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18. März 2010, 19:24 Uhr

Kurzpässe

Ghana hofft auf Boateng, Schweinsteiger auf Inter

Jérôme Boateng könnte bei der WM in Südafrika gegen seinen Bruder antreten - denn Ghana bemüht sich um einen Verbandswechsel von Kevin-Prince. Bastian Schweinsteiger würde in der Champions League gerne gegen Inter Mailand spielen. Der AC Mailand hält an David Beckham fest.

Hamburg - Deutschlands WM-Gruppengegner Ghana hat beim Weltverband Fifa den Antrag für einen Verbandswechsel von Kevin-Prince Boateng gestellt. Der Mittelfeldspieler vom englischen Premier-League-Club FC Portsmouth, der 41 Spiele für deutsche Jugendmannschaften absolviert hat, soll bei der WM in Südafrika für die "Black Stars" auflaufen - und könnte damit im Duell mit der DFB-Auswahl auf seinen Bruder Jérôme treffen. "Wir waren regelmäßig mit Kevin in Kontakt und er weiß, dass wir ihn wollen. Der Trainer hält große Stücke auf ihn, deshalb haben wir uns für ihn eingesetzt", teilte Vizepräsident Fred Pappoe in einer Mitteilung auf der Verbandswebsite mit.

Boateng hat einen Vater aus Ghana und eine deutsche Mutter. Er ist der Großneffe von Helmut Rahn, der Deutschland 1954 durch den Siegtreffer beim 3:2 im Endspiel gegen Ungarn zum Weltmeistertitel schoss. Kevin-Prince Boateng hatte 2006 eine Einladung des ghanaischen Verbands mit Perspektive auf die Teilnahme an der WM in Deutschland abgelehnt, weil er sich beim DFB durchsetzen wollte. Diese Meinung hat sich geändert. "Ich sehe meine Chancen beim DFB einfach nicht mehr. Das ist alles", sagte Boateng. Sein beim Hamburger SV spielender Bruder Jérôme hat drei A-Länderspiele für Deutschland bestritten und gute Aussichten auf eine WM-Teilnahme.

Bayern München fürchtet vor der Auslosung der Viertelfinalpaarungen der Champions League am Freitag (ab 12 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ein erneutes Duell mit Titelverteidiger FC Barcelona. "Am liebsten nicht gegen Barcelona", sagte Kapitän Mark van Bommel. Im Vorjahr war der deutsche Rekordmeister gegen den späteren Sieger ausgeschieden. Mittelfeldspieler Bastian Scheinsteiger verriet seinen Wunschgegner: "Inter Mailand wäre nicht schlecht. Da haben wir eigentlich immer gut ausgesehen." Stürmer Mario Gomez glaubt an Bayerns Titel-Chancen: "Wir wollen das Unmögliche möglich machen", sagte der Nationalspieler im "kicker". Neben Barcelona und dem FC Bayern stehen Manchester United, Arsenal London, Inter Mailand, Girondins Bordeaux, Olympique Lyon und ZSKA Moskau in der Runde der letzten Acht.

Der von den Bayern umworbene Torhüter Manuel Neuer von Schalke 04 hat Spekulationen über eine angebliche Zusage für einen Wechsel zum Rekordmeister zurückgewiesen. "Ich habe den Bayern keine Zusage gegeben. Weder für nächste Saison noch für 2011. Ich habe klipp und klar gesagt, dass ich nächstes Jahr auf Schalke spiele. Wie es danach weitergeht, hängt natürlich vom sportlichen Erfolg ab", sagte er der "Bild"-Zeitung. Neuers Vertrag läuft noch bis 2012. Laut der Tageszeitung "tz" soll Bayern-Präsident Uli Hoeneß bei einem Fan-Treffen kürzlich verraten haben, Neuer habe den Münchnern längst eine Zusage gegeben. Schalkes Trainer Felix Magath deutete derweil Gespräche über einen Verbleib des Torjägers Kevin Kuranyi an. "Inzwischen hat sich unsere Situation so verbessert, dass wir mit ihm über eine Verlängerung sprechen können", sagte Magath der "Bild".

Englands Nationalspieler David Beckham soll nach auskuriertem Achillessehnenriss im nächsten Jahr wieder für den AC Mailand auflaufen. "Ich habe David versichert, dass wir auf ihn warten", sagte Geschäftsführer Adriano Galliani. "Er ist ein großer Spieler mit einer außerordentlichen mentalen Stärke, deshalb rechnen wir im Januar 2011 wieder mit ihm." Mailand hatte Beckham, der bis 2012 beim US-Club Los Angeles Galaxy unter Vertrag steht, zunächst bis Ende Juni auf Leihbasis verpflichtet. Beckham hatte die Verletzung, die sein Aus für die WM im Sommer in Südafrika bedeutet, am Sonntag im Punktspiel der Serie A zwischen Mailand und Chievo (1:0) erlitten.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird sich am kommenden Mittwoch mit den Ausschreitungen nach dem Bundesliga-Spiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg beschäftigen. Der DFB-Kontrollausschuss legt Berlin "ein unsportliches Verhalten in Tateinheit mit einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst" zur Last. Nach der 1:2-Niederlage hatten rund 150 Chaoten das Feld gestürmt und mit Fahnenstangen und Schlagstöcken randaliert. Hertha muss mit harten Sanktionen rechnen. Von einer hohen Geldstrafe bis hin zu einer Heimpartie unter Ausschluss der Öffentlichkeit scheint alles möglich.

Der Terminplan der Nationalmannschaft für das WM-Jahr 2010 ist komplett. Am 17. November ist das Team von Bundestrainer Joachim Löw in Schweden zu Gast. Das gab der DFB am Donnerstag bekannt. Der Austragungsort wird demnächst festgelegt.

Das italienische Olympia-Komitee (Coni) hat eine lebenslange Sperre für Francesco Flachi von Serie-B-Club Brescia Calcio beantragt. Der italienische Stürmer war bei einer Dopingkontrolle nach dem Spiel gegen den FC Modena am 19. Dezember 2009 zum zweiten Mal positiv auf Kokain getestet worden. Anschließend hatte der 34-Jährige das Ende seiner Karriere verkündet.

wit/mpl/sid/dpa

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