Kurzpässe Frankfurt holt Altintop, Robinho zurück nach Brasilien

Der brasilianische Stürmer Robinho hat Manchester City verlassen und ist zum FC Santos gewechselt. Halil Altintop tauscht sein Schalke-Trikot gegen das von Eintracht Frankfurt ein. Adrian Mutu wurde erneut positiv getestet - diesmal auf Appetitzügler. Wolfsburg hat einen neuen Verteidiger.

Stürmer Altintop (r.): Ab sofort für Eintracht Frankfurt im Zweikampf
ddp

Stürmer Altintop (r.): Ab sofort für Eintracht Frankfurt im Zweikampf


Hamburg - Der Transfer von Stürmer Halil Altintop vom Bundesligisten Schalke 04 zum Ligarivalen Eintracht Frankfurt ist perfekt. Der 27-jährige Türke unterschrieb am Donnerstag nach der sportmedizinischen Untersuchung einen Vertrag bis zum Saisonende. Am Mittwoch hatte der ablösefrei wechselnde Altintop seinen bis 30. Juni 2010 laufenden Kontrakt bei Schalke aufgelöst.

Altintop, der in 187 Bundesligapartien 44 Tore erzielte, nahm am Donnerstag bereits am Mannschaftstraining der Eintracht teil und wird am Samstag im Spiel gegen den 1. FC Köln zum Kader gehören. Der frühere Kaiserslauterer soll die Ausfälle der Langzeitverletzten Ioannis Amanatidis und Martin Fenin kompensieren.

Dagegen lehnte die Eintracht die von Torhüter Oka Nikolov erbetene sofortige Vertragsauflösung ab. Dem 35-Jährigen, dessen Kontrakt am Saisonende ausläuft, liegt ein lukratives Dreijahresangebot des US-amerikanischen MLS-Clubs Red Bull New York vor. Ein anderer Frankfurter Spieler hat seine Karriere mit sofortiger Wirkung beendet. Christoph Preuß ist nach einer erneuten Knieverletzung vom Profisport zurückgetreten.

Der brasilianische Nationalstürmer Robinho kehrt in seine Heimat zurück. Der 25-Jährige wird von Manchester City für sechs Monate an seinen ehemaligen Club FC Santos ausgeliehen. Eine entsprechende Einigung bestätigte der Tabellensechste der englischen Premier League am Donnerstag. "Santos wird alle Vertragsinhalte übernehmen. Robinho wird am Sonntag nach Brasilien fliegen", hieß es in einer Mitteilung. Der 72-malige Nationalspieler hatte bereits vor vier Tagen seine Absicht verkündet, für Santos spielen zu wollen, um seine WM-Chancen zu verbessern. Robinho war 2008 für rund 37 Millionen Euro von Real Madrid zu den "Citizens" gewechselt, bei denen er unter dem neuen Trainer Roberto Manicini zuletzt nicht mehr erste Wahl war.

Der erwartete Wechsel von Innenverteidiger Réver zum Deutschen Meister VfL Wolfsburg ist perfekt. Der Brasilianer erhält einen Vertrag bis 2014. Dies teilte der Club am Donnerstagabend mit. Der VfL bezahlt für den 25-Jährigen eine Ablösesumme in Höhe von fünf Millionen Euro an Gremio Porto Alegre. Wegen eines Handbruchs fällt Réver jedoch zunächst rund drei Wochen aus. Gleichzeitig gab der Club den Abgang von Verteidiger Ricardo Costa bekannt. Der Portugiese wechselt zum OSC Lille nach Frankreich. Costa hatte angekündigt, bei einer Verpflichtung Révers unbedingt wechseln zu wollen, da er um die Teilnahme bei der WM in Südafrika fürchtet.

Inter Mailand steht im Halbfinale des italienischen Pokals. Der souveräne Spitzenreiter der Serie A gewann am Donnerstagabend in der Runde der letzten Acht gegen Juventus Turin 2:1. Mario Balotelli erzielte in der 89. Minute das Siegtor für Inter. Der frühere Bayern-Abwehrspieler Lucio (72.) hatte zuvor die Juve-Führung ausgeglichen, für die der ehemalige Werder-Profi Diego (10.) gesorgt hatte. Am Vortag hatte Inters Lokalrivale AC Mailand durch eine 0:1- Heimniederlage gegen Udinese Calcio den Einzug ins Pokal-Halbfinale verpasst.

