Kurzpässe Geistlicher beschimpft Schiedsrichter, Kleff verletzt sich bei Comeback

Eklat in der Vatikan-Meisterschaft: Ein Geistlicher rastet während eines Spiels aus und verstößt damit gegen die Statuten. Bremens Per Mertesacker ist für zwei Spiele gesperrt worden. Der ehemalige Nationaltorhüter Wolfgang Kleff gab sein Comeback - mit 61 Jahren.


Hamburg - Beim Clericus Cup, der Fußball-Meisterschaft im Vatikan, sorgte ein Geistlicher aus Burkina Faso für einen Skandal. Beim Spiel seines Kollegs San Paolo Apostolo gegen den Rivalen Sedes Sapientiae rastete der fromme Mann aus, warf sein Trikot in Richtung Schiedsrichter und beschimpfte ihn aufs Übelste. Die Strafe folgte auf dem Fuße: Seine Mannschaft wurde vom Spielbetrieb ausgeschlossen.

Torwartlegende Kleff (Juni 2007 bei einer Gesundheitsveranstaltung): 35 Minuten, 0 Gegentore
DPA

Torwartlegende Kleff (Juni 2007 bei einer Gesundheitsveranstaltung): 35 Minuten, 0 Gegentore

Zurzeit kämpfen die letzten Acht der ursprünglich 16 Mannschaften aus Seminaristen, Kollegbesuchern und jungen Priestern sowie Mitgliedern der Schweizer Garde um den Titel. Gespielt wird in vier Gruppen mit jeweils vier Mannschaften. Erstmals hatte die Meisterschaft im vergangenen Frühjahr stattgefunden. Ausdrücklich verboten sind Spiele am Sonntag. Allen Teilnehmern sind auf dem Feld laut Statuten jegliche Unmutsäußerungen oder gar Kritik an den Schiedsrichtern verboten, ansonsten droht der sofortige Ausschluss. Der Slogan der Meisterschaft lautet: "Ein neuer Fußball ist möglich."

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat heute ein Disziplinarverfahren gegen den französischen Meister Olympique Lyon eingeleitet. Beim Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester United (1:1) am 20. Februar hatten Lyon-Fans von der Tribüne aus Spieler des Gegners mit Laserpointern geblendet. Dies verbietet die Uefa. Am 20. März soll es zu diesem Fall eine Anhörung geben. Die Engländer, die durch einen 1:0-Sieg im Rückspiel ins Viertelfinale eingezogen waren, hatten nach dem Hinspiel eine offizielle Protestnote verfasst. Beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich in Wien (3:0) war es am 6. Februar zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen. Damals hatte die Uefa nicht reagiert.

Der ehemalige Nationaltorhüter Wolfgang Kleff hat mit 61 Jahren sein Comeback gefeiert. Der langjährige Schlussmann von Borussia Mönchengladbach sprang am Wochenende beim Mittelrhein-Landesliga-Aufsteiger FC Rheinbach ein. Sein Auftritt war allerdings bereits in der 35. Minute nach einem unglücklichen Zusammenprall vorzeitig beendet.

"Das war kein PR-Gag, sondern Rettung in höchster Not", sagte Rheinbachs Geschäftsführer Lars Klier dem "Bonner Generalanzeiger". Kleff stellte sich in der Partie bei TuS Oberpleis als Ersatz für Stammtorhüter Sebastian Heiliger (Beinbruch) und Reservekeeper Marcus Westphal (Trauerfall) zwischen die Pfosten und durfte in der 17. Minute sogar die 1:0-Führung bejubeln. Nachdem für Kleff Feldspieler Georg Klotz im Tor stand, kassierte Rheinbach noch vier Gegentore.

Nationalspieler Per Mertesackervon Werder Bremen ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen unsportlichen Verhaltens für zwei Ligaspiele gesperrtworden. Der Abwehrchef der Bremer war am Samstag im Spiel beim deutschen Meister VfB Stuttgart (6:3)in der 89. Minute von Schiedsrichter Herbert Fandel wegen einer Notbremse an seinem Nationalmannschaftskollegen Mario Gomez des Feldes verwiesen worden. Die Bremer haben dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Solomon Opaku, ghanaischer Profi beim serbischen Erstliga-Club Borac Cacak, ist am Samstag Opfer eines rassistischen Angriffs der eigenen Anhänger geworden und wurde dabei leicht verletzt. Etwa zehn Hooligans attackierten und beschimpften den 20-Jährigen auf dem Weg zu seinem Hotel. Sechs der Täter konnten festgenommen werden.

Der italienische Erstligist FC Parma hat heute seinen Trainer Domenico Di Carlo entlassen. Der Vorstand des Tabellen-17. reagierte einen Tag nach der 1:2-Niederlage gegen Sampdoria Genua auf den bislang enttäuschenden Saisonverlauf. Di Carlo ist der neunte Coach, der seit Saisonbeginn in der Serie A entlassen wurde. Favoriten auf seine Nachfolge in Parma sind der ehemalige Dortmunder Coach Nevio Scala und Alberto Zaccheroni.

chp/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.