Kurzpässe Froher Frings, sparsame Schalker

Dortmund sortiert zwei einstige Hoffnungsträger aus. Frings vermisst Klose nicht. Ghanas Stephen Appiah ist Schalke zu teuer. Die deutschen Schiedsricher müssen beim DFB bleiben. Silvia Neid hat einen großen Wunsch.


Hamburg - Er war der jüngste Bundesliga-Debütant aller Zeiten, machte mit 17 Jahren sein erstes Länderspiel für die Türkei und galt als Jahrhunderttalent. Jetzt spielt Nuri Sahin in den Planungen von Borussia Dortmunds Trainer Thomas Doll keine Rolle mehr. Sportdirektor Michael Zorc denkt daher darüber nach, den Mittelfeldspieler auszuleihen: "Ich würde meine Zustimmung geben, wenn die Weiterausbildung Sahins gewährleistet ist." Nach Informationen der "Ruhrnachrichten" steht der 18-Jährige bereits kurz vor einem Wechsel zum niederländischen Spitzen-Club Feyenoord Rotterdam. Dort träfe er auf seinen Entdecker und ehemaligen Borussia-Trainer Bert van Marwijk.

Auch ein anderer ehemaliger Hoffnungsträger der Borussia hat in Dortmund keine Zukunft mehr: Lars Ricken darf nach Informationen der "Ruhr Nachrichten" und des "kicker" nicht mit ins Trainingslager in der Schweiz reisen. Doll plant nicht mehr mit dem 30-Jährigen: "Lars weiß ganz klar, dass er in meinem Konzept keine Rolle spielt. Ich habe ihm gesagt, dass er mit 30 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung annehmen soll."

Froh, dass Klose weg ist: Torsten Frings
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Froh, dass Klose weg ist: Torsten Frings

Werder-Profi Torsten Frings gibt sich im "kicker" erleichtert, dass sein ehemaliger Mitspieler Miroslav Klose Richtung FC Bayern München abgewandert ist: "Dass er gewechselt ist, war zum Schluss die beste Entscheidung. Werder hat gut kassiert. In Bremen hätte es nur noch Ärger gegeben, weil Miro zuletzt viel kaputt gemacht hat", sagte der 30-Jährige. Wenn Klose am zweiten Bundesliga-Spieltag (17. bis 19. Augsut) mit seinem neuen Club im Bremer Weserstadion aufläuft, rechnet Frings mit "vielen Pfiffen" der Werder-Fans. "Das habe ich am eigenen Leib gespürt, als ich Dortmund in Richtung München verlassen habe. Und Miro hat selbst Schuld, weil er viel zerstört hat", sagte der Nationalspieler.

Stephen Appiah wird nicht zum FC Schalke 04 wechseln. Dies bestätigte der Club, der den 26 Jahre alten Ghanaer von Fenerbahce Istanbul gerne ins Revier geholt hätte. "Der Wechsel ist gescheitert. Wir lagen in der Gehaltsfrage sehr weit auseinander. Das wäre für Schalke ein zu großer Schluck aus der Pulle gewesen", sagte Manager Andreas Müller dem "kicker". Sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat des Clubs konnten sich aus finanziellen Gründen nicht auf einen Transfer verständigen. Schalke sucht jedoch weiter einen Mittelfeldspieler, Wunschkandidat ist jetzt der Däne Leon Andreasen von Werder Bremen.

Entgegen den Vorstellungen von Ligaverbands-Chef Wolfgang Holzhäuser stehen die Schiedsrichter auch künftig unter der Obhut des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Weltverband Fifa widersprach den Plänen von Holzhäuser, der im Zuge des Streits zwischen Unparteiischen-Boss Volker Roth und Ex-Abteilungsleiter Hellmut Krug eine Professionalisierung des Schiedsrichterwesens unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga (DFL) angedacht hatte. "Die Fifa verbietet, dass eine nationale Liga das Schiedsrichterwesen übernimmt", sagte der für die Unparteiischen zuständige Fifa-Sprecher Andreas Werz dem "kicker".

Silvia Neid will die Frauen-Nationalmannschaft über ihren bis zum Jahr 2009 laufenden Vertrag hinaus betreuen und bei einer möglichen WM 2011 in Deutschland an der Seitenlinie stehen. "Mein Vertrag läuft noch bis 2009. Aber es wäre selbstverständlich eine tolle Sache, ein solches Turnier als Trainerin zu begleiten. Das würde ich liebend gerne mitmachen. Es ist doch das größte Erlebnis für eine Trainerin, eine Weltmeisterschaft im eigenen Land absolvieren zu dürfen", sagte die 43-Jährige bei der Veranstaltungsreihe "DFB live" in Leipzig. Der DFB hat sich neben Frankreich, Australien, Kanada und Peru um die Ausrichtung der Frauen-WM 2011 beworben. Wer das Turnier austragen darf, entscheidet die Fifa auf ihrem Kongress am 23. und 24. November in Südafrika.

weh/sid



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