Kurzpässe Henry hört auf, 1860-Geschäftsführer gibt auf

Der Franzose Thierry Henry will nicht mehr für seine Landesauswahl spielen. Auch der englische Stürmer Emile Heskey hat genug. Der Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen Zweitligisten 1860 München gab seinen Posten auf, Kaiserslautern gehen die Torhüter aus.

Französischer Stürmer Henry: Erstes und letztes Länderspiel gegen Südafrika
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Französischer Stürmer Henry: Erstes und letztes Länderspiel gegen Südafrika


Hamburg - Nach 123 Länderspielen und 51 Toren ist Schluss: Thierry Henry wird nicht mehr für die französische Nationalelf auflaufen. "Das Spiel gegen Südafrika war mein letztes. Ironischerweise war auch mein erstes Spiel für die Nationalmannschaft gegen Südafrika", sagte der 32-Jährige. Henry wurde 1998 Weltmeister und 2000 Europameister. 2006 in Deutschland erreichte er mit Frankreich erneut das WM-Finale, unterlag in Berlin jedoch Italien. Bei der WM-Endrunde in Südafrika scheiterte Frankreich bereits in der Vorrunde. "Für das Team und den französischen Fußball ist es Zeit, nach vorne zu schauen", sagte Henry. Seine Reservistenrolle unter dem früheren Nationaltrainer Raymond Domenech kommentierte er gelassen: "Ich werde das immer respektieren. Es war keine einfache Zeit, aber ich bereue nichts." Auf Club-Ebene macht Henry weiter, vor kurzem wechselte er vom FC Barcelona zu den New York Red Bulls.

Ebenfalls nicht mehr für sein Land spielen will der englische Stürmer Emile Heskey. "Ich habe jeden Augenblick meiner England-Karriere genossen und das Trikot stets mit Stolz getragen", sagte der 32-jährige Angreifer von Aston Villa, als er seinen Rücktritt aus dem Team der "Three Lions" erklärte. Heskey war bei der WM als Partner von Stürmerstar Wayne Rooney vorgesehen. Nach zwei Partien von Beginn an wurde er aber beim dritten Gruppenspiel gegen Slowenien und bei Englands 1:4-Niederlage gegen Deutschland im Achtelfinale nur noch gegen Ende der Begegnungen eingewechselt. Heskey gab im April 1999 sein Debüt als Nationalspieler und kam auf insgesamt 62 Einsätze, dabei erzielte er sieben Tore.

Jonathan Santana verlässt den VfL Wolfsburg und wechselt in die Türkei zu Kayserispor. Der defensive Mittelfeldspieler unterzeichnete beim türkischen Erstligisten einen Zwei-Jahres-Vertrag. Seit 2006 spielte Santana in Wolfsburg und absolvierte insgesamt 41 Bundesligaspiele. Zwischenzeitlich war der 28-Jährige Nationalspieler Paraguays an den argentinischen Verein San Lorenzo ausgeliehen.

Manfred Stoffers ist als Geschäftsführer des Zweitligisten TSV 1860 München zurückgetreten. "Ich ziehe die persönlichen Konsequenzen aus dem verlorenen Rechtsstreit", sagte er nach Angaben des Vereins am Donnerstag. Die "Löwen" hatten am Vortag vor Gericht eine Niederlage gegen den Stadtrivalen FC Bayern kassiert. Präsidium und Aufsichtsrat bedauern die Entscheidung. "Leider war es uns nicht möglich, unseren Geschäftsführer zur Weiterführung seiner Aufgabe zu bewegen", sagte Präsident Rainer Beeck.

Der Ausrüster der Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern und FC St. Pauli ist zahlungsunfähig. Gegen den Hamburger Textilhersteller und Vertreiber "Do You Football GmbH" wurde am Mittwoch vor dem Amtgericht der Hansestadt ein Insolvenzverfahren eröffnet. "Der Insolvenzantrag hat auf uns zunächst keine Auswirkungen. Wir sind bereits mit der Ausrüstung versorgt, und auch wirtschaftlich haben wir davon noch nichts gemerkt", sagte Christian Gruber, Pressesprecher des 1. FC Kaiserslautern. Ähnlich äußerte sich St. Paulis Sprecher Christian Bönig: "Wir haben die zum jetzigen Stand erforderliche Ausrüstung für die Mannschaft erhalten. Somit ist uns erst einmal kein Nachteil entstanden. Was die weitere Saison angeht, müssen wir abwarten."

Dem 1. FC Kaiserslautern bleibt zudem das Verletzungspech seiner Torhüter treu. Nachdem sich bereits Stammkeeper Tobias Sippel (Muskelfaserriss) und dessen Vertreter Kevin Trapp (Oberschenkelzerrung) Blessuren zugezogen hatten, erwischte es am Donnerstag auch Nachwuchstorwart Emilio Fioranelli. Der 19-Jährige erlitt im Vormittagstraining einen Bruch des rechten Wadenbeins und eine Verletzung des Syndesmosebandes. Fioranelli fällt je nach Heilungsverlauf zwischen drei und sechs Monate aus.

fsc/sid/dpa



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