Kurzpässe DFB sperrt Podolski, Köln legt Einspruch ein

Das DFB-Sportgericht hat Lukas Podolski nach seiner Roten Karte vom vergangenen Wochenende für ein Spiel gesperrt. Der 1. FC Köln will gegen das Urteil Einspruch einlegen. Bayer Leverkusen muss wochenlang auf Lars Bender verzichten. Und: Der PSV Eindhoven trennt sich von Trainer Fred Rutten.

Köln-Profi Podolski: Vom DFB für ein Spiel gesperrt
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Köln-Profi Podolski: Vom DFB für ein Spiel gesperrt


Hamburg - Nationalspieler Lukas Podolski vom 1. FC Köln ist nach seiner Roten Karte beim 1:0-Erfolg gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für ein Spiel gesperrt worden. Der Torjäger war nach einer Auseinandersetzung mit dem Herthaner Levan Kobiashvili des Feldes verwiesen worden. Köln wird gegen das Urteil vorgehen. "Wir haben dagegen Einspruch eingelegt", sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann dem "Express", "die Fernsehbilder zeigen klar, dass kein Vergehen vorliegt." Podolskis Teamkollege Mato Jajalo, der in dieser Begegnung ebenfalls die Rote Karte gesehen hatte, wurde für drei Spiele gesperrt. Diesem Urteil stimmten die Kölner zu, es ist damit rechtskräftig.

Das DFB-Sportgericht hat die Fans von Eintracht Frankfurt vom nächsten Auswärtsspiel ausgeschlossen. Grund für das Urteil sind die Vorkommnisse während des Zweitligaspiels bei Fortuna Düsseldorf am 13. Februar 2012. Das Spiel hatte mit fünf Minuten Verspätung begonnen, weil beim Einlaufen der Mannschaften im Frankfurter Zuschauerblock mehrere Rauchbomben und Feuerwerkskörper gezündet und auf das Spielfeld geworfen worden waren. Aus der gleichen Ecke wurden in der Nachspielzeit zudem zwei Böller und Leuchtspurmunition auf das Spielfeld geschossen.

Frankfurt kann nach dem im Einzelrichter-Verfahren gefällten Urteil binnen 24 Stunden eine mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht beantragen. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, eine Bestrafung nicht zu akzeptieren. Der Ausschluss würde für die Partie bei Union Berlin am 26. März gelten. Frankfurt müsste dem betroffenen Heimverein den durch den Einnahmeausfall entstandenen Schaden ersetzen.

Bayer Leverkusen muss mehrere Wochen auf Nationalspieler Lars Bender verzichten. Der Mittelfeldspieler zog sich bei der Niederlage am vergangenen Samstag beim VfL Wolfsburg (2:3) einen Muskelbündelriss auf der Rückseite des rechten Oberschenkels zu. Das ergab eine Untersuchung bei Nationalmannschafts-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Der ehemalige Dortmunder Tomas Rosicky hat seinen Vertrag beim englischen Premier-League-Club FC Arsenal verlängert. "Ich war immer ein Bewunderer von Tomas' Fähigkeiten und bin froh, dass er seine Zukunft dem Club verschrieben hat", sagte Arsenal-Trainer Arsène Wenger. Über die Laufzeit von Rosickys Vertrag wurde nichts bekannt.

Der PSV Eindhoven hat sich von Trainer Fred Rutten getrennt. Rutten hatte das Amt im Sommer 2009 übernommen, nachdem er zuvor beim FC Schalke nach nur einem Dreivierteljahr als Coach beurlaubt worden war. Interimstrainer in Eindhoven werden der ehemalige Nationalspieler und Rutten-Assistent Phillip Cocu sowie Ernest Faber, der zuletzt Co-Trainer von Bondscoach Bert van Marwijk war. In der Tabelle der Eredivisie liegt Eindhoven auf Rang vier.

Südafrikas Meister Orlando Pirates hat sich ebenfalls von seinem Trainer getrennt. Die Nachfolge von Julio Leal wird zumindest vorübergehend der Peruaner Augusto Palacios übernehmen. Allerdings gibt es bereits seit einigen Tagen Gerüchte über ein mögliches Engagement von Lothar Matthäus, der zuletzt die bulgarische Nationalmannschaft trainiert hatte.

Claudio Lotito, Präsident von Lazio Rom, ist von einem Berufungsgericht in Mailand zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Damit reduzierte das Gericht das erstinstanzliche Urteil aus dem Jahr 2009 um sechs Monate. Dem 54-jährigen Lotito, bei dessen Club auch Nationalspieler Miroslav Klose aktiv ist, werden Kurs-Manipulationen in Zusammenhang mit dem Erwerb von Lazio-Aktien zur Last gelegt. Ins Gefängnis muss Lotito aber noch nicht. Er kann gegen das Urteil erneut Einspruch einlegen.

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat die Sperren gegen die früheren Fifa-Funktionäre Amadou Diakité aus Mali und Ahongalu Fusimalohi aus Tonga bestätigt. Die ehemaligen Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees waren wegen Korruptionsvorwürfen vor der Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 zunächst für drei Jahre gesperrt worden. Später wurde die Strafe auf zwei Jahre reduziert. "Die Bestätigung der Fifa-Entscheidungen durch den CAS unterstreichen einmal mehr die Null-Toleranz-Politik bei jeglichen Verstößen gegen den Ethik-Code", schrieb der Weltverband.

tjo/sid/dpa

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