Kurzpässe Frings neuer Werder-Kapitän, Gladbach verpflichtet Arango

Akademische Karriere statt Profitum: Der ehemalige Nationalspieler Tobias Rau wechselt vom Trainingsplatz an den Campus. Bayer-Abwehrspieler Lukas Sinkiewicz fällt mehrere Wochen aus. Werder Bremen hat einen neuen Kapitän, Gladbach einen neuen Spieler.


Hamburg - Nationalspieler Torsten Frings ist neuer Kapitän bei Werder Bremen. Damit tritt er die Nachfolge von Frank Baumann an, der seine Karriere beendet hat. Trainer Thomas Schaaf legte sich auf den bisherigen Vize-Kapitän Frings fest und teilte seine Entscheidung am Montag mit: "Torsten hat diese Verantwortung auch in den letzten Jahren schon mehrfach übernommen, und es gibt keinen Grund, daran etwas zu verändern. Torsten weiß, welche Aufgaben damit verbunden sind. Er kann mit seiner Persönlichkeit positiven Einfluss auf die Mannschaft nehmen und mit seiner Erfahrung auch ihre Interessen gut vertreten", sagte Schaaf.

Neuer Werder-Kapitän Frings: "Natürlich eine Ehre für mich"
ddp

Neuer Werder-Kapitän Frings: "Natürlich eine Ehre für mich"

Der Mittelfeldspieler freute sich über das Vertrauen des Trainers. "Ich habe schon in der Vergangenheit immer wieder Verantwortung übernommen. Ich weiß, dass ich auch ohne die Kapitänsbinde meine Stimme einbringen kann, aber es ist natürlich eine Ehre für mich", sagte Frings. Neuer Stellvertreter ist sein Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker.

Der Wechsel von Mittelfeldspieler Juan Fernando Arango zu Borussia Mönchengladbach ist perfekt. Der 29-jährige Kapitän der Nationalmannschaft Venezuelas, der vorher für den spanischen Erstligisten RCD Mallorca aktiv war, wurde am Montag vorgestellt. Dem Vernehmen nach einigten sich beide Clubs auf eine Ablösesumme von 3,3 Millionen Euro. Arango könnte im linken offensiven Mittelfeld den künftigen Bremer Marko Marin ersetzen. "Ich denke, dass ich mich bei der Borussia schnell akklimatisieren werde", sagte Arango nach seinem ersten Training bei seinem neuen Verein vor mehr als tausend Zuschauern.

Tobias Rau beendet im Alter von nur 27 Jahren seine Karriere als Profi. Der siebenmalige Nationalspieler vom Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld startet dafür ein Lehramtsstudium. "Für Beobachter kommt es plötzlich. Aber in mir ist der Entschluss lange gereift", sagte er dem "Kicker". Die Entscheidung sei unabhängig von seinen vielen Verletzungen und dem unbefriedigenden Reservistendasein gefallen: "Angebote gab es aus dem Ausland und der Zweiten Liga. Doch der Reiz des Studiums war größer. Ich habe etwas gefunden, das mich glücklich macht", sagte der Abwehrspieler.

Rau spielte für Eintracht Braunschweig, VfL Wolfsburg, Bayern München und Arminia Bielefeld. In der vorigen Saison bestritt er für die Arminia lediglich drei Bundesligaspiele. "Jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, etwas anzufangen, was über die Karriere hinaus Bestand hat. Mit 35 wäre es wohl zu spät gewesen", sagte Rau. "Ich habe so viel erreicht wie die wenigsten. Es war eine super Zeit."

Lukas Sinkiewicz hat sich im Testspiel gegen das marokkanische Team Wydad Casablanca (3:3) am Sonntagabend in Wattenscheid einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen. Damit wird der Abwehrspieler von Bayer Leverkusen für mehrere Wochen ausfallen. Dies ergab die Diagnose durch Mannschaftsarzt Dr. Achim Münster am Montagmorgen in Köln. Leverkusen beklagt bereits die Ausfälle der Nationalspieler Patrick Helmes (Kreuzbandriss) und Simon Rolfes (Innenbandanriss im Knie.)

Milan Jovanovic wird nicht von Standard Lüttich nach Stuttgart wechseln. VfB-Manager Horst Heldt erklärte die Verhandlungen mit dem belgischen Erstligisten am Montag im Trainingslager in Donaueschingen für gescheitert. "Das Thema Jovanovic ist beendet, weil wir diesen Wahnsinn nicht mehr mitmachen wollen", sagte Heldt laut "Stuttgarter Nachrichten": "Wir zahlen für einen Spieler, der nur noch ein Jahr Vertrag hat, keine 8,5 Millionen Euro." Immer wieder sollen sich die Belgier nicht an Ablöse-Absprachen gehalten und höhere Forderungen gestellt haben. "Es ist schade, denn Jovanovic wäre gerne gekommen, er und wir haben alles versucht. Aber jetzt müssen wir uns eben nach Alternativen umschauen", sagte Heldt.

Der kolumbianische Profi Javier Florez von Atletico Junior de Barranquilla hat am Sonntagabend einen 24-jährigen Fan seines Clubs erschossen. Das Opfer hatte sich über das verlorene Meisterschaftsfinale wenige Tage zuvor gegen Once Caldas lustig gemacht. Florez hatte nach stundenlangen Beleidigungen aus der Nachbarschaft die Nerven verloren und vier Schüsse auf den Urheber der Schmährufe abgefeuert. Anschließend sei er zu Fuß geflüchtet und habe sich drei Stunden später der Staatsanwaltschaft gestellt. Florez, der 2004 mit Atletico Junior die Meisterschaft gewonnen hatte, droht nun eine lebenslange Haftstrafe.

David Hoilett kehrt zu den Blackburn Rovers zurück. Der 19-jährige Offensiv-Spieler aus Kanada, den Zweitligist FC St. Pauli für ein Jahr ausgeliehen hatte, hat mit einer Sondergenehmigung die Spielerlaubnis für die kommende Premier-League-Saison erhalten. In der Eliteklasse auf der Insel dürfen Akteure, die nicht aus einem EU-Land stammen, eigentlich nur dann auflaufen, wenn sie in den zurückliegenden zwei Spielzeiten mindestens 75 Prozent der Länderspiele für ihr Heimatland absolviert haben. Hoilett hat bislang kein einziges Länderspiel absolviert.

fsc/dpa/sid



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