Kurzpässe Gomez droht Ausfall, Hildebrand die Bank

Ein Nationalspieler leidet unter einer langwierigen Verletzung. Dem Ersatztorhüter der DFB-Auswahl droht diese Rolle auch bei seinem neuen Verein in Spanien. Liga-Boss Rauball denkt über Spiele zur Mittagszeit nach. Der HSV verliert einen weiteren Spieler.


Hamburg - Die Verletzung von Nationalspieler Mario Gomez vom deutschen Meister VfB Stuttgart gibt weiter Rätsel auf. Der "Fußballer des Jahres" laboriert bereits seit vier Wochen an einer Muskelverletzung im Oberschenkel und konnte auch in dieser Woche noch kein Mannschaftstraining absolvieren. Deshalb ist ein Einsatz des 22-Jährigen am kommenden Samstag bei Hertha BSC Berlin (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ebenso fraglich wie die Teilnahme am ersten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in dieser Saison am 22. August in London gegen England.

Torwart Hildebrand: Auch bei Valencia die Nummer zwei?
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Torwart Hildebrand: Auch bei Valencia die Nummer zwei?

"Ich verstehe nicht, warum eine Muskelverletzung so lange dauert", meinte VfB-Coach Armin Veh, der sich über den langwierigen Heilungsverlauf verwundert zeigte. Veh muss gegen Berlin neben Gomez auf Matthieu Delpierre (Patellasehnen-OP), Artur Boka (Innenbandanriss im Knie) sowie Gledson (Rotsperre) verzichten. Yildiray Bastürk soll in der Partie bei seinem früheren Club nach überstandener Oberschenkelzerrung dagegen sein Pflichtspieldebüt geben.

Timo Hildebrand hat bei seinem neuen Club FC Valencia offenbar den Kampf um die Nummer eins gegen Santiago Canizares verloren. Der deutsche Nationaltorhüter saß gestern beim Qualifikations-Hinspiel zur Champions League gegen den schwedischen Vertreter IF Elfsborg Boras (3:0) nur auf der Bank. Die spanischen Medien werteten dies als Indiz für die am übernächsten Wochenende startende Saison der Primera Division. Dem spanischen Nationalkeeper werden ohnehin die grundsätzlich besseren Karten zugeschrieben, nachdem der ehemalige Manager und Hildebrand-Fürsprecher Amadeo Carboni vor einigen Wochen entlassen worden war.

Der neue Fußball-Liga-Boss Reinhard Rauball schließt nicht aus, dass künftig sonntags schon zur Mittagszeit Bundesligaspiele stattfinden. Die zwei Sonntagsbegegnungen werden im Augenblick erst um 17.00 Uhr angepfiffen. Allerdings hat der Präsident von Borussia Dortmund selbst Bedenken, denn er würde damit voraussichtlich auf heftigen Widerstand der Amateur-Vertreter und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stoßen. "Das wäre nur dann vertretbar, wenn eine exorbitante Vermarktungschance besteht. Denn man nimmt den Amateurvereinen dann nicht nur Zuschauer weg, sondern den Amateurspielern auch die Möglichkeit, Bundesligaspiele selbst hautnah im Stadion zu erleben", sagte Rauball der "Sport Bild". Es werde keinen Kahlschlag geben, "wenn es nicht eine totale Rechtfertigung gibt".

Benny Feilhaber wechselt vom Hamburger SV zum englischen Club Derby County. Der amerikanische Nationalspieler unterschrieb gestern beim Premier-League-Aufsteiger einen Dreijahresvertrag. Die Ablösesumme für den 22-jährigen Mittelfeldspieler liegt nach Angaben seines neuen Vereins bei rund 1,5 Millionen Euro. Feilhaber spielte seit 2005 in Hamburg und wurde überwiegend in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt. In der vergangenen Saison standen auch neun Bundesliga-Einsätze zu Buche.

Der spanische Rekordmeister Real Madrid hat den italienischen Stürmer Antonio Cassano nach Sampdoria Genua abgeschoben. Der Club der Serie A einigte sich mit den "Königlichen" darauf, den 25-Jährigen für eine Saison auszuleihen. Das Gehalt, das sich auf drei Millionen Euro belaufen soll, wollen sich beide Vereine laut Presseberichten teilen. Cassano war vor anderthalb Jahren für 5,5 Millionen Euro vom AS Rom nach Madrid gekommen. Er gilt als einer der größten Fehleinkäufe Reals. Der Italiener kam nur selten zum Einsatz und war wegen Übergewichts oder Disziplinlosigkeit zeitweise aus dem Kader verbannt worden.

Die Fifa hat die Preisgelder für die Club-Weltmeisterschaft in Japan erhöht. Wie der Weltverband gestern Abend in Zürich mitteilte, werden die sieben Teams zusammen 16 Millionen Dollar (11,8 Millionen Euro) erhalten. Allein der Gewinner des vom 7. bis 16. Dezember ausgetragenen Wettbewerbs bekommt fünf Millionen Dollar. Der unterlegende Finalist erhält vier Millionen. An dem Turnier nehmen die Sieger der Club-Meisterschaften der Kontinental-Verbände teil. Zudem wird ein Verein aus dem Gastgeberland Japan mitspielen. In Champions-League-Sieger AC Mailand, Pachuca CF (Mexiko), Boca Juniors (Argentinien) und Waitakere United (Neuseeland) sind bereits vier Teams qualifiziert.

fsc/dpa/sid



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