Amtszeit immer bewiesen, dass er ein Gentleman ist. Es sind aber die Resultate, die zu seinem Abschied führten", begründeten die Betis-Verantwortlichen auf der Internetseite des Vereins den Rauswurf des 52 Jahre alten Argentiniers, der in seiner Karriere unter anderem den FC Valencia und Inter Mailand betreut hatte. Das Amt Cupers, der erst im Juli nach Sevilla gekommen war, übernimmt Jugendtrainer Francisco Chaparro.

Trainer Cuper: Abflug aus Sevilla
REUTERS

Trainer Cuper: Abflug aus Sevilla

Atlético Lanús ist erstmals in seiner 92-jährigen Vereinsgeschichte argentinischer Meister. Der Mannschaft von Trainer Ramón Cabrero reichte dazu gestern ein 1:1 gegen Boca Juniors. Mit 38 Punkten liegt der Club aus dem gleichnamigen Vorort von Buenos Aires nun uneinholbar vor Verfolger Tigre mit 34 und Boca mit 31 Punkten. Im Boca-Stadion Bombonera brachte José Sand Lanús in der 37. Minute per Kopfball in Führung. Für Boca glich Martín Palermo in der 67. Minute aus.

Mittelfeldspieler Gilberto von Hertha BSC Berlin hat für sich eine Auszeit gefordert. "Mein Körper sagt mir, ich brauche eine Pause. Vielleicht wäre es gut, nur einmal täglich zu trainieren", sagte der Brasilianer einen Tag nach der 0:3-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen in der TV-Sendung "Sportplatz". Der 31-Jährige bemängelte vor allem die hohe Trainingsintensität vor dem Hintergrund seiner Doppelbelastung durch die Einsätze in der brasilianischen Nationalmannschaft.

Dies habe er auch Hertha-Trainer Lucien Favre mitgeteilt, es sei aber bisher nichts passiert, erklärte Gilberto, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Eine Verlängerung seines Kontraktes macht der Linksfuß offenbar von den sportlichen Perspektiven und möglichen Neuverpflichtungen in der Winterpause abhängig. "Wir haben eine junge Mannschaft. Es sollen erfahrene Spieler in der Winterpause kommen. Ich warte ab", sagte Gilberto. In der kommenden Woche würde sein Berater mit Hertha-Manager Dieter Hoeneß die Verhandlungen aufnehmen.

Drei Wochen nach dem Tod des Lazio-Rom-Fans Gabriele Sandriist es gestern Abend erneut zu Krawallen unter Beteiligung von Ultras in Norditalien gekommen. Auf einer Autobahnraststätte in der Nähe von Verona wurden zwei Fans des Drittligisten Cremonese Calcio von fünf vermummten Ultras angegriffen, die mit Eisenstangen und Stöcken bewaffnet waren. Die beiden Cremonese-Anhänger waren auf der Fahrt zu dem Serie-C1-Match Padua-Cremonese. Eines der beiden Opfer wurde mit einer Gehirnerschütterung und schweren Platzwunden ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei konnte inzwischen das Auto der Angreifer identifizieren.

Für Mathias Hain von Arminia Bielefeld ist das Fußball-Jahr 2007 aller Voraussicht nach vorzeitig beendet. Der Torhüter erlitt gestern beim 0:1 gegen Bayern München einen Riss im Brustbein. Das ergaben heute erste Untersuchungen im Krankenhaus. Der Verdacht auf Gehirnerschütterung bestätigte sich dagegen nicht. Hain zog sich die Verletzung bei einem Zusammenprall mit Nationalstürmer Miroslav Klose in der ersten Halbzeit zu. Zur Pause wurde der 34-Jährige durch seinen Kollegen Rowen Fernandez ersetzt.

Schlechte Kunde auch für Matthias Scherz: Der Kapitän des Zweitligisten 1. FC Köln fehlt seinem Verein in den restlichen Begegnungen der Hinrunde. Der 35-Jährige erlitt gestern im Heimspiel gegen den FC Augsburg (3:0) eine Syndesmosezerrung und einen Muskelfaserriss im Unterschenkel. Diese Diagnose stellte Mannschaftarzt Dr. Peter Schäferhoff.

chp/sid/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.