Kurzpässe Duisburg holt Ailton, Real stellt Saviola vor

Ailton ist zurück in der Bundesliga: Ein Aufsteiger hat sich die Dienste des Torjägers gesichert. Der Wechsel eines argentinischen Nationalspielers zu Real Madrid ist nun perfekt. Werder Bremen will den Stürmer eines Nordrivalen verpflichten.


Hamburg - Ailton unterschrieb bei Aufsteiger MSV Duisburg einen Ein-Jahres-Vertrag und soll schon morgen offiziell vorgestellt werden. Das teilte der Club heute mit. "Es ist ein großer Fisch, den wir da an Land gezogen haben. Ich freue mich sehr, dass Ailton die Bundesliga wieder beleben wird - und das in Duisburg", sagte MSV-Präsident Walter Hellmich der dpa.

Stürmer Ailton: "Ein großer Fisch".
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Stürmer Ailton: "Ein großer Fisch".

Zuletzt war Ailton, der auch bei Hansa Rostock als Neuzugang gehandelt wurde, beim Schweizer Rekordmeister Grasshoppers Zürich und Roter Stern Belgrad aktiv. Auch Duisburgs Trainer Rudi Bommer habe der Verpflichtung Ailtons aus vollem Herzen zugestimmt, so Hellmich: "Rudi steht voll dahinter. So etwas geht ohnehin nur im Einklang mit dem Trainer."

In der Bundesliga war Ailton zuletzt in der Rückrunde 2005/2006 für den Hamburger SV auf Torejagd gegangen. Nach 13 Spielen mit nur 3 Treffern hatte der Stürmer dort jedoch keinen neuen Vertrag bekommen. Hellmich ist dennoch von den Fähigkeiten Ailtons voll überzeugt: "Er ist ein Knipser, ein im positiven Sinn extravaganter Spieler."

Wenige Tage nach der Verpflichtung von Trainer Bernd Schuster ist Real Madrid wegen seiner Einkaufspolitik in die Kritik geraten. Die 30 Millionen Euro, die der Verein für Abwehrspieler Pepe vom FC Porto ausgegeben habe, seien maßlos übertrieben und würden die Preise auf dem Transfermarkt in die Höhe treiben, heißt es in den Chefetagen anderer Clubs. "Solche Beträge lösen eine Inflation aus, die uns letztlich alle trifft", beklagte Joan Laporta, Präsident des Erzrivalen FC Barcelona.

Derweil stellte Real heute Schusters Wunschstürmer, den Argentinier Javier Saviola, der Öffentlichkeit vor. Der 25-Jährige, der beim FC Barcelona unter Trainer Frank Rijkaard ein Reservistendasein fristete und zuletzt an den FC Sevilla ausgeliehen worden war, unterschrieb einen Vier-Jahres-Vertrag. Er wechselt ablösefrei und soll jährlich rund 2,5 Millionen Euro verdienen.

Boubacar Sanogo vom Hamburger SV ist als möglicher Zugang beim Nordrivalen Werder Bremen im Gespräch. Werder-Manager Klaus Allofs hat das Interesse an dem 26 Jahre alten Stürmer von der Elfenbeinküste bestätigt. "Ja, er steht auf unserer Liste, die wir momentan abarbeiten. Und wir haben beim HSV nachgefragt, was da möglich ist und zu welchen Konditionen", sagte Allofs der "Kreiszeitung Syke". Sanogo hat beim HSV einen Vertrag bis 2010. Er war vergangene Saison für eine Ablösesumme von rund 3,8 Millionen Euro vom 1. FC Kaiserslautern nach Hamburg gekommen und ist einem Vereinswechsel nicht abgeneigt. Neben Werder soll auch der Deutsche Meister VfB Stuttgart an dem Angreifer interessiert sein.

Der ukrainische Club Schachtjor Donezk hat Stürmer Cristiano Lucarelli von Serie-A-Club AS Livorno verpflichtet. Der italienische Nationalspieler kostet 5,8 Millionen Euro Ablöse und soll nach ukrainischen Medienberichten jährlich vier Millionen Euro bei dem Verein des russischen Oligarchen Rinat Achmetow verdienen.

Aufsteiger Hansa Rostock hat Interesse an einer Verpflichtung des US-Nationalspielers Heath Pearce. Der Abwehrspieler wird zurzeit von Trainer Frank Pagelsdorf im Trainingslager in Kühlungsborn getestet. Pearce wäre ablösefrei, da sein Vertrag beim dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland ausgelaufen ist. Unterdessen bestätigte Pagelsdorf Mittelfeldspieler Stefan Beinlich als Mannschaftskapitän. Der 35-Jährige plagt sich derzeit allerdings mit einer Sehnenentzündung im linken Sprunggelenk und muss mit dem Training pausieren.

Auch bei Schalke 04 wird das Kapitänsamt nicht neu besetzt. Verteidiger Marcelo Bordon trägt weiter die Spielführerbinde, Stellvertreter bleibt Fabian Ernst. Neuverpflichtung Jermaine Jones muss derweil sein Debüt für den Vizemeister verschieben. Der Zugang von Eintracht Frankfurt sollte eigentlich morgen beim Testspiel gegen den englischen Club FC Middlesbrough seine Premiere im Schalker Trikot feiern. "Nach Rücksprache mit Jermaine und unserem Mannschaftsarzt Dr. Bernd Brexendorf haben wir uns entschieden, dass das Risiko, ihn einzusetzen, noch zu groß ist", sagte Trainer Mirko Slomka heute.

Slomka stehen außerdem die angeschlagenen Sören Larsen (Probleme im Sprunggelenk) und Gustavo Varela (Reha nach Meniskus-OP) nicht zur Verfügung. Dagegen ist Zlatan Bajramovic auf den Platz zurückgekehrt. Der bosnische Nationalspieler hatte sich Ende Mai einer Operation an Knie und Sprunggelenk unterziehen müssen.

weh/hut/dpa/sid



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