Kurzpässe Drittes Sonntagsspiel möglich, Geldregen für französische Liga

Einigung zwischen Fußball-Liga und TV: Ab der kommenden Spielzeit können am Sonntag drei Partien ausgetragen werden. Frankreichs Ligue 1 bekommt nächste Saison 248 Millionen Euro mehr für ihre Rechte als die Bundesliga. Didier Drogba will Chelsea verlassen.


Hamburg - Ein drittes Sonntagsspiel in der Bundesliga ist ab der Saison 2008/2009 zumindest in Ausnahmefällen und in Absprache mit den Fernsehsendern möglich. Darauf verständigte sich heute die Führung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit ihren Fernsehpartnern. Hintergrund ist, dass sich die im Uefa-Cup vertretenen Clubs in dieser Spielzeit wiederholt darüber beschwert hatten, dass sie nach Spielen am Donnerstag im Europacup schon weniger als 48 Stunden später samstags wieder in der Bundesliga antreten mussten. Das soll ab 2008/2009 vermieden werden.

Stuttgart vs. Schalke: Möglichst gleiche Pause für alle
AP

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Zwischen dem Spiel im Uefa-Cup und in der nationalen Meisterschaft sollen nach Möglichkeit drei Tage liegen. Demzufolge können die betroffenen Vereine ihre Bundesligaspiele gegebenenfalls an einem Ersatzspieltag nachholen. Dafür vorgesehen sind der 11. und 12. November oder ein Dezember-Termin. Im Falle eines dritten Sonntagsspiels könnten die ARD und das ZDF als Free-TV-Verwerter am Samstag nur noch von fünf statt sechs Spielen berichten. Die Clubs wurden von der DFL allerdings ebenfalls in die Verantwortung genommen. Es sollen alle Möglichkeiten des Uefa-Cup-Wettbewerbsglements ausgeschöpft werden. "Das Reglement erlaubt in besonderen Fällen und mit Zustimmung des Spielgegners die Verschiebung einer Donnerstags-Ansetzung auf einen anderen Tag, sofern in dieser Woche keine Champions League stattfindet. Hier wird es Aufgabe der Clubs sein, das Gespräch mit dem gegnerischen Verein zu suchen", so die DFL.

Die französische Ligue 1 hat ihre Einnahmen aus dem Rechteverkauf von 650 Millionen Euro auf 668 Millionen pro Saison steigern können. Dies bestätigte der Präsident der französischen Liga, Frédéric Thiriez, heute in Paris. Der neue Kontrakt läuft von 2008 bis 2012. Erstmals wurde in Frankreich auch ein Internet- und Telefonanbieter (Orange) bedacht, der ein Spiel exklusiv übertragen darf. In der Bundesliga garantiert der Münchner Medien-Mogul Leo Kirch der Deutschen Fußball Liga ab 2009 bis 2015 rund eine halbe Milliarde pro Jahr. Zurzeit beläuft sich der Erlös aus der Inlands-Rechtevermarktung in der Bundesliga auf 420 Millionen Euro pro Saison.

Stürmer Didier Drogba hat seinen Abschied vom FC Chelsea bekräftigt und einen Wechsel nach Italien oder Spanien angekündigt. "Im Sommer werde ich England verlassen. Meine Zukunft sehe ich in Mailand oder Barcelona. Alles andere kommt für mich nicht in Frage", sagte der 29-jährige Ivorer der italienischen "Gazzetta dello Sport". Der Traumverein Drogbas, der mit der Elfenbeinküste heute das Halbfinale der Afrika-Meisterschaft gegen Ägypten in Kumasi bestreitet, soll der FC Barcelona sein. Spanische Medien spekulieren mit einer Ablösesumme von 45 Millionen Euro, da der Vertrag von Drogba bei Chelsea noch bis 2010 läuft.

Ze Roberto will seinen im Juni 2009 auslaufenden Vertrag bei Bayern München nicht verlängern und Club zum Ende der kommenden Saison verlassen. "2009 ist Schluss beim FC Bayern. Ich will und kann nicht mehr. Ich spiele schon zu lange in Europa", sagte der Brasilianer dem "kicker". Seine Karriere wolle der dann 35-Jährige Mittelfeldspieler allerdings nach dem geplanten Abschied aus München nicht beenden. "Ich habe Kontakt zu einer Mannschaft in den USA, das ist 2009 eine Möglichkeit", sagte der frühere Nationalspieler, der 84-mal für die Seleçao auflief und bisher insgesamt 241 Bundesligaspiele (24 Tore) für Bayer Leverkusen und Bayern München bestritt.

Die geplante Schweigeminute für die vor 50 Jahren bei einem Flugzeugunglück gestorbenen Fußballer von Manchester United vor dem gestrigen Länderspiel England gegen Schweiz (2:1) ist zu einer Farce geworden. Zahlreiche Fans im Londoner Wembleystadion weigerten sich ganz offensichtlich, die Gedenkminute für die 23 Opfer der Katastrophe von München 1958 einzuhalten. Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych sah sich gezwungen, die Schweigeminute nach ganzen 27 Sekunden abzubrechen. "Das war ein deprimierender Beginn des Abends", schrieb die "Times". Und Fabio Capello habe schon vor seinem Debüt als englischer Teammanager als englischer Teammanager erleben müssen, "dass der englische Fußball nicht nur auf dem Feld noch viel lernen muss".

fsc/sid/dpa

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