Kurzpässe DFB erwartet keine Podolski-Sperre

"Tatsachenentscheidung" in der Backpfeifen-Affäre: Beim Deutschen Fußball-Bund geht man nicht von einer nachträglichen Sanktion für Nationalstürmer Lukas Podolski aus. Liverpools Steven Gerrard hat seinen Vertrag verlängert, Lionel Messi ist sauer auf dünne Bergluft.


Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rechnet nach der Auseinandersetzung zwischen Lukas Podolski und Michael Ballack nicht mit Sanktionen durch den Weltverband Fifa. Dass Podolski für sein unsportliches Verhalten gegen den eigenen Kapitän beim 2:0-Sieg gegen Wales im Nachhinein gesperrt werden könnte, glaubt man beim Verband nicht. Schiedsrichter Terje Hauge hatte Podolski für die leichte Handgreiflichkeit gegen Ballack keine Rote Karte gezeigt, das sei eine "Tatsachenentscheidung". Podolski räumte mittlerweile in der "Bild"-Zeitung ein, dass er "überreagiert" habe. Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann will mit Podolski reden, wird aber wohl nicht in den Fall eingreifen.

Bundestrainer Löw (l.), Podolski: "Tatsachenentscheidung"
DPA

Bundestrainer Löw (l.), Podolski: "Tatsachenentscheidung"

Die Disziplinarkommission der Fifa gab am Freitag zunächst keine Stellungnahme ab. Nur wenn der Schiedsrichter erklären sollte, dass er den Zwischenfall nicht gesehen habe, könnte es nach den Regeln ein Nachspiel geben. Der DFB werde von "Geldstrafen oder anderen Maßnahmen" gegen Podolski Abstand nehmen, sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Der englische Fußball-Nationalspieler Steven Gerrard hat seinen Vertrag beim FC Liverpool um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Der Kapitän der Reds gilt als das Herz des Premier-League-Clubs. "Das ist eine fantastische Neuigkeit", sagte Teammanager Rafael Benitez deshalb: "Es war eine einfache Vertragsverlängerung. Als wir ihm das Angebot gemacht haben, hat er es sofort angenommen. Er will für immer in Liverpool bleiben."

Die Verlängerung mit Gerrard werde dem ganzen Verein "einen Schub geben", sagte Benitez, der auf die erste Meisterschaft für Liverpool seit 1990 hofft und kürzlich selbst sogar bis 2014 verlängert hatte. Gerrard ist in der Stadt im Nordwesten Englands geboren und spielt seit seiner Jugend für Liverpool, wo er 1998 Profi wurde. 2005 führte er die Reds als Kapitän zum Triumph in der Champions League. Gerrard machte in dieser Spielzeit aber nicht nur positive Schlagzeilen. Am Freitag musste er sich wegen einer Kneipenschlägerei vor Gericht verantworten. Er plädierte auf nicht schuldig.

Argentiniens Stürmerstar Lionel Messi hat die Verhältnisse in La Paz nach dem 1:6-Debakel in der WM-Qualifikation gegen Bolivien kritisiert. "Es ist unmöglich, dort zu spielen. Jeder hat gekämpft. Aber wenn man einen Sprint hingelegt hat, war es sehr schwierig, wieder zu Atem zu kommen", sagte der Angreifer des FC Barcelona. Aus der Niederlage im 3600 Meter hohen La Paz will Messi für die Begegnung im Juni im 2800 Meter hohen Quito in Ecuador lernen. "Das war eine Lehre für das Spiel im Juni. Wir müssen nach vorne schauen", sagte der 21-Jährige.

bka/sid/dpa



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