Kurzpässe Ein Däne für Gladbach, Transferpanne in Berlin

Die Wechselfrist in der Fußball-Bundesliga endet um Mitternacht. Einige Vereine haben deshalb bereits frühzeitig ihre Neuverpflichtungen unter Vertrag genommen. Bei Hertha BSC Berlin haben die Verantwortlichen dagegen offensichtlich Probleme mit den Transferstatuten.


Hamburg - Besonders Borussia Mönchengladbach sorgt auf dem Transfermarkt kurz vor Toreschluss für Bewegung. Der dänische Profi Bo Svensson, den die Gladbacher ursprünglich erst ab Sommer verpflichten wollten, unterschrieb per sofort einen Dreijahreskontrakt. Der 26-jährige Innenverteidiger vom FC Kopenhagen wird bereits in der kommenden Woche das Training bei seinem neuen Arbeitgeber aufnehmen.

Berlins Nando Rafael, Gladbachs Thijs: Bald Kollegen
DDP

Berlins Nando Rafael, Gladbachs Thijs: Bald Kollegen

Der Wechsel des brasilianischen Fußball-Nationalspielers Christian zu Bundesligist Hertha BSC Berlin ist dagegen überraschend geplatzt. Der bereits als sicher gehandelte Transfer des 30-Jährigen scheiterte an den Statuten der Fifa, nach denen ein Spieler in einer Saison nicht für drei verschiedene Vereine auflaufen darf. Christian hat in dieser Spielzeit allerdings bereits für Omiya Ardija/Japan und zuletzt für den FC Sao Paolo gespielt.

Hertha erklärte die Transferpanne mit der erst kurzfristigen Einführung des Paragrafen in die Statuten des Weltverbandes im Juli 2005. Der elfmalige Auswahlspieler Christian hatte bereits am Montag die medizinische Untersuchung bestanden und sich der wartenden Presse gestellt. Der Club hatte ihm zuvor in einer Stadtrundfahrt die Vorzüge Berlins gezeigt. Christian sollte U21-Nationalspieler Nando Rafael ersetzen, der bereits zur Rückrunde zu Mönchengladbach wechseln sollte. Ohne Ersatz für den gebürtigen Angolaner gibt Hertha Rafael erst im Sommer an Mönchengladbach ab. Der Stürmer erhält bei der Borussia einen Dreijahresvertrag.

Seinen Verein definitiv verlassen wird Lucien Mettomo. Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern hat den ausgemusterten Manndecker an den türkischen Erstliga-Aufsteiger Kayseri Erciyesspor ausgeliehen. Der 28 Jahre alte Kameruner Nationalspieler hat noch einen Vertrag bei den Pfälzern bis 2007, spielt in den Planungen von FCK-Trainer Wolfgang Wolf aber keine Rolle mehr.

Bleiben dagegen wird Martin Stranzl beim VfB Stuttgart. Der 25 Jahre alte Abwehrspieler, der bei den Schwaben einen Vertrag bis 2008 besitzt, war zuletzt von Spartak Moskau umworben worden. Stuttgarts neuer Sportdirektor Horst Heldt erteilte dem russischen Vizemeister aber eine Absage. "Martin ist ein wichtiger Spieler für uns - auch für die Zukunft des VfB", sagte Heldt.

Auch der schon nahezu perfekte Wechsel des 19-jährigen ghanaischen Nationalstürmers Prince Tagoe zum FSV Mainz 05 ist kein Thema. Trotz einer Absichtserklärungen des abgebenden Vereins FC Midtjylland Maamobi lag bis zum Dienstagmittag keine unterschriebene Transfervereinbarung aus Ghana vor. "Wir lassen uns nicht hinhalten, das Thema ist für uns durch. Das ist eine kuriose und sehr ärgerliche Geschichte, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe", sagte FSV-Manager Christian Heidel.



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