Kurzpässe Frankreich will Blanc, Belgien bekommt Leekens

Frankreich sucht einen neuen Nationaltrainer: Bordeaux-Coach Laurent Blanc soll nach der WM das Amt von Raymond Domenech übernehmen. Fans des AS Rom beschuldigen Lokalrivalen Lazio der absichtlichen Niederlage. Belgien ist bei der Trainersuche fündig geworden.

Bordeaux Trainer Laurent Blanc: Soll nach der WM Frankreichs Nationaltrainer werden
AFP

Bordeaux Trainer Laurent Blanc: Soll nach der WM Frankreichs Nationaltrainer werden


Hamburg - Laurent Blanc soll nach der WM in Südafrika neuer Trainer der französischen Nationalmannschaft werden. Frankreichs Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes bestätigte der Regionalzeitung "Sud-Ouest" ein entsprechendes Angebot für den Coach des amtierenden französischen Meisters Girondins Bordeaux. "Laurent Blanc steht dort bis 2011 unter Vertrag. Es sind noch drei Spiele in der Ligue 1 zu spielen. Er soll jetzt in Ruhe arbeiten, danach kann er sich entscheiden", sagte Escalettes und erklärte, der Ball liege nun bei Blanc: "Niemand kann für ihn entscheiden." Der frühere Welt- und Europameister soll die Nachfolge von Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech antreten, dessen Vertrag nach der Weltmeisterschaft ausläuft.

Fans des italienischen Erstligisten AS Rom beschuldigen den Lokalrivalen Lazio, absichtlich gegen Tabellenführer Inter Mailand verloren zu haben, um die Titelchancen der Roma zu verringern. Durch den 2:0-Erfolg am Sonntagabend bei Lazio sind Inters Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung erheblich gestiegen. Während Roma-Fans offen von Manipulation sprachen, sagte Club-Präsidentin Rosella Sensi wütend: "Ich würde mich an Inters Stelle schämen, auf diese Art zu gewinnen. Nach all dem, was wir gesehen haben, kann man unsere Meisterschaft nicht mehr als die schönste der Welt bezeichnen."

Die Fans von Lazio hatten während des Spiels ihre Freude über die Niederlage der eigenen Mannschaft nicht zurückgehalten. Beim 1:0 der Mailänder durch Walter Samuel kurz vor der Pause brach in der Lazio-Kurve frenetischer Jubel aus, Spruchbänder mit an den verhassten Stadtrivalen gerichteten Botschaften wurden enthüllt. Unmittelbar nach Wiederanpfiff feierten die Lazio-Tifosi Inter-Trainer Jose Mourinho mit weiteren Transparenten. Thiago Motta machte später mit dem zweiten Treffer den wichtigen Auswärtssieg von Inter perfekt (70.).

Georges Leekens wird Nachfolger von Dick Advocaat als belgischer Nationaltrainer. Nach Berichten des Fernsehsenders Sporza haben Leekens und der Vorstand des belgischen Fußballbundes am Sonntag ein abschließendes Gespräch über den Wechsel des ehemaligen Nationalspielers und Trainers des KV Kortrijk geführt. Über die Vertragsdauer wurden noch keine Mitteilungen gemacht. Auch ist noch offen, ob Leekens neben seiner Tätigkeit als Bondscoach Klubtrainer in Kortwijk bleibt. Leekens tritt die Nachfolge des früheren Gladbacher Bundesligatrainers Advocaat an, der nach nur einem halben Jahr bei den 'Roten Teufeln" seinen Arbeitsvertrag einseitig gekündigt hatte, um Nationaltrainer von Russland zu werden.

Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel hat die Bundesliga-Profis Theofanis Gekas von Hertha BSC und Angelos Charisteas vom 1. FC Nürnberg in den Kader der griechischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Südafrika berufen. Der 71-jährige Nationalcoach nominierte am Montag die ersten neun Spieler des Aufgebots. Nach Mitteilung des griechischen Fußballverbands zählt auch Liverpools Sotirios Kyrgiakos dazu, der von 2006 bis 2008 für Eintracht Frankfurt spielte. Rehhagel nominierte auch Giorgos Samaras von Celtic Glasgow und Alexandros Tziolis, der beim AC Siena unter Vertrag steht.

Tausende Fans des neuen niederländischen Meisters FC Twente haben vor Freude die Autobahn nahe ihrer Heimatstadt Enschede blockiert. Sie gingen am Sonntagabend auf dem Randstreifen der A1 dem Vereinsbus entgegen, um die frischgebackenen Champions zu begrüßen. Twente hatte am Sonntag sein Auswärtsspiel bei NAC Breda 2:0 gewonnen und sich dadurch uneinholbar den Spitzenplatz der Ehrendivision vor Ajax Amsterdam gesichert. Weil die Fans im Dunkeln für Autofahrer schlecht zu erkennen waren, sperrte die Polizei die Straße sicherheitshalber in beiden Richtungen bis der Spielerbus im Schneckentempo vorbeigerollt war, berichtete der Sender NOS.

Der Brasilianer Maicosuel steht nach einem enttäuschendem Jahr in Diensten des Bundesligisten 1899 Hoffenheim vor der Rückkehr in seine Heimat. Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser bestätigte das Interesse mehrerer brasilianischer Clubs an dem 23-jährigen Stürmer, der vor der Saison für 4,5 Millionen Euro Ablöse von Botafogo Rio de Janeiro nach Hoffenheim gewechselt war und dort bis 2014 unter Vertrag steht. Botafogo will angeblich fünf Millionen Euro Ablöse für Maicosuel zahlen, andere Vereine möchten den Angreifer ausleihen. Maicosuel hat in dieser Saison lediglich drei Tore für Hoffenheim erzielt.

Der frühere Stürmerstar Marco van Basten soll als Trainer den italienischen Erstligisten AC Mailand wieder zu alter Klasse führen. Das wünscht sich angeblich laut der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" der Clubchef und italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der schon vor einigen Tagen verkündet hatte, dass der bisherige Coach Leandro am Saisonende gehen muss. Berlusconi hatte zuletzt Leonardo als "dickköpfig" bezeichnet und die Spielweise seiner Profis kritisiert. "Die Mannschaft hat den Ball nicht laufen lassen", sagte er.

Der 45-jährige van Basten, einst erfolgreicher Torjäger auch bei Milan, hatte als erste Trainerstation die niederländische Nationalmannschaft, die er 2004 übernahm und ohne Niederlage zur WM 2006 führte. Dort schied Oranje allerdings im Achtelfinale aus. Bei der EM 2008 kamen die Niederländer ins Viertelfinale, danach wechselte van Basten zu Ajax Amsterdam. Dort trat er aber nach knapp einem Jahr im Mai 2009 zurück.

Hull City steigt nach zwei Jahren wieder aus der englischen Fußball-Premier-League ab. Hull kam am 37. Spieltag bei Wigan Athletic nur zu einem 2:2 und steht damit als dritter Absteiger fest. Der frühere Gladbacher Bundesligaprofi Steve Gohouri glich für Wigan in der Nachspielzeit zum Endstand aus. Vor Hull standen bereits der FC Burnley und der FC Portsmouth als Absteiger in die Championship fest.

mib/dpa/sid



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