Kurzpässe Hitzfeld bringt Rensing, Liverpool-Torhüter ausgeraubt

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld will Oliver Kahn am kommenden Spieltag auf der Bank lassen. Fifa-Boss Blatter revidiert eine Aussage von Anfang der Woche. In Liverpool wurde der Held des Champions-League-Halbfinales während des Spiels bestohlen.

Hamburg - Torwart Jose Manuel Reina vom englischen Rekordmeister FC Liverpool musste seine Glanztaten im Halbfinale der Champions League gegen den FC Chelsea (1:0 n.V., 4:1 i.E.) wahrhaft teuer bezahlen. Während der Spanier seinen Club mit zwei gehaltenen Bällen im Elfmeterschießen gestern Abend den Finaleinzug sicherte, raubten Einbrecher seine Wohnung im Stadtteil Woolton aus.

Die Diebe ließen Juwelen, persönliche Dokumente, ein Entertainment-System und einen grauen Porsche Cayenne mitgehen. Der deutsche Sportwagen wurde mittlerweile ausgebrannt in einem anderen Stadtteil aufgefunden. Zuletzt waren bereits Reinas Teamkollegen Jerzy Dudek, Daniel Agger und Peter Crouch während ihres Einsatzes für Liverpool ausgeraubt worden. Auch Andy van der Meyde vom Stadtrivalen FC Everton wurde schon zum Einbruch-Opfer während einer Partie. Selbst das Haus der in Liverpool wohnenden Eltern des englischen Stürmerstars Wayne Rooney war bereits ein Ziel der Einbrecher.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld erwägt, Kapitän Oliver Kahn am kommenden Samstag im Auswärtsspiel des FC Bayern bei Absteiger Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zu schonen und stattdessen Michael Rensing ins Tor zu stellen. Der 22 Jahre alte Ersatztorhüter solle "auch mal Spielpraxis" erhalten, begründete Hitzfeld seine Überlegungen am Mittwoch in einem Interview mit "FCB.tv".

In dieser Saison hat Kahn bislang alle 31 Bundesliga-Partien absolviert. "Es geht auch darum, dass die Spieler, die immer auf der Bank waren und hart trainiert haben, eine Chance haben, sich zu behaupten", erläuterte Hitzfeld. Der 58-Jährige betonte jedoch, dass der 37-jährige Kahn auch in der kommenden Saison seine Nummer 1 bleiben werde. "Da gibt es nichts dran zu rütteln", sagte Hitzfeld.

Der englische Profi Joey Barton ist seinem Image des "Bad Boy" der Premier League einmal mehr gerecht geworden und wurde von seinem Club Manchester City für den Rest der Saison aus der Mannschaft geworfen. Der 24-Jährige hat sich im Training eine Schlägerei mit seinem Teamkollegen Ousmane Dabo geliefert, in deren Anschluss der Franzose mit einer blutigen Nase, einem Riss in der Lippe und geschwollenem Gesicht ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Bei City steht auch Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann unter Vertrag. Barton hatte bereits in der Vergangenheit für ähnliche Schlagzeilen gesorgt. Vor zwei Jahren wurde er von seinem Verein zu einer Strafe in Höhe von 174.000 Euro verdonnert, nachdem er sich auf einer Trainings-Tour in Thailand von einer Gruppe gegnerischer Fans provozieren ließ und sich eine Rauferei lieferte. Im Jahr 2004 hatte Barton auf der Club-Weihnachtsfeier seinem Teamkollegen James Tandy eine brennende Zigarre aufs Auge gedrückt. Damals musste er 135.000 Euro Strafe zahlen.

Trainer Christoph Daum bleibt dem Zweitligisten 1. FC Köln offenbar doch erhalten. Nachdem der Coach nach dem verpassten Wiederaufstieg und zuletzt drei Niederlagen in Folge über seinen vorzeitigen Abschied nachgedacht hatte, erklärte er heute im WDR-Fernsehen, dass er derzeit mit dem Vorstand an einem Konzept für die kommende Saison arbeite und davon ausgehe, seinen bis 2010 laufenden Vertrag zu erfüllen. Manager Michael Maier bestätigte, dass er mit Daum zusammen Verhandlungen mit mehreren Spielern geführt habe, um sie zum ersten Bundesliga-Meister zu holen. Zuvor hatte Club-Präsident Wolfgang Overath von Daum schnell "eine klare Entscheidung" zu dessen Zukunft gefordert.

Salto rückwärts von Joseph S. Blatter: Trotz der von ihm selbst genährten Spekulationen um potenzielle Ersatzausrichterländer glaubt der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa weiterhin an die planmäßige Austragung der WM 2010 in Südafrika. "Die WM wird in Südafrika stattfinden. Ich habe keine Zweifel. Der Plan B ist Südafrika, Plan C ist Südafrika", sagte der Schweizer heute in Genf. Dennoch betonte Blatter, dass es nur klug sei, nach Alternativen Ausschau zu halten, falls der Gastgeber von unvorhersehbaren Desastern, wie etwa Naturkatastrophen, heimgesucht werde. "Es wäre ein schlechter Organisator, der keine Reserve hat", sagte Blatter. Erst am Montag hatte der Funktionär England, Australien, die USA, Mexiko, Japan und Spanien als mögliche neue WM-Austragungsstätten für 2010 ins Spiel gebracht. Die hohe Kriminalitätsrate in Südafrika sowie Schwierigkeiten bei den Stadionbauten und der Infrastruktur hatten immer wieder dazu geführt, dass über eine Verlegung der WM 2010 in ein anderes Land spekuliert wurde.

fpf/sid/dpa