Kurzpässe Geisterspiel für Atletico, Sarkozy will Clubs kontrollieren

Atletico Madrid muss wegen rassistischer Beleidigungen der Fans in der Champions League ein Spiel ohne Zuschauer austragen. Weltmeisterin Ariane Hingst wechselt nach Frankfurt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy fordert eine bessere Kontrolle der Finanzen im Fußball.


Hamburg - Atletico Madrid muss das nächste Heimspiel in der Champions League am kommenden Mittwoch gegen die PSV Eindhoven vor leeren Rängen austragen. Außerdem muss der Club eine Geldstrafe von 75.000 Euro zahlen. Diese Entscheidung fällte der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne. Ursprünglich sollten sogar zwei Heimspiele Atleticos unter Ausschluss des Publikums stattfinden.

Champions-League-Partie Atletico Madrid gegen Olympique Marseille: Strafe wegen Schmähungen
REUTERS

Champions-League-Partie Atletico Madrid gegen Olympique Marseille: Strafe wegen Schmähungen

Als Grund für die Bestrafungen hatte die Europäische Fußball-Union Uefa rassistische Beschimpfungen von Spielern von Olympique Marseille durch die Atletico-Fans, eine Beleidigung von Trainer Javier Aguirre gegenüber einem Profi Marseilles und Mängel bei der Organisation rund um die Begegnung angeführt. Atletico hatte argumentiert, der Club sei nicht für das Fehlverhalten seiner Anhänger verantwortlich zu machen.

Die zweifache Weltmeisterin Ariane Hingst wechselt vom schwedischen Club Djurgarden Damfotbol Stockholm zum Frauen-Bundesligisten 1. FFC Frankfurt. Das gab der Verein am Donnerstag bekannt. Hingst, die bislang 158 Länderspiele absolvierte, unterschrieb einen Vertrag bis zum Juni 2011 und darf ab dem 1. Januar 2009 für Frankfurt spielen. "Damit haben wir eine der weltbesten Abwehrspielerinnen in unseren Reihen", sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Hingst, hatte sich nach dem Saisonende in Schweden einer Meniskus-Operation unterzog. "Die ist sehr gut verlaufen. Jetzt will ich schnell fit werden, um bei der angestrebten Titelverteidigung mitzuhelfen", erklärte die Abwehrchefin der Nationalmannschaft. Auch die deutsche Nationaltorhüterin Nadine Angerer will Stockholm verlassen, aber weiter im Ausland spielen.

Die französische Regierung unter Präsident Nicolas Sarkozy fordert ein unabhängiges Kontrollgremium und eine EU-Lizenz für alle Clubs, die an europaweiten Wettbewerben teilnehmen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung", die sich auf ein internes Arbeitspapier aus Frankreich beruft. Über den Vorschlag soll bei einem Treffen der EU-Sportminister in der kommenden Woche beraten werden, zu dem auch Uefa-Präsident Michel Platini eingeladen ist.

Grund für den Vorstoß seien laut dem Arbeitspapier, dass es "starke finanzielle Ungleichgewichte zwischen den Vereinen in Europa gibt und solide wirtschaftende Clubs nicht benachteiligt werden dürfen." Bislang interpretiere jedes Land die Uefa-Regeln für eine Lizenzerteilung weitgehend nach eigenem Ermessen, allein die Clubs der englischen Premier League sollen laut dem Bericht vier Milliarden Euro Schulden angehäuft haben.

all/sid/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.