Kurzpässe Gustavo darf zum FC Bayern, Eto'o Afrikas Fußballer des Jahres

Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp geht von einem Wechsel von 1899-Profi Luiz Gustavo zum FC Bayern aus - wahrscheinlich aber erst im Sommer. Außerdem: Inter-Stürmer Samuel Eto'o wurde zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Und Star-Trainer José Mourinho als "Heulsuse" beschimpft.

Luiz Gustavo: "Wenn wir gleichwertigen Ersatz bekommen, kann er schon jetzt gehen"
dpa

Luiz Gustavo: "Wenn wir gleichwertigen Ersatz bekommen, kann er schon jetzt gehen"


Hamburg - Der Wechsel des Brasilianers Luiz Gustavo von 1899 Hoffenheim zum FC Bayern München nimmt konkrete Formen an. "Es ist sonnenklar, dass Gustavo im Sommer zu den Bayern gehen wird. Es wäre unfair, ja geradezu unmoralisch, wenn wir ihm die Karriere verbauen würden", sagte Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung" und ergänzte: "Wenn wir gleichwertigen Ersatz bekommen, kann er schon jetzt gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies gelingt, wird mit jedem Tag geringer."

1899-Trainer Ralf Rangnick hatte zuletzt das Interesse des FCB an dem vielseitigen Mittelfeldspieler bestätigt. Gustavo besitzt in Hoffenheim zwar noch einen Vertrag bis 2014, "doch langfristige Verträge werden auch gemacht, um die Ablöse zu erhöhen", so Hopp.

Der Kameruner Samuel Eto'o von Inter Mailand ist zu Afrikas Fußballer des Jahres 2010 gewählt worden. In der Abstimmung der afrikanischen Nationaltrainer landeten der Ivorer Didier Drogba vom FC Chelsea und der Ghanaer Asamoah Gyan vom FC Sunderland auf den Plätzen zwei und drei. Eto'o erhielt die Ehrung durch den afrikanischen Fußball-Verband bereits zum vierten Mal nach 2003, 2004 und 2005.

Real Madrids Coach José Mourinho gerät wegen seiner Schiedsrichterschelte in der spanischen Primera Division in die Kritik. Valencias Trainer Unai Emery bezeichnete den Portugiesen als "Heulsuse". "Wir hätten Gründe genug, eine Liste mit Fehlentscheidungen zu präsentieren und uns jedes Mal öffentlich zu beschweren, wenn wir uns benachteiligt fühlen. Das tun wir aber nicht", sagte Emery.

Mourinho hatte nach dem knappen 1:0-Heimerfolg seines Teams am Sonntag gegen den FC Sevilla auf der anschließenden Pressekonferenz 13 vermeintliche Fehler des Unparteiischen Carlos Clos Gomez aufgelistet. "Den Druck, den Real auf die Schiedsrichter erzeugt, kann ganz Spanien sehen. Es ist eine geplante und abgestimmte Taktik, aber wir wissen schon lange, wie es ist, im Estadio Bernabeu zu spielen", sagte Sevillas Präsident José Maria del Nido nach der Partie. Mourinho selbst hat derweil nichts von seinem Selbstbewusstsein eingebüßt. Vor dem Spiel gegen Sevilla sagte er: "Das Jahr 2010 war das beste meiner Karriere. Ich habe mit Inter Mailand die Meisterschaft, den Pokal und die Champions League gewonnen. Mit Real Madrid habe ich in allen drei Wettbewerben Titelchancen. Auf einer Skala von null bis zehn Punkten gebe ich mir elf."

Jungstar Bojan Krkic hat seinen Vertrag beim FC Barcelona vorzeitig um zwei Jahre bis Juni 2015 verlängert. Die festgeschriebene Ablösesumme für den 20-jährigen Stürmer wurde um 20 Millionen auf 100 Millionen Euro erhöht. "Das sind großartige Neuigkeiten", sagte Trainer Josep Guardiola. "Wir haben sehr viel Vertrauen in ihn und sein Spiel." Bojan stammt aus der vereinseigenen Jugendakademie La Masia und erzielte diese Saison in 13 Ligaspielen bislang drei Tore.

Serie-A-Spitzenreiter AC Mailand hat Antonio Cassano von Sampdoria Genua verpflichtet. Der 28-Jährige, der wegen eines Streits mit Sampdoria-Vereinspräsident Riccardo Garrone noch bis zum 31. Dezember suspendiert ist, unterschrieb nach italienischen Medienberichten am Dienstag einen Drei-Jahres-Vertrag bei den Rossoneri. Mailand wird demnach ein Drittel der fünf Millionen Euro Ablöse zahlen, die Sampdoria noch Cassanos Ex-Club Real Madrid schuldet. Der neue Vertrag gilt ab dem 2. Januar. Cassano war nach einem Streit mit Garrone im Oktober entlassen worden und hatte eine Entschädigung von einer Million Euro verlangt. Das Schlichtungsgericht beschloss am vergangenen Donnerstag dagegen, dass Cassano bei Sampdoria zwar bleiben kann, allerdings wurde ihm sein Gehalt halbiert.

Carlos Tevez will nach Angaben von Manchester City doch beim Club der englischen Premier League bleiben. Der Kapitän zog sein schriftliches Wechselgesuch zurück, teilte City am Montagabend mit. Er habe sein "absolutes Engagement" für den Verein bekundet, hieß es. "Ich freue mich, dass wir uns jetzt auf reine Fußballangelegenheiten fokussieren können", sagte Trainer Roberto Mancini. Der von Heimweh geplagte Tevez hatte vor gut einer Woche einen Transfer im Januar gefordert. Sein Vertrag in Manchester läuft noch dreieinhalb Jahre. Am Abend verpasste Tevez mit Manchester City den Sprung an die Tabellenspitze der Premier League. Gegen den FC Everton kassierte das Team eine 1:2 (0:2)-Niederlage und bleibt mit 32 Punkten Tabellendritter hinter Stadtrivale ManUnited (34) und dem FC Arsenal (32). Tim Cahill (4.) und Leighton Baines (19.) trafen für Everton. Phil Jagielka (72.) gelang nur noch der Anschlusstreffer.

Zweitligist Alemannia Aachen ist auf der Suche nach freiwilligen Helfern zur Räumung der schneebedeckten Tribünen des Tivoli-Stadions vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale am Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ab Dienstagvormittag hoffen die Aachener auf rege Unterstützung. Für heiße und kalte Getränke sei gesorgt, Besen und Handfeger müssten mitgebracht werden, teilte der Club mit.

Ligakonkonkurrent SC Paderborn ist vom Sportgericht des DFB zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden. Im Paderborner Zuschauerblock war am 3. Dezember im Spiels beim VfL Osnabrück (2:2) ein Leuchtfeuer entzündet worden. In der 75. Minute war es zu einem weiteren Vorfall dieser Art gekommen.

luk/dpa/sid

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