Kurzpässe international Wenger bleibt, Daum geht

Morgen steht Arsène Wenger mit dem FC Arsenal im Finale der Champions League. Geht es nach dem Franzosen, wird er noch lange Coach der "Gunners" bleiben. Trainerkollege Christoph Daum hat beim türkischen Club Fenerbahce Istanbul offiziell seinen Rücktritt eingereicht.


Hamburg - "Ich habe den Verein aus gesundheitlichen Gründen gebeten, mich aus meinem Vertrag zu entlassen", sagte Christoph Daum auf einer Pressekonferenz und stellte klar: "Dieser Schritt wäre auch erfolgt, wenn wir den Titel gewonnen hätten." Ob Fenerbahce Istanbul Daums Gesuch akzeptierte, wurde zunächst nicht bekannt. Daum hat beim türkischen Verein, der in dieser Saison am letzten Spieltag den dritten Meistertitel in Folge verpasste, eigentlich noch einen Vertrag bis 2007. "Ich liebe die Türkei, und ich hätte meinen Vertrag gerne erfüllt. Aber es geht einfach nicht", sagte der 52-Jährige. Daum wird sich in dieser Woche in München einer Hüftoperation unterziehen. Möglicherweise bekommt er sogar eine künstliche Hüfte eingesetzt und wäre somit für einige Wochen außer Gefecht gesetzt.

Coach Daum: Gesundheitliche Probleme
DPA

Coach Daum: Gesundheitliche Probleme

Während Daum seinen Club wohl verlässt, will Arsène Wenger bis zum Ende seiner Karriere den FC Arsenal trainieren. "Ich möchte meine Karriere bei Arsenal beenden", sagte der 56-Jährige der Zeitung "The Sun". Der Franzose wird von vielen europäischen Topclubs umworben, unter anderem soll Real Madrid Interesse haben. Ein Job als Nationaltrainer kommt für Wenger nicht in Frage. "Da habe ich keinerlei Ambitionen", versicherte er: "Im Gegenteil. Bei einem Verein hast Du die Chance, die Creme de la Creme der größten Fußballtalente aus aller Welt zu fördern. Eine größere Herausforderung gibt es nicht." Wenger trainiert die "Gunners" seit 1996 und führte das Team in diesem Jahr erstmals ins Champions-League-Finale. Dort trifft Arsenal morgen in Paris (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf den spanischen Meister FC Barcelona.

Auf der Suche nach Karten für diese Begegnung haben zwei Fans in Paris zu drastischen Mitteln gegriffen. Die unbekannten Männer stürmten bewaffnet in eine Ratssitzung im Stadtteil St. Denis, wo die Teams morgen im Stade de France aufeinandertreffen. Sie bedrohten die anwesenden Stadträte und forderten mit den Worten "Wir wollen Tickets", den Bürgermeister sprechen zu dürfen. Nachdem die Geiseln glaubhaft versichern konnten, keine Tickets zu haben und der Bürgermeister nicht gefunden werden konnte, flüchteten die Täter aus dem Gebäude. Offenbar hatten sie darauf gesetzt, Karten aus dem Kontingent der Stadtvertreter für die begehrte Partie ergattern zu können. Die Polizei nahm die Verfolgung der Männer auf, wollte sich zunächst aber nicht weiter zu dem Vorfall äußern.

Der Wechsel des ukrainischen Stürmerstars Andrej Schewtschenko vom AC Mailand zum FC Chelsea ist nach Angaben von Chelseas Teammanager José Mourinho noch lange nicht beschlossene Sache. "Das wird sehr schwierig", sagte Morinho: "Mailand ist ein starker Club, und sie sind nicht gezwungen, gute Spieler verkaufen zu müssen." Chelseas Geschäftsführer Peter Kenyon hatte die Chancen auf einen Transfer zuvor auf 50:50 beziffert. Der Marktwert des Angreifers, der bei Milan noch bis 2009 unter Vertrag steht, wird derzeit auf mindestens 50 Millionen Euro taxiert.

Bernd Schuster, Trainer des spanischen Erstligisten FC Getafe, übernimmt nicht das ihm angebotene Traineramt beim spanischen Pokalsieger Espanyol Barcelona. Der Coach hat das Angebot der Katalenen abgelehnt. "Ich bin bei Getafe bereits mitten in der Vorbereitung auf die nächste Saison", sagte Schuster.

pav/sid



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