Kurzpässe Irureta geht, Robben fällt aus

Vierter Trainer in einer Saison: Javier Irureta tritt bei Real Saragossa zurück und wird durch den Coach eines Drittligisten ersetzt. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer ist gegