Kurzpässe Görlitz geht, Cassano gesperrt, Bilic beim HSV im Gespräch

Kurzes Gastspiel: Bayern-Leihgabe Andreas Görlitz kehrt Karlsruhe nach dieser Saison den Rücken. Genuas Stürmer Antonio Cassano wirft mit seinem Trikot nach dem Schiedsrichter. Der HSV sucht seinen neuen Trainer in Kroatien.


Hamburg - Beim Hamburger SV ist ein weiterer Kandidat als Nachfolger für den zum Saisonende scheidenden Trainer Huub Stevens im Gespräch. Nach Informationen von "Kicker online" soll der HSV am kroatischen Nationalcoach Slaven Bilic interessiert sein. Laut "Kicker" war der HSV-Vorsitzende Bernd Hoffmann mit Sportchef Dietmar Beiersdorfer und Vorstandsmitglied Katja Kraus in Zagreb am Montag in Zagreb. Der Club wollte sich zu dem Thema nicht äußern. "In der Trainerfrage gibt es von uns keinen Kommentar", sagte Pressesprecher Jörn Wolf der dpa.

Stürmer Cassano: Strafe wegen losem Mundwerk
AP

Stürmer Cassano: Strafe wegen losem Mundwerk

Der Karlsruher SC muss in der kommenden Saison ohne den zweimaligen Nationalspieler Andreas Görlitz auskommen. Der Außenverteidiger, den der Tabellenfünfte für die laufende Spielzeit von Bayern München ausgeliehen hat, teilte Coach Edmund Becker heute mit, dass er voraussichtlich zu den Bayern zurückkehren werde.

Unterdessen ist der Karlsruher SC wegen der Ausschreitungen seiner Fans im Derby beim VfB Stuttgart vom Sportgericht des DFB zu einer Geldstrafe von
35.000 Euro verurteilt worden. Im Wiederholungsfall droht dem Aufsteiger zudem ein Geisterspiel. "Die Strafe ist in dieser Höhe erforderlich und gerade noch ausreichend. Eine Platzsperre, ein Teilausschluss der Öffentlichkeit oder eine Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird bei einem erneuten gravierenden Vorfall hiermit ausdrücklich angedroht", heißt es in dem heute verhängten Urteil.

Antonio Cassano vom italienischen Erstligisten Sampdoria Genua ist wegen Schiedsrichterbeleidigung für fünf Spiele gesperrt worden. Zudem muss der von Real Madrid ausgeliehene Stürmer 15.000 Euro Strafe zahlen. Dies teilte der italienische Ligaverband heute mit.

Cassano hatte im Meisterschaftsspiel am vergangenen Sonntag gegen den FC Turin (2:2) Schiedsrichter Nicola Pierpaoli verbal heftig attackiert, nachdem der Unparteiische ihm in der 88. Minute die Gelb-Rote Karte gezeigt hatte. Der 25-Jährige, der in der 52. Minute für Sampdoria zum Endstand ausgleichen konnte, hatte zudem sein Trikot in Richtung des Referees geworfen und Pierpaoli anschließend vom Spielfeldrand aus weiter beschimpft. Erst nach dem Schlusspfiff folgte eine öffentliche Entschuldigung von Cassano für seinen Ausraster.

Der Pay-TV-Sender Canal Plus, der in Frankreich gemeinsam mit einem Telefonkonzern 668 Millionen für die Rechte an der französischen Liga bezahlt hat, ist vor dem Protest der Fans eingeknickt. Der Sender wird eine Art "Sportschau" unverschlüsselt zeigen, so dass alle Zuschauer die Spiele der Liga gratis sehen können. Das teilte der Sender mit. Uhrzeit und Länge der Sendung sind noch nicht bekannt.

Canal Plus hofft jetzt, durch die Gratis-Ausstrahlung neue Abonennten zu werben. In Deutschland wollte sich ein Sprecher des Pay-TV-Senders Premiere nicht dazu äußern, ob solch ein Geschäftsmodell auf die Bundesliga übertragbar sei. "So lange wir die Ausschreibungen nicht kennen, sind alle Spekulationen nur Schall und Rauch", hieß es beim Bezahlsender. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird die Bundesliga-Rechte ab 2009 in Kürze ausschreiben.

Englands Rekordmeister FC Liverpool bleibt zunächst weiter in der Hand seiner amerikanischen Besitzer. Die Eigentümer Tom Hicks and George Gillett lehnten heute ein Kauf- Angebot des Finanzkonsortiums Dubai International Capital über rund 600 Millionen Euro ab. Das berichtet die Rundfunkanstalt BBC auf ihrer Internetseite. Hicks erlaubte aber seinem Kompagnon Gillett seinen Anteil zu verkaufen, sofern er selbst die Aktien-Mehrheit an dem Verein behalte. Gillett verzichtete jedoch vorerst auf den Deal. Das Duo hatte den Traditionsclub im März 2007 erworben. Zuletzt soll die Harmonie unter den Besitzern allerdings getrübt gewesen sein.

Die italienischen Schiedsrichter, die in den letzten Wochen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten waren, drohen mit Streik. Sie sehen sich als Opfer einer Verleumdungskampagne von Seiten einiger Clubchefs und der Medien. Schiedsrichterkoordinator Pierluigi Collina hatte erklärt, die Unparteiischen würden einen Streik in Erwägung ziehen. Möglicherweise werden am kommenden Sonntag aus Protest gegen die Schiedsrichter-Attacken die Serie-A-Spiele mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen.

Die Referees sorgen seit Wochen für Schlagzeilen in Italien. Kritiker werfen ihnen vor, die Top-Vereine zu bevorzugen. Der ehemalige Schiedsrichter Collina, der jetzt Chef der italienischen Schiedsrichter-Gilde ist, hatte erst am Wochenende eine Morddrohung erhalten. Unbekannte schickten dem Glatzkopf in einem Brief eine Pistolenkugel. Bereits seit drei Monaten steht Collina unter Polizeischutz, nachdem er mehrere Drohungen erhalten hat.

chp/sid/dpa



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