Kurzpässe Gewalttäter angeklagt, Ballack kassiert ab

Michael Ballack ist der bestbezahlte deutsche Fußballer. In Leipzig hat die Staatsanwaltschaft weitere Anklagen gegen Randalierer erhoben. Ein Schweizer Stürmer möchte Gladbach verlassen. Die ARD entschuldigt sich für eine Ente.


Hamburg - Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat nach den schweren Krawallen beim Landespokalspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den FC Erzgebirge Aue II vier weitere Rowdies angeklagt. Die Männer sind zwischen 18 und 32 Jahre alt und kommen aus Leipzig und Umgebung. Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Damit müssen inzwischen insgesamt zehn Männer mit einem Prozess vor dem Leipziger Amtsgericht rechnen. Die Staatsanwaltschaft hofft, auch die übrigen der insgesamt 28 Ermittlungsverfahren in Kürze abschließen zu können. Bei den Krawallen im Februar wurden 39 Polizisten verletzt.

Chelsea-Star Ballack: bestbezahlter deutscher Profi
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Chelsea-Star Ballack: bestbezahlter deutscher Profi

Nach Informationen von "France Football" ist Michael Ballack der bestbezahlte deutsche Fußballer. Der Profi des FC Chelsea habe vergangenes Jahr 15,3 Millionen Euro verdient. In der heute von dem französischen Fachmagazin veröffentlichten Rangliste belegt der Kapitän der deutschen Nationalmannschaftden den vierten Platz.

Mit Abstand am meisten kassierte der Brasilianer Ronaldinho vom FC Barcelona (24 Millionen Euro). David Beckham (17 Millionen) von Real Madrid, jahrelang Spitzenreiter in diesem Ranking, muss sich 2006 mit Position zwei begnügen. An dritter Stelle steht der Franzose Thierry Henry vom FC Arsenal. Im nächsten Jahr dürfte Beckham allerdings schon wieder zum Top-Kassierer avancieren, bei seinem künftigen Club Los Angeles Galaxy soll er jährlich 50 Millionen Dollar (36,7 Millionen Euro) verdienen.

Bestbezahlter Trainer ist Ballacks Vereinscoach José Mourinho (FC Chelsea/10 Millionen Euro). Es folgen Alex Ferguson (Manchester United/6,1 Mio.) und Fabio Capello (Real Madrid/5,8 Mio). Der Schwede Sven-Göran Eriksson erhält trotz seiner Entlassung als englischer Nationalcoach weiterhin 5,2 Millionen Euro pro Jahr.

Der Schweizer Nationalspieler David Degen will Borussia Mönchengladbach am Saisonende verlassen. Seine Wechselabsichten hätten aber nichts mit dem drohenden Abstieg zu tun. "Nicht wegen der 2. Liga", sagte Degen der "Rheinischen Post". "Wenn mich der Trainer auf die Tribüne setzt, ist die Botschaft klar: Er plant nicht mehr mit mir", so Degen. Gladbachs Coach Jos Luhukay wirft dem Schweizer taktische Defizite vor. Der Vertrag des 24-Jährigen läuft noch bis 2009 und gilt auch für die 2. Liga. Für eine festgeschriebene Ablösesumme von zwei Millionen Euro dürfte er aber vorzeitig gehen. Der Mittelfeldspieler war im Sommer 2006 vom FC Basel nach Gladbach gewechselt und hatte den größten Teil der Hinrunde wegen Verletzungen verpasst. Nachdem er zu Beginn der Rückrunde unter Jupp Heynckes noch auf dem Sprung ins Team war, kam er bei dessen Nachfolger Luhukay kaum zum Einsatz.

Vor der Partie bei Hannover 96 am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bangt der Gladbach-Coach um den Einsatz von Nationalspieler Oliver Neuville. Der 33-jährige Stürmer, der wegen einer Leistenoperation seit fünf Monaten nicht mehr in der Startelf stand, musste wegen einer Bauchmuskel- und Achillessehnenreizung eine Trainingspause einlegen. Die Hannoveraner müssen gegen Gladbach auf Abwehrspieler Michael Tarnat verzichten. Der 37-Jährige zog sich einen Teilabriss des Innenbandes im linken Knie zu und könnte sogar bis zum Saisonende ausfallen.

Stürmer Alexander Iaschwili wird den Zweitligisten SC Freiburg wahrscheinlich am Saisonende verlassen. Der Vertrag des georgischen Nationalspielers läuft nach dieser Spielzeit aus. Der 29-Jährige habe zahlreiche Angebote vorliegen. "Es ist noch nichts unterschrieben, aber ich werde wohl wechseln", sagte Iaschwili, ohne einen konkreten Verein zu nennen. Er wolle aber bei einem deutschen Club bleiben. Nach Angaben seines Beraters ist neben fünf deutschen Erstligisten auch ein englischer Verein an dem Stürmer interessiert.

Nach der Falschmeldung, Felix Magath werde ab Juli Trainer bei Hertha BSC Berlin, hat sich die ARD heute entschuldigt. "Wir sind da einer Fehlinformation aufgesessen. Dafür möchten wir uns bei Herrn Magath, Hertha BSC Berlin und natürlich unseren Zuschauern entschuldigen", sagte Werner Rabe, Programmbereichsleiter Sport und Freizeit beim Bayerischen Rundfunk. Die ARD hatte gestern während der Übertragung des DFB-Pokalhalbfinals zwischen dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt (4:0) via Laufband vermeldet, der ehemalige Bayern-Coach übernehme ab der neuen Saison beim Hauptstadt-Club den Trainerposten. Magath und Hertha-Manager Dieter Hoeneß dementierten die Meldung umgehend. "Ich kann nicht verstehen, woher immer wieder diese Gerüchte kommen. Ich habe zu keinem Verantwortlichen, noch überhaupt jemanden aus dem Verein oder Umfeld Kontakt", sagte Magath dem Pay-TV-Sender arena und im DSF. Hoeneß erklärte, er habe seit einem halben Jahr nicht mit Magath gesprochen. Zudem sei Interimstrainer Karsten Heine mehr als nur eine Notlösung: "Wir sondieren den Markt, aber Heine bleibt unsere Nummer eins", erklärte der Hertha-Manager. Noch am Wochenende hatte Magath grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, den Trainerposten in Berlin zu übernehmen.

maa/dpa/sid

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