Kurzpässe Eine teure Flucht und die Rückkehr des Königs

Man glaubt es kaum: Das Wembley-Stadion ist doch noch fertig geworden. Für einen schwedischen Stürmer heißt es Helsingborg statt Manchester, für einen Deutsch-Iraner aus Berlin Büßen nach dem Flüchten. In Leipzig bedrohen Hooligans ihren Clubchef.


Hamburg – 10.000 Euro Geldstrafe und 70 Euro Geldbuße muss Ashkan Dejagah von Hertha BSC Berlin wegen zwei Fällen von Unfallflucht zahlen. Der erste Gerichtstermin war für den 18. Dezember 2006 angesetzt, diesem war der zukünftige Profi des VfL Wolfsburg aber unerlaubterweise ferngeblieben und daraufhin für eine Nacht in der Gefangenensammelstelle festgehalten. Das Amtsgerichts Berlin-Tiergarten sah es als erwiesen an, dass der 20-Jährige beim Ausparken im Mai und September Autos berührt und anschließend davongefahren sei. Außerdem sei er wegen einer Fahrt ohne Haftpflichtversicherung überführt worden. Der Deutsch-Iraner erhielt ein dreimonatiges Fahrverbot und sprach von einem Missverständnis.

Henrik Larrson: Kehrt nach Schweden zurück.
AP

Henrik Larrson: Kehrt nach Schweden zurück.

Das zehnwöchige Gastspiel von Henrik Larsson bei Manchester United ist beendet. Für ihn sei stets klar gewesen, dass er mit Beginn der schwedischen Saison (31. März) wieder für seinen Stammclub Helsingborg IF antreten werde, sagte der Angreifer. Stockholmer Medienangaben zufolge hatte Larssons Ehefrau das letzte Wort bei der Entscheidung für die Rückkehr. 2005 krönte der schwedische Fußballverband Henrik Larsson zum besten schwedischen Spieler der vergangenen 50 Jahre, zum "König der schwedischen Fußballgeschichte". Der Nationalspieler lief vorher unter anderem für Feyenoord Rotterdam (101 Spiele/26 Tore), Celtic Glasgow (221/173) und dem FC Barcelona (40/13) auf. ManU hatte mit der Verpflichtung Larssons auf personelle Probleme im Angriff reagiert und den Stürmer ausgeliehen.

Das neue Wembley-Stadion ist nach jahrelangen Bauverzögerungen fertig. Am 24. März soll zum ersten Mal in der 90.000 Zuschauer fassenden Arena gespielt werden, wenn in einem U21-Länderspiel England und Italien aufeinandertreffen. Offizieller Einweihungstermin ist das englische Pokalfinale am 19. Mai. Eigentlich sollte das Stadion im August 2005 fertig gestellt worden sein, die Baukosten erhöhten sich durch die Verzögerungen von geplanten 470 Millionen Euro auf letztlich 1,5 Milliarden Euro. Das letzte Spiel im Wembley-Stadion gewann Deutschland gegen England im Oktober 2000 mit 1:0 durch ein Tor von Dietmar Hamann.

Der 1. FC Lok Leipzig kommt nicht zur Ruhe: Nach rechtsradikalen Schmiereien auf dem Stadiongelände ermittelt nun der Staatsschutz. Polizeisprecher Andreas de Parade sagte der "Leipziger Volkszeitung", dass ein Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den schweren Krawallen vom 10. Februar geprüft werde. An Wände im Bruno-Plache-Stadion waren neben Sprüchen gegen Vereinschef Steffen Kubald ("Kubald Verrätersau") auch Symbole wie ein Hakenkreuz aufgesprüht worden. Die Parolen waren mit "Hooligans Blue Caps LE", einer extremen Fangruppe des Vereins, unterzeichnet. Auf ihrer Homepage erklärten die Blue Caps hingegen, nicht für diese Tat verantwortlich zu sein. Nach einer Pokalpartie des Sechstligisten hatten rund 800 gewaltbereite Personen etwa 300 Polizisten angegriffen, 39 Beamte waren dabei verletzt worden.

Polen und die Ukraine treiben ihre Bewerbung für die Austragung der Fußball-EM 2012 voran. Die Staatspräsidenten Lech Kaczynski (Polen) und Viktor Juschtschenko (Ukraine) sagten bei einem Treffen in Warschau ihren Fußball-Verbänden mehr Unterstützung zu. Juschtschenko erklärte, dass das Parlament neue Gesetze verabschiedet habe, wonach Visa-Erteilungen, Arbeitsgenehmigungen und Geldwechsel während des Turniers vereinfacht werden sollen. Zudem kündigte Ukraines Sportminister an, dass sechs Milliarden Euro in die Infrastruktur seines Landes investiert werden sollen. Mitte April entscheidet die Uefa über den Gastgeber, Mitbewerber sind Italien sowie Ungarn und Kroatien mit einer gemeinsamen Kandidatur. Die nächste EM findet 2008 in Österreich und der Schweiz statt.

In Italien wurde Torhüter Nicholas Caglioni vom FC Messina positiv auf Kokain getestet, wie das italienische Olympische Komitee (Coni) heute mitteilte. Die positive A-Probe stammt nach Coni-Angaben aus dem Spiel gegen Catania Calcio vom 11. Februar. Vor einem Monat wurde Francesco Flachi, Spieler des AC Florenz, ebenfalls positiv auf Kokain getestet. Ihm droht bei positivem Befund der B-Probe eine Sperre bis zu einem Jahr.

jr/sid/dpa



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