Kurzpässe Grossmüller gesperrt, Mourinho streicht sich selbst

Alexander Zickler bleibt ein Strafverfahren erspart. In Kaiserslautern hat Trainer Kjetil Rekdal drei Profis suspendiert. Wegen einer Tätlichkeit ist der Schalker Carlos Grossmüller nun für fünf Spiele gesperrt. José Mourinho wird nicht neuer Nationaltrainer Englands.


Hamburg - Schalke 04 muss bis weit nach der Winterpause ohne seinen uruguayischen Nationalspieler Carlos Grossmüller auskommen. Der 24-Jährige wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen seiner Tätlichkeit für fünf Punktspiele gesperrt und zudem zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Die Schalker haben die Strafe für Grossmüller, den auch eine clubinterne Geldstrafe erwartet, bereits akzeptiert.

Schalke-Profi Grossmüller (r.): Fünf Spiele Sperre wegen Attacke gegen Thurk
AP

Schalke-Profi Grossmüller (r.): Fünf Spiele Sperre wegen Attacke gegen Thurk

Grossmüller war im Punktspiel der Schalker bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag (2:2) als Auswechselspieler kurz vor Spielschluss auf den Platz gelaufen und hatte dem Frankfurter Michael Thurk ins Gesicht gegriffen. Schiedsrichter Helmut Fleischer zeigte Grossmüller daraufhin die Rote Karte. Ebenfalls wegen Tätlichkeiten wurden die Stürmer Hugo Almeida von Werder Bremen und Mohamadou Idrissou vom MSV Duisburg gesperrt. Beide Profis müssen jeweils drei Spiele zuschauen. Idrissou hatte beim 0:0 des MSV bei Bayern München gegen Torhüter Oliver Kahn nachgetreten, Almeida beim 3:4 der Bremer in Hannover Szabolcs Huszti an den Hals gegriffen. Beide Vereine haben die Urteile akzeptiert.

José Mourinho hat dem englischen Fußball-Verband FA eine klare Absage erteilt. In einer Mitteilung auf der Internetseite seines Agenten Jorge Mendes schloss der ehemalige Teammanager des FC Chelsea kategorisch aus, dass er der neue Trainer der englischen Nationalmannschaft werden könnte. "Nach tiefgründiger und ernsthafter Überlegung habe ich entschieden, mich selbst von der Kandidatenliste zu streichen, obwohl ich denke, dass es eine fantastische Position für mich wäre", sagte der Portugiese.

Anschließend wünschte Mourinho dem englischen Fußball alles Gute. "Ich bin sicher, dass sie einen tollen Trainer verpflichten werden, jemanden, der das Team dahin zurückbringt, wo es hingehört", erklärte der 44-Jährige: "Ich versichere erneut meinen Respekt für den englischen Fußball. Nach drei schönen Jahren in England glaube ich, dass die Mannschaft schnell wieder Erfolge feiern wird." Damit scheinen Weltmeister-Trainer Marcello Lippi und Fabio Capello Favoriten auf die Nachfolge des entlassenen Steve McClaren zu sein.

Der Antrag auf ein Strafverfahren gegen Alexander Zickler vom österreichischen Bundesligisten Red Bull Salzburg ist abgewiesen worden. Der SV Ried hatte den Antrag nach der schweren Verletzung seines Torwarts Hans-Peter Berger bei der 0:2-Niederlage in Salzburg gestellt. Der Torwart hatte bei einer Attacke Zicklers einen Bruch der Elle und Speiche erlitten. "Es ist nur dann die Einleitung eines Verfahrens möglich, wenn etwas hinter dem Rücken des Schiedsrichters passiert", sagte Liga-Pressesprecher Christian Kircher. Nach Ansicht der TV-Bilder seien die Liga-Vertreter jedoch zu der Auffassung gekommen, dass Schiedsrichter Thomas Einwaller den Vorfall gesehen hatte.

Der serbische Meister Roter Stern Belgrad muss wegen der Fan-Attacken auf einen Zivilpolizisten, bei denen der Fahnder schwer verletzt wurde, drei Spiele vor leeren Rängen austragen und 500.000 Dinar (9193 Euro) Strafe zahlen. Der Polizist musste ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem Belgrad-Anhänger ihn bei der Partie gegen Hajduk Kula mit Leuchtraketen angegriffen hatten. Einer der Angreifer ist wegen versuchten Mordes angeklagt. Der Verein kann gegen die Strafe noch Widerspruch einlegen.

Der 1. FC Kaiserslautern hat drei Profis vorerst aus dem Kader geworfen und damit erste personelle Konsequenzen aus der 2:3-Heimpleite gegen den Tabellenvorletzten FC Carl Zeiss Jena gezogen. Cheftrainer Kjetil Rekdal, der trotz der prekären sportlichen Situation weiter das Vertrauen des Aufsichtsrates und Vorstandes genießt, strich heute Mittelfeldspieler Esben Hansen, Abwehrspieler Moussa Outtara und Stürmer Björn Runström aus dem Aufgebot für das letzte Hinrundenspiel in einer Woche beim 1. FC Köln.

Dominick Kumbela vom Regionalligisten FC Rot-Weiß Erfurt ist heute aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Er hatte in der Nacht zum Sonntag in einer Erfurter Discothek nach einem Streit seine Freundin geschlagen und auf die am Boden Liegende eingetreten. Die Frau wurde mit Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, auf eigenen Wunsch aber wenig später wieder entlassen. Wie die Polizei in Erfurt heute mitteilte, wurden Ermittlungen aufgenommen. Den Angaben zufolge war bei Kumbela ein Blutalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden. Der Verein kündigte drastische Konsequenzen an, sollte sich der Sachverhalt bestätigen.

Torwart Adnan Masic vom Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden hat sich im Oberligaspiel der 2. Mannschaft am vergangenen Samstag die Schulter ausgekugelt und fällt für einige Wochen aus. Eine Kernspintomographie ergab, dass sich Masic jedoch keine Bänder gerissen hat und zu Beginn der Rückrundenvorbereitung wieder zur Verfügung stehen wird. Länger muss dagegen Wehens Zweitliga-Konkurrent TSV 1860 München auf Stürmer Toni Di Salvo verzichten. Wie der Verein heute mitteilte, zog sich der Stürmer im Spiel beim VfL Osnabrück (0:3) einen Syndesmoseband-Riss mit zusätzlicher Knochenabsprengung im rechten Außenknöchel zu und fällt für mehr als zwei Monate aus.

ulz/sid/dpa/rtr



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