Kurzpässe Fan attackiert Schiri, Huth erleidet Fraktur

In der griechischen Liga hat ein Zuschauer einen Unparteiischen angegriffen und verletzt. Ein deutscher Nationalspieler in England fällt verletzt aus. Die deutsche Fußball-Liga hegt Umzugpläne. Die französischen Schiedsrichter pfiffen aus Protest später an.


Hamburg - Im Spiel der griechischen ersten Liga zwischen Ionikos Nikea und Iraklis Saloniki (2:2) lief ein Zuschauer in der Nachspielzeit aufs Feld, packte den Schiedsrichter-Assistenten am Hals und riss ihn zu Boden. Der Unparteiische musste mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Partie wurde abgebrochen, der Täter festgenommen. Die griechische Regierung plant wegen zahlreicher Zwischenfälle in den vergangenen Monaten die Einführung von Überwachungskameras in den Stadien.

Nationalspieler Huth: Zuviel Stress nach dem ersten Tor
DPA

Nationalspieler Huth: Zuviel Stress nach dem ersten Tor

Die Anhänger des Heimteams fühlten sich vom Schiedsrichter-Assistenten benachteiligt, weil Ionikos auf seine Entscheidung hin zwei Abseitstore aberkannt wurden. Der Assistent hatte jedoch beide Male richtig gelegen. Dem Team aus dem Athener Ortsteil Nikea wurden in der laufenden Saison schon zwei Punkte abgezogen, nachdem der Clubbesitzer nach dem Spiel in Korfu handgreiflich gegen den Schiedsrichter geworden war.

Die Probleme von Nationalspieler Robert Huth vom englischen Premier-League-Club FC Middlesbrough haben sich als Stressfraktur im linken Fuß herausgestellt. Das bestätigte Teammanager Gareth Southgate nach dem 1:1 gestern gegen Wigan Athletic. Wie lange Huth ausfalle, könnten erst weitergehende Untersuchungen zeigen, so Southgate.

Der 22-jährige Innenverteidiger war zur neuen Saison vom englischen Meister FC Chelsea nach Middlesbrough gewechselt und hatte beim 1:2 bei Tottenham Hotspur am vergangenen Dienstag sein erstes Tor für seinen neuen Club erzielt.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will umziehen, allerdings weiterhin in Frankfurt am Main bleiben. "Wir prüfen weder einen Umzug nach Berlin noch nach Bonn, sondern wegen des gestiegenen Raumbedarfs eine Veränderung in der Stadt Frankfurt. Auf Grund der zahlreichen operativen Schnittstellen mit dem DFB bietet sich eine räumliche Nähe prinzipiell an", sagte Geschäftsführer Christian Seifert.

Zuvor hatte Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser Berlin und Bonn als Alternativen ins Spiel gebracht. Seit 2001 residiert die DFL zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund in einem Gebäude an der Otto-Fleck-Schneise. Der angestrebte Umzug soll die Eigenständigkeit der DFL stärken. "Für unsere Außendarstellung ist es sicher nicht von Nachteil, wenn wir nicht mehr mit dem DFB unter einem Dach logieren", sagte Holzhäuser.

In Frankreich haben wegen eines Schiedsrichter-Protestes alle acht Erstligaspiele am Samstag mit zehnminütiger Verspätung begonnen. Die Unparteiischen protestierten damit gegen ein Projekt der Liga, sie ab 1. Januar 2007 zu Freiberuflern zu machen. Die Schiedsrichter müssten dann von ihrem Honorar neben den Steuern auch Sozialabgaben und Rentenversicherung entrichten. Derzeit verdient ein Unparteiischen in der Ligue 1 pro Saison rund 70.000 Euro jährlich.

bri/sid/dpa



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