Mutu droht lange Sperre

Dem rumänischen Nationalspieler Adrian Mutu droht eine Dopingsperre von bis zu vier Jahren. Der Stürmer des italienischen Erstligisten AC Florenz wurde positiv auf die verbotene Substanz Sibutramin getestet. Der Appetitzügler sei bei dem 31-Jährigen nach dem Serie-A-Spiel am 10. Januar gegen den AS Bari nachgewiesen worden, teilte das Nationale Olympische Komitee Italiens (Coni) am Donnerstag mit. Mutu hatte beim 2:1-Erfolg seines Clubs einen Treffer erzielt. Sollte sich der erneute Dopingfall bestätigen, droht Mutu nach dem Reglement der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) als Wiederholungstäter eine Sperre von bis zu vier Jahren.

Der Rumäne war bereits 2004 für sieben Monate wegen Kokain-Missbrauchs gesperrt und daraufhin von seinem Club FC Chelsea entlassen worden. In dem darauffolgenden Rechtsstreit wurde Mutu vom Internationalen Fußball-Verband (Fifa) zu der Rekordstrafe von 17 Millionen Euro verurteilt. Anschließend folgte eine juristische Auseinandersetzung zwischen Mutu und seinem damaligen Arbeitgeber über die Zahlung der Strafe. Zuletzt setzte das Schweizer Bundesgericht ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshof (Cas) gegen den Stürmer aus.

Eine baldige Rückkehr von Stürmer Paolo Guerrero aus Peru zum Hamburger SV zeichnet sich nicht ab. Weil der unter Flugangst leidende Stürmer nicht allein nach Hamburg fliegen will, soll sein Cousin ihn begleiten. "Wir klären jetzt ab, ob wir ein Visum für den Cousin bekommen", sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf am Donnerstag. Guerreros große Angst rührt auch daher, dass sein Onkel José Gonzales, Nationalspieler und Torwart von Alianza Lima, vor drei Jahren bei einem Flugzeugunglück starb. Guerreros Familie redet nicht gern darüber und hat bisher auch keine psychologische Hilfe in Anspruch genommen.

Falls der Hamburger SV nun keine Einreisegenehmigung für den Cousin des 26-Jährigen bekommt, will der Bundesligist ihm bei der psychologischen Aufarbeitung helfen und jemanden nach Lima schicken. Für Guerrero kommen die nächsten Pflichtspiele aber ohnehin zu früh, sein Kreuzbandriss ist noch nicht ausgeheilt. Der Vertrag des Südamerikaners läuft zum Saisonende aus. Bisher hat Guerrero mehr als vier Millionen Euro Jahresgehalt bei einer Verlängerung gefordert.

Die Rostocker Polizei will mit einem erhöhten Aufgebot drohende Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen Hansa Rostock und Union Berlin am Samstag verhindern. Die Partie wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als "Spiel mit erhöhtem Risiko" eingestuft. "Wir wollen die Fanlager strikt trennen. Wir haben nicht so viele Einsatzkräfte wie beim Spiel gegen St. Pauli, aber ausreichend, um Eskalationen zu unterbinden", sagte Peter Mainka, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Zahlen über die Einsatzstärke wollte die Polizei nicht bekanntgeben. Die Straßen rund ums Stadion sollen frühzeitig gesperrt werden.

Insgesamt wird mit 3000 Union-Anhängern gerechnet. Das Fassungsvermögen im Stadion wurde wegen der besonderen Sicherheitsbestimmungen von 29.000 auf 25.300 gesenkt. Die Fans reisen zum größten Teil in Sonderzügen an und werden von den Beamten zum Stadion geleitet.

Sechstligist KFC Uerdingen hat nach dem Transfer des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton einen weiteren hochkarätigen Spieler verpflichtet. Wie der Verein mitteilte, wird der frühere türkische Nationalspieler und WM-Dritte von 2002, Fatih Akyel, ab sofort das Trikot der Uerdinger tragen. Der 32-Jährige gewann im Jahr 2000 mit dem türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul den Uefa-Cup und mit Galatasaray und dem Stadtrivalen Fenerbahce insgesamt fünfmal den Meistertitel. Akyel ist nach Ailton, Bastian Pinske, Ersan Tekkan, Erhan Albayrak und Kosi Saka der sechste Uerdinger Zugang mit Erfahrungen im Profifußball.

aha/dpa/sid



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