Kurzpässe DFB ermittelt gegen Dynamo, Mahdavikia verlässt Frankfurt

Nach Ausschreitungen in einem Freundschaftsspiel ermittelt der DFB gegen Drittligist Dynamo Dresden. Mehdi Mahdavikia wechselt zurück in seine Heimat. Luca Toni fällt mit einem Muskelfaserriss vier Wochen aus. Der Afrika-Cup soll weiter alle zwei Jahre stattfinden.

Fans von Dynamo Dresden: Pyrotechnik und Hooligan-Plakate
ddp

Fans von Dynamo Dresden: Pyrotechnik und Hooligan-Plakate


Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Ermittlungen gegen Drittligist Dynamo Dresden aufgenommen. Beim Freundschaftsspiel gegen den österreichischen Club Rapid Wien (2:4) hatten Dresdner Fans bengalische Feuer abgebrannt und sich auf Plakaten solidarisch mit Hooligan-Gruppen erklärt. "Der Kontrollausschuss hat Ermittlungen aufgenommen und den Verein zu einer Stellungnahme aufgefordert", teilte der DFB mit. Auch Fans aus Wien sollen Pyrotechnik entzündet haben. Zudem sollen Sicherheitskräfte angegriffen worden sein. Wie die große Anzahl Feuerwerkskörper ins Stadion gelangen konnte, ist der Polizei noch unklar. "Wir haben einen großen Aufwand betrieben, um unseren Fans mit Rapid Wien einen attraktiven Gegner zu präsentieren. Von einigen haben wir die Quittung dafür erhalten", sagte Dynamos Geschäftsführer Stefan Bohne.

Der Iraner Mehdi Mahdavikia von Eintracht Frankfurt kehrt mit sofortiger Wirkung in seine Heimat zurück und wechselt zum Hauptstadt-Club Asin Steel Teheran. Wie die Hessen am Montag mitteilten, ist der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit dem 32-Jährigen aufgelöst worden. "Mehdi ist ein mustergültiger Profi, der sich nie hängen ließ, auch wenn er die sportlichen Erwartungen nicht immer erfüllen konnte", sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Mahdavikia war im Sommer 2007 vom Hamburger SV gekommen und hatte davor für den VfL Bochum gespielt. In seiner Bundesliga-Karriere schoss er in 255 Spielen 29 Tore.

Der von Bayern München an den AS Rom ausgeliehene Stürmer Luca Toni erlitt im Spiel bei Juventus Turin einen Muskelfaserriss in der Wade und muss mindestens einen Monat pausieren. Ob auch noch das Knie in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollen eingehende Untersuchungen in den nächsten Tagen zeigen. "Ich hatte noch nie Probleme mit der linken Wade. Zuerst dachte ich, ein Gegner hätte mich mit einem Fußtritt getroffen. Es schmerzte, als hätte man einen Stein gegen mein Bein geworfen", sagte Toni. Der 32-Jährige war erst im Januar von den Bayern nach Rom ausgeliehen worden. Vor einer Woche erzielte er zwei Treffer zum 3:0-Sieggegen den FC Genua.

Maicosuel fehlt Hoffenheim

Die TSG 1899 Hoffenheim muss mehrere Wochen auf Stürmer Maicosuel verzichten. Der Brasilianer hatte sich im Abschlusstraining vor dem 0:3 gegen Bayer Leverkuseneinen doppelten Bänderriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Damit wird die Personalnot bei Hoffenheim im Angriff immer größer. Demba Bafällt mit einem Muskelfaserriss aus. Chinedu Obasi weilt mit Nigeria beim Afrika-Cup. Als einziger etatmäßiger Stürmer steht Trainer Ralf Rangnick derzeit Vedad Ibisevic zur Verfügung, der seit 457 Minuten ohne Torerfolg ist. Kurzfristige Aktivitäten auf dem Transfermarkt schloss Rangnick aber aus: "Das hat keinen Sinn. Das Potential ist da, und die Spieler werden nach und nach zurückkommen."

Der 1. FC Köln hat den Vertrag mit Wilfried Sanou um ein Jahr bis zum 30. Juni 2011 verlängert. Wie der Club am Montag mitteilte, wird der 25-jährige Mittelfeldspieler aber ab sofort bis zum Jahresende an den japanischen Erstligisten Urawa Red Diamonds ausgeliehen, der von Volker Finke trainiert wird. Finke kennt den in Burkina Faso geborenen Profi aus der gemeinsamen Zeit beim SC Freiburg, wo Sanou vor seinem Wechsel 2008 nach Köln fünf Jahre lang spielte. In dieser Saison kam Sanou beim FC nur sechsmal zum Einsatz und erzielte ein Tor.

Afrika-Cup weiterhin alle zwei Jahre

Trotz der Proteste europäischer Vereine soll der Afrika-Cup weiterhin alle zwei Jahre ausgetragen werden. Dies betonte Issa Hayatou, Präsident des Afrikanischen Fußball-Verbandes (Caf), am Montag in einer Verbandsmitteilung. Viele europäische Clubs hatten die Abstellungspflicht ihrer Spieler mitten in der Saison kritisiert und forderten deshalb einen Vier-Jahres-Rhythmus. "Das ist gegenwärtig ausgeschlossen", sagte Hayatou. Das Kontinental-Turnier sei ein wichtiges Vehikel der afrikanischen Länder zum Ausbau ihrer Infrastruktur. Der Afrika-Cup 2010 findet derzeit in Angola statt.

Serse Cosmi ist als Trainer des italienischen Erstligisten AS Livorno zurückgetreten. Er habe "unüberbrückbare Differenzen" mit dem Vereinspräsidenten gehabt, sagte der Coach nach der 0:2-Niederlage seines Teams in der Serie A gegen den SSC Neapel. Livorno liegt nach 21 Spieltagen auf Tabellenplatz 16.Cosmi hatte Livorno erst im Oktober 2009 übernommen.

ceb/sid/dpa



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