Kurzpässe Galaxy-Trainer lässt Beckham-Wechsel offen, Hummels zum BVB

Bruce Arena, Trainer des Beckham-Club Los Angeles Galaxy, hat einen Verbleib des Superstars beim AC Milan nicht ausgeschlossen. Mats Hummels wechselt endgültig nach Dortmund. Der neue 1860-Sportdirektor Miroslav Stevic will keinen "Bayern"-Trainer.


Hamburg - Der Wunsch des früheren englischen Nationalmannschaftskapitäns David Beckham nach einem Wechsel zum italienischen Club AC Mailand wird von seinem derzeitigen Arbeitgeber Los Angeles Galaxy nicht kategorisch abgelehnt. "Wir werden alle Entscheidungen nur im Interesse des Vereins treffen", sagte Galaxy-Coach Bruce Arena, ohne vorerst speziell auf Beckham einzugehen.

Milan-Leihprofi Beckham: Eine Frage des Geschäfts
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Milan-Leihprofi Beckham: Eine Frage des Geschäfts

Man werde sich in der Vorbereitung auf die am 19. März beginnende Saison nicht stören lassen, so der ehemalige US-Nationaltrainer weiter. "Fußball ist ein Geschäft, und so werden wir auch diese Sache unter geschäftlichen Aspekten im Interesse des Vereins behandeln und entscheiden", sagte Arena, der sich von der Entwicklung des ursprünglich auf zwei Monate befristeten Leihgeschäfts mit Milan amüsiert zeigte: "Wenn man weiß, was hinter den Kulissen abläuft, muss man schon manchmal schmunzeln."

Beckham hatte in dieser Woche erstmals seine Wechselabsichten zum Ausdruck gebracht und damit Spekulationen über ein vorzeitiges Ende seines Fünf-Jahres-Engagements in Kalifornien angeheizt. Der Engländer war Anfang Januar auf Leihbasis nach Mailand gekommen und soll nach derzeitigem Stand der Dinge am 8. März in die USA zurückkehren.

Mats Hummels wechselt endgültig von Bayern München zu Borussia Dortmund. Das gab der FC Bayern München in einer Presseerklärung bekannt. Der Abwehrspieler, der bislang bis zum Saisonende am 30. Juni 2009 ausgeliehen war, wird nun endgültig zum 1. Juli 2009 nach Dortmund wechseln, wo er einen Vierjahres-Vertrag unterschreiben wird. "Wir waren mit der grundsätzlichen sportlichen Entwicklung von Mats Hummels sehr zufrieden," versichert Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, "aber wir haben mit Lucio, Demichelis, van Buyten und Breno auch vier international erstklassige Innenverteidiger, die es Mats sehr schwer gemacht hätten, in die Stammelf des FC Bayern zu kommen. Aus diesem Grund sind wir dem ausdrücklichen Wunsch des Spielers nachgekommen, bei Borussia Dortmund bleiben zu können."

Miroslav Stevic, neuer Sportdirektor beim Fußball-Zweitligisten 1860 München, erteilt Spekulationen um die früheren Bayern-Profis Lothar Matthäus und Klaus Augenthaler als neue Löwen-Trainer eine Absage. "Solange ich bei 1860 Sportdirektor bin, wird hier kein Trainer mit roter Vergangenheit beschäftigt", sagte Stevic. Dem 39-Jährigen tue es für Rekordnationalspieler Matthäus leid: "Ich halte ihn für einen überragenden Trainer, der in Deutschland leider nie eine Chance erhalten hat."

Noch heißt der Trainer der Sechziger Marco Kurz. Voraussetzung für dessen Weiterbeschäftigung ist jedoch, dass die Mannschaft in Mainz siegt oder zumindest "Leidenschaft zeigt", wie Stevic verdeutlichte. Derweil gab es für die finanziell angeschlagenen Löwen eine schlechte Nachricht: Trikotsponsor Trenkwalder steigt zum Ende der Saison aus. "Wir werden den zum 30. Juni 2009 auslaufenden Vertrag bei 1860 nicht verlängern", verkündete Geschäftsführer Hermann Mairhofer. Rund 1,2 Millionen Euro hatte die österreichische Zeitarbeitsfirma pro Saison an die Löwen überwiesen.

Für das erste Länderspiel der Nationalmannschaft in diesem Jahr gibt es noch reichlich Karten. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind für die Begegnung zwischen dem Vize-Europameister und Norwegen am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der Düsseldorfer Arena noch 13.000 Tickets aller Preisklassen auf dem Markt. Bislang wurden 36.000 der zur Verfügung stehenden 49.000 Karten verkauft.

Uefa-Präsident Michel Platini hat die besonders vom englischen Premier-League-Club Manchester City forcierte Explosion der Ablösesummen kritisiert und will seine Pläne für ein einheitliches Finanzkontrollsystem bei europäischen Fußballvereinen weiter vorantreiben. "Wir haben viele Ideen, vielleicht auch die Einführung einer Gehaltsobergrenze. Aber es gibt unterschiedliche Vorschläge", sagte der Franzose in London.

Besonders Manchesters intensives Buhlen um den ehemaligen Weltfußballer Kaká hatte Platini zuletzt gestört. "Wie kann ein Spieler 150 Millionen Euro kosten? Das ist aus sportlichen, gesellschaftlichen und finanziellen Gesichtspunkten einfach lächerlich", sagte der 53-Jährige: "Wenn man ein Boot oder ein Flugzeug für 150 Millionen kaufen will, soll man dies tun. Aber einen Mann? Das ist eine schlechte Entwicklung und wir müssen etwas tun, um wieder Chancengleichheit herzustellen."

Neben der Einführung einer Gehaltsobergrenze wird derzeit auch darüber diskutiert, ob man die Ausgaben der Clubs an die Höhe ihrer Einnahmen koppeln soll. " Viele Vereine unterstützen mich bei meinen Plänen", sagte Platini und betonte, dass auch die Europäische Clubvereinigung (ECA) unter Vorsitz von Karl-Heinz Rummenigge mit seinen Ansichten übereinstimme: "Wir müssen das System ändern."

Sollten die Vorhaben umgesetzt werden, drohte Platini möglichen Abweichlern mit dem Ausschluss aus der Champions League oder dem Uefa-Cup-Nachfolger Europa League.

Drittligist Eintracht Braunschweig muss mehrere Wochen auf Matthias Henn verzichten. Der 23-jährige Abwehrspieler sei nach einem Dünndarmverschluss notoperiert worden, teilte der Verein mit. "Die Operation ist gut verlaufen. Matthias ist auf dem Weg der Besserung", sagte der Sportliche Leiter Marc Arnold.

fpf/sid/dpa



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