Kurzpässe Hoyzer will schnell rein, Henry nicht mehr weg

Skandalschiedsrichter Robert Hoyzer hat genug vom Warten, er will endlich ins Gefängnis. Hannovers Stürmer Thomas Brdaric möchte wieder spielen. Thierry Henry macht dem FC Arsenal eine Liebeserklärung, der Hamburger SV steht auf seinen Spielmacher Rafael van der Vaart.


Hamburg – "Mir hilft es nicht, wenn bis zum Haftantritt noch weitere Monate vergehen. Es ist mein größter Wunsch, einen Schlussstrich zu ziehen", sagte Hoyzer der Illustrierten "Vanity Fair". Wegen Spielmanipulationen hatte das Landgericht Berlin gegen den früheren Schiedsrichter im November 2005 eine Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verhängt. Der Bundesgerichtshof bestätigte Mitte Dezember vergangenen Jahres das erstinstanzliche Urteil. "Ich verlange nicht, dass die Leute vergessen, was ich getan habe, doch ich wünsche mir eine zweite Chance", so Hoyzer, der seine Taten mehrfach öffentlich bereut hat.

Verurteilter Hoyzer: "Schlussstrich ziehen"
REUTERS

Verurteilter Hoyzer: "Schlussstrich ziehen"

Der Wettskandal beschäftigt am kommenden Dienstag nochmals das Landesgericht Berlin, es wird eine Zivilklage der Deutschen Klassenlotterie verhandelt. Diese verlangt von Drahtzieher Ante Sapina, dessen Brüdern und Hoyzer Schadenersatz für die zu Unrecht ausgezahlten Wettgewinne des staatlichen Anbieters Oddset. Ante Sapina war zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt worden. Dessen Brüder, der frühere Schiedsrichter Dominik Marks und der ehemalige Fußballprofi Steffen Karl erhielten Bewährungsstrafen.

Der französische Fußballstar Thierry Henry will keinen neuen Verein. "Ich liebe Arsenal und werde bis zum Ende meiner Karriere alles für den Club geben, sofern sie mich hier noch wollen", sagte der 29-Jährige der Sportzeitung "L'Equipe". Henrys Vertrag läuft noch bis 2010. Derzeit ist der Stürmer verletzt. Der Teamkollege des deutschen Nationaltorwarts Jens Lehmann wird wegen Zerrungen der Bauchmuskeln und der Leiste diese Saison nicht mehr spielen können.

Auch Hannovers Stürmer Thomas Brdaric kann derzeit nicht auflaufen. Der 32-Jährige war kurz nach dem Rückrundenbeginn Anfang Februar ein zweites Mal am Innenmeniskus operiert worden, nachdem ein Eingriff im Oktober 2006 keine Besserung gebracht hatte. Doch auch die erneute OP hat anscheinend nicht die erhoffte Wirkung erzielt. "Es gibt keine Fortschritte", sagte 96-Trainer Dieter Hecking. Wann Brdaric wieder trainieren kann, ist nicht absehbar. Hecking rechnet mit mehreren Wochen Pause. Brdaric hatte in der Hinrunde fünf Treffer erzielt.

Der Hamburger SV will seinen Kapitän Rafael van der Vaart nicht abgeben. "Er ist unverkäuflich, es gibt keine Schmerzgrenze", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Die Gerüchte über ein angebliches Werben des FC Bayern um den Niederländer waren aufgekommen, weil FCB-Präsident Franz Beckenbauer erklärt hatte, van der Vaart sei ein interessanter Spieler. Der 24-Jährige steht beim HSV bis 2010 unter Vertrag, darf den Club allerdings 2009 für eine festgeschriebene Ablöse von 1,5 Millionen Euro verlassen. Der HSV will deshalb mit van der Vaart vorzeitig verlängern. "Das Thema gehen wir an, sobald feststeht, dass wir auch in der kommenden Saison erstklassig sind", sagte Beiersdorfer.

Ein Paparazzi-Skandal, von dem auch Milan-Stürmer Alberto Gilardino und Roma-Kapitän Francesco Totti betroffen sind, sorgt in Italien für Schlagzeilen. Prominente wurden vom inzwischen festgenommenen Fotografen Fabrizio Corona mit kompromittierenden Bildern erpresst. Totti etwa wurde 2005 fotografiert, als er TV-Sternchen Flavia Vento küsste. Um Tottis bevorstehende Ehe mit Ilary Blasi zu retten, zahlte der Bruder des Weltmeisters angeblich 50.000 Euro für die Paparazzi-Bilder. Gilardino soll mit 7000 Euro dabei gewesen sein. Ein Foto zeigte ihn in Begleitung eines Mädchens, das nicht seine Freundin ist. Die beiden Serie-A-Stars Christian Vieri und Adriano weigerten sich zu zahlen, die Bilder wurden veröffentlicht.

ach/dpa/sid



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