Kurzpässe Ganea 22, Demel vier Spiele gesperrt, Boenisch nach Bremen

Ein ehemaliger Bundesliga-Stürmer wird für seine Attacke gegen einen Schiedsricher-Assistenten hart bestraft. Ein HSV-Profi muss ebenfalls lange zusehen. Bremen kauft einen Spieler von Schalke. Stuttgart siegt vorläufig in einem Rechtsstreit.


Hamburg - Der frühere Stuttgarter Bundesligaprofi Ioan Viorel Ganea ist nach seiner "Würge-Attacke" gegen einen Schiedsrichter-Assistenten mit einer Sperre von 22 Spielen belegt worden. Der 34-jährige Stürmer war am vergangenen Sonntag im Punktspiel seines Clubs Politehnica Timisoara bei Pokalsieger Rapid Bukarest (1:1) ausgeflippt und hatte den Linienrichter Dorin Buzura gewürgt. Nach der folgenden Roten Karte durch den Schiedsrichter war der aufgebrachte Ganea von vier Polizisten vom Platz geführt worden.

Neu-Bremer Boenisch: "Hundertprozentig richtig entschieden"
AP

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Er muss zudem eine Strafe von umgerechnet rund 4400 Euro zahlen. Marin Daniel Preda, Chef der Disziplinarkommission des rumänischen Fußball-Verbandes betonte, dass die Kommissions-Mitglieder in Anbetracht des Alters von Ganea sogar noch Gnade hatten walten lassen. "Sie haben daran gedacht, dass Ganea vielleicht bald seine Karriere beenden wird und ihn deshalb nicht mit der maximalen Strafe belegt", sagte Preda. In einem ähnlichen Fall war vor drei Jahren der schottische Verteidiger John Kennedy für drei Jahre gesperrt worden.

Guy Demel vom Hamburger SV ist wegen krass sportwidrigem Verhaltens zu einer Sperre von vier Spielen verurteilt worden. Das Sportgericht des DFB kam nach Begutachtung der TV-Bilder zu der Auffassung, dass der Ivorer im Spiel des HSV beim VfL Bochum (1:2) seinem Gegenspieler Tommy Bechmann absichtlich in die Kniekehle getreten hat. "Ein absichtlicher Tritt mit dem Stollen auf einen am Boden liegenden Gegner ohne Kampf um den Ball ist grundsätzlich krass sportwidrig. Da Guy Demel seinen Gegenspieler nicht verletzt und dieser nur kurzfristig leichtere Schmerzen verspürt hat, liegt allerdings ein leichterer Fall einer Tätlichkeit vor, der nicht mit mindestens sechs Spielen, sondern nur mit mindestens drei Spielen Sperre zu ahnden ist. Angesichts von drei Vorverurteilungen wegen Tätlichkeiten in den letzten fünf Jahren war die Sperre um ein Spiel zu erhöhen", sagte der Vorsitzende Rainer Koch nach der Verhandlung.

Demel war schon zweimal für jeweils vier Spiele gesperrt worden. Im August 2006 wurde ein Würgegriff gegen den damaligen Cottbuser Kapitän Kevin McKenna geahndet. Im Oktober 2005 hatte Demel dem früheren Wolfsburger Mike Franz mit einem Schienbeinschoner gegen den Kopf geschlagen.

Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen hat den U21-Nationalspieler Sebastian Boenisch von Schalke 04 verpflichtet. Nach bestandener sportärztlicher Untersuchung wurde der 20-Jährige heute offiziell vorgestellt. Die Ablösesumme für Boenisch, der einen Vierjahresvertrag erhält, soll angeblich drei Millionen Euro betragen. "Ich bin sehr froh, dass wir den Transfer noch hinbekommen haben", sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, "wir sind die Sache bereits vor der Sommerpause angegangen. Damals wollte ihn Schalke aber noch nicht abgeben." Der Abwehrspieler hat für die "Königsblauen" neun Bundesligaspiele bestritten. In der laufenden Saison kam er noch nicht zum Einsatz. "Ich bin sicher, dass ich mich hundertprozentig richtig entschieden habe", sagte Boenisch.

Der VfB Stuttgart darf nun doch wieder für den Sportwettenanbieter "bwin" werben. Damit ist der vom deutschen Meister beim Verwaltungsgericht Stuttgart eingereichte "Abänderungsantrag" gegen eine anders lautende Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württembergs in Mannheim erfolgreich gewesen. Ein Ende des seit über einem Jahr anhaltenden Rechtsstreit ist dennoch nicht abzusehen, denn auch gegen diese Entscheidung können innerhalb von zwei Wochen Rechtsmittel eingelegt werden.

Serbiens Nationalcoach Javier Clemente hat sich in seinem Haus nahe Bilbao aus noch ungeklärter Ursache schwere Verletzungen zugezogen. Diagnostiziert wurden ein Schlüsselbeinbruch, vier Rippenbrüche und eine Verletzung der Lunge. Der Spanier wird dennoch wie geplant die Vorbereitungen auf die kommenden EM-Qualifikationsspiele in Belgrad gegen Finnland (8. September) und in Lissabon gegen Portugal (12. September) leiten. Weil seine Verletzungen die Flüge nach Belgrad und Lissabon nicht zulassen, wird Clemente jeweils mit einem PKW gefahren.

chp/dpa/sid



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