Kurzpässe EM-Aus für Schneider, Simunic in der Kritik

Hoffnung begraben: Joachim Löw muss eine Alternative zum Leverkusener Kapitän finden. In Berlin sorgt Abwehrmann Simunic für Ärger. Wolfsburg will einen Weltmeister, Gladbach lässt zwei Spieler gehen. Bremen muss auf Diego verzichten. In Thun gab es ein Urteil zur Sex-Affäre.


Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw muss bei der Europameisterschaft definitiv auf Mittelfeldspieler Bernd Schneider verzichten. Nach einem Telefonat mit dem 34-Jährigen sagte Löw: "Der Ausfall von Bernd tut uns richtig weh, denn er ist dank seiner Erfahrung und spielerischen Klasse ein Leistungsträger und Führungsspieler unserer Nationalmannschaft." Vor einer Woche hatte sich der 81-malige Nationalspieler in Diensten von Bayer Leverkusen einer Bandscheiben-Operation an der Halswirbelsäule unterziehen müssen. "Das mit den Medizinern abgestimmte Aufbau-Programm von Bernd lässt eine schnelle Rückkehr in den Trainingsbetrieb nicht zu", so Löw, "am wichtigsten ist derzeit, dass Bernd für die neue Saison wieder fit wird und seine Laufbahn fortsetzen kann".

Bernd Schneider: Fällt definitiv für die EM aus
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Bernd Schneider: Fällt definitiv für die EM aus

Die öffentliche Kritik an seinem Arbeitgeber Hertha BSC hat Konsequenzen für Verteidiger Josip Simunic. Eine Geldstrafe bestätigte Manager Dieter Hoeneß zwar nicht, aber er erklärte, dass die Angelegenheit intern geklärt werde. Die "Berliner Morgenpost" hatte berichtet, dass Simunic eine vereinsinterne Bestrafung bekommen habe. Simunic hatte in einem Interview mit dem "Berliner Kurier" unter anderem gesagt: "Es gibt so viele Leute, für die Hertha das ganze Leben bedeutet. Die tun mir leid. Die werden verarscht." Außerdem erklärte er, Hertha habe zu viele Talente verkauft.

Eine andere wichtige Angelegenheit in Berlin ist der Vertrag von Torjäger Marko Pantelic. Dieter Hoeneß hat seinem erfolgreichsten Stürmer ein Vertragsangebot mit erhöhten Bezügen für die kommenden zwei Jahre vorgelegt: "Wir haben ihm ein sehr, sehr gutes Angebot gemacht und wollen jede Polemik draußen lassen. Spekulationen sind nicht angebracht", sagte Hoeneß.

Bundesligist VfL Wolfsburg ist nach übereinstimmenden Medienmeldungen in Deutschland und Italien an einer Verpflichtung des italienischen Weltmeisters Cristian Zaccardo interessiert. VfL-Trainer und -Sportdirektor Felix Magath sagte der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung": "Der Spieler ist sehr interessant. Aber diese Qualität nach Wolfsburg zu bekommen, ist nicht einfach. Wenn uns das gelingt, haben wir einen sehr großen Wurf gelandet." Der 26-Jährige steht noch bis zum 30. Juni 2012 beim Serie-A-Club US Palermo unter Vertrag. Für die italienische Nationalmannschaft bestritt der Rechtsverteidiger bisher 17 Länderspiele.

Der dänische Nationalspieler Kasper Bögelund und der deutsche U21-Auswahlspieler Robert Fleßers erhalten beim Zweitliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach keine neuen Verträge und müssen den Club am Saisonende verlassen. Verteidiger Bögelund, 2005 vom PSV Eindhoven gekommen, liegen nach eigenen Angaben bereits Angebote neuer Vereine vor. Darunter soll auch sein Heimatclub Odense BK sein. Fleßers, der seit 13 Jahren bei der Borussia spielt, war in dieser Saison nur in der Oberligamannschaft zum Einsatz gekommen.

In der Sex-Affäre beim Schweizer Erstligisten FC Thun ist das erste Urteil gefällt worden. Ein früherer Spieler ist von einem Thuner Gericht wegen sexueller Handlungen mit einer Minderjährigen zu einer Geldstrafe auf Bewährung über 2450 Franken (1500 Euro) und einer Buße von 1200 Franken (738 Euro) verurteilt worden. Dem Spieler wurde vorgeworfen, mit einer zur Tatzeit 15-Jährigen zweimal sexuellen Kontakt gehabt zu haben. Einmal soll es zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Der knapp neun Jahre ältere Beschuldigte hätte wissen müssen, dass das Mädchen noch minderjährig ist, befand die Richterin. Insgesamt sind 13 Personen angeklagt, mit dem Mädchen sexuelle Kontakte gehabt zu haben.

Werder Bremen muss im Heimspiel gegen Energie Cottbus auf Spielmacher Diego verzichten. Der Brasilianer laboriert an einer schmerzhaften Oberschenkelverletzung. "Es war klar, dass wir Diego nur in den Kader nehmen, wenn es Sinn macht", sagte Trainer Thomas Schaaf zum Ausfall des Mittelfeldspielers.

Die vom DFB-Sportgericht gegen Duisburgs Profi Adam Bodzek verhängte Sperre wird von vier auf drei Spiele reduziert. In einer mündlichen Verhandlung ist der Mittelfeldspieler von seiner ursprünglichen Behauptung abgerückt, einen Faustschlag in den Magen des Bochumers Anthar Yahia im Spiel am vergangenen Samstag (1:1) nicht willentlich ausgeführt zu haben. Wegen dieser Tätlichkeit war Bodzek zu einer Sperre von vier Spielen verurteilt worden. Damit ist Bodzek am letzten Spieltag in der Partie bei Eintracht Frankfurt wieder spielberechtigt.

jar/sid/dpa



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