Kurzpässe Fandels Ehre und die Lügen der Profis

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge greift der Boss eines rumänischen Erstligisten durch: Er will die Ehrlichkeit seiner Spieler bei einem speziellen Test überprüfen. Eine besondere Ehre wurde Schiedsrichter Hebert Fandel zuteil.


Hamburg - Sämtliche Spieler von National Bukarest müssen in den kommenden Tagen zum Test am Lügendetektor antreten. Club-Besitzer Constantin Iacow vermutet nach den Pleiten gegen den FC Vaslui (0:1) und bei Jiul Petrosani (0:2) in den Reihen seiner Mannschaft Unehrlichkeit und Manipulation. "Es ist eine moralische Frage. Die Spieler sollen beweisen, dass sie alles gegeben haben. Es ist normal, seine Angestellten ab und an zu überprüfen", sagte Iacow, der sich ebenfalls dem Test unterziehen will.

Schiedsrichter Fandel: Zweite Nominierung fürs Finale
DPA

Schiedsrichter Fandel: Zweite Nominierung fürs Finale

Jeder Unparteiische und jeder Assistent erhält rund 33.000 Euro für die WM-Teilnahme in Deutschland. Damit wurde die Entschädigung für die Referees im Vergleich zur Endrunde vor vier Jahren in Japan und Südkorea verdoppelt. Insgesamt gibt der Weltverband Fifa rund 3,6 Millionen Euro für die 23 WM-Schiedsrichter und ihre Assistenten aus. Auch die Mitglieder der sieben Ersatz-Gespanne, die auf Abruf bereitstehen, bekommen jeweils 33.000 Euro. Sogar die 16 Schiedsrichter und 23 Assistenten, die in der letzten Runde der Vorauswahl gescheitert sind, erhalten jeweils rund 16.500 Euro. "Sie haben hart gearbeitet, auch wenn sie am Ende nicht nominiert wurden", sagte Fifa-Generalsekretär Urs Linsi.

Unbedingt teilnehmen bei der WM will Nelly Viennot. Die 44-jährige Französin, die heute mit 79 weiteren Schiedsrichter-Assistenten in Neu-Isenburg zum WM-Tauglichkeitstest angetreten ist, könnte als erste Frau bei einer Endrunde an der Linie stehen. "Wir würden es sehr begrüßen. Das wäre etwas Besonderes", sagte Fifa-Sprecher Andreas Werz. Sollte einer der Kandidaten die körperlichen, regeltechnischen und sprachlichen Voraussetzungen nicht erfüllen, wird das komplette Schiedsrichter-Gespann von der WM-Liste der 23 Nominierten gestrichen. Von der Tauglichkeit Viennots ist somit auch ihr Landsmann Eric Poulat abhängig. Gleiches gilt auch für den deutschen Referee Markus Merk, der neben seinen Assistenten Christian Schräer und Jan-Hendrik Salver in Volker Wezel vorsorglich einen dritten Kandidaten nominiert hat. Zwei der drei müssen den Test bestehen.

Von einer Streichung könnte Herbert Fandel profitieren. Der 42-jährige Schiedsrichter wurde von der Fifa zunächst nicht für die WM nominiert. Über diese Enttäuschung hilft ihm nun der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hinweg: Fandel wird das Finale des DFB-Pokals zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt am 29. April im Berliner Olympiastadion leiten. Damit ist Fandel, der bereits 2004 das Endspiel zwischen Werder Bremen und Alemannia Aachen (3:2) pfiff, erst der vierte Unparteiische, der mehrfach mit der Leitung des Finals beauftragt wurde. Zuvor war diese Ehre nur Albert Dusch, Gerhard Schulenburg und Werner Treichel zuteil geworden. "Aufgrund seiner außerordentlichen Leistungen in den europäischen Wettbewerben und in der Bundesliga fiel die Entscheidung des Schiedsrichter-Ausschusses zu Gunsten von Herbert Fandel schnell und eindeutig", begründete der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, die Nominierung. Als Assistenten von Fandel wurden Mike Pickel und Volker Wezel berufen. Als Vierter Offizieller ist Jochen Drees im Einsatz.

pav/dpa/sid



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.