Kurzpässe Gascoigne in Behandlung, Schalke plant mit Stars

Rafinha nach Liverpool, Rakitic zu Inter? Schalke-Manager Andreas Müller wiegelt ab. Er will beide Profis halten. Zweiligist TuS Koblenz hat Ärger mit der Staatsanwaltschaft. England sorgt sich um seinen früheren Star Paul Gascoigne.


Hamburg - Der für seine Eskapaden bekannte ehemalige englische Nationalspieler Paul Gascoigne ist heute wegen psychischer Probleme medizinisch behandelt worden. Der 40-Jährige fiel am Mittwochabend in einem Nobelhotel seiner Heimatstadt Gateshead mit seltsamen Benehmen auf, woraufhin andere Gäste die Polizei verständigten. "Wir bekamen Anrufe besorgter Hotelgäste", sagte ein Polizeisprecher.

Ex-Fußballstar Gascoigne (im April 2006): Vorübergehend in Gewahrsam
AFP

Ex-Fußballstar Gascoigne (im April 2006): Vorübergehend in Gewahrsam

Einem britischen Gesetz zufolge kann eine Person von einem öffentlichen Ort in Sicherheit gebracht werden, wenn sie an einer geistigen Störung leidet und dringend Hilfe benötigt. Die Person kann bis zu 72 Stunden in einem Krankenhaus oder auf einem Polizeirevier festgehalten werden. Als Spieler trat Gascoigne 57 Mal für England an. Seine Karriere wurde jedoch wegen Verletzungen und Eskapaden außerhalb des Spielfelds frühzeitig beendet. Er absolvierte mehrere Alkoholentziehungskuren.

Der FC Schalke 04 will seine begehrten Jungprofis Rafinha und Ivan Rakitic halten. "Es ist schön, dass unsere Spieler mit solchen Vereinen in Verbindung gebracht werden. Da scheinen wir mit den Verpflichtungen nicht so ganz falsch gelegen zu haben", sagte Schalke-Manager Andreas Müller zu dem angeblichen Interesse des FC Liverpool an Rafinha und von Inter Mailand an Rakitic: "Aber beide sind Leistungsträger, mit denen wir die Zukunft planen."

Nach Angaben englischer Zeitungen ist Liverpool bereit, für Verteidiger Rafinha bis zu 20 Millionen Euro auszugeben. "Liverpool ist eine absolute Top-Adresse. Wenn es für den Verein und mich gut wäre, dann können wir darüber reden", sagte Rafinha heute dem "RevierSport". Auch der kroatische Nationalspieler Rakitic würde über einen Wechsel nach Italien zumindest nachdenken. "Natürlich ist das interessant. Inter ist eine große Adresse, zu der man nicht einfach nein sagt", erklärte er dem "kicker". Beide Spieler haben auf Schalke Verträge bis 2011.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gegen zwei ehemalige Vorstandsmitglieder des Zweitligisten TuS Koblenz Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Horst Hund ist beim Amtsgericht ein Strafbefehl gestellt worden. Beantragt wurden jeweils eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen.

Nach ihrem Geständnis und den Ermittlungen seien die Beschuldigten verdächtig, an eine Vielzahl von Arbeitnehmern - insbesondere an Spieler - in der Zeit von Februar 2003 bis Juni 2006 Lohn gezahlt zu haben, ohne Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt zu haben. Gegen ein weiteres Ex-Vorstandsmitglied dauern die Ermittlungen an. Zudem sind auch Spieler ins Visier genommen worden. Denn gegen die Empfänger der Schwarzlöhne wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Betrug am Sozialversicherungsträger eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft geht zurzeit von mehr als 40 betroffenen Personen aus.

Der FC Bayern München ist der beliebteste Fußballv erein in Deutschland und europaweit der beliebteste Club aus der Bundesliga. Dies geht aus einer heute vorgestellten Studie der Agentur "Sport+Markt" vom Dezember 2007 in 16 europäischen Ländern hervor. Befragt wurden etwa 9600 fußballinteressierte Menschen. Nach der Hochrechnung hat der deutsche Rekordmeister im eigenen Land eine Fanbasis von 10,2 Millionen Anhängern und führt die Tabelle weit vor Werder Bremen (3,7) und Borussia Dortmund (3,0) an.

Unter den beliebtesten Clubs in Europa liegen die Bayern allerdings nur auf Rang sechs mit einer europäischen Fanbasis von 19,85 Millionen Menschen. Der populärste Verein in Europa ist nach der Erhebung der FC Barcelona (50,34) vor Real Madrid (45,90) und Manchester United (32,83). Die meisten Anhänger bei Europapokal-Auswärtsspielen lockt aber der AC Mailand an, der für eine Stadionauslastung von 94,86 Prozent sorgt. Auf Rang zwei und drei liegen die englischen Spitzenclubs FC Liverpool (92,04) und FC Chelsea (91,39). Auf dem asiatischen Markt belegen die Bayern nur den elften Platz mit 1,4 Millionen Fans.

pav/AP/sid/dpa



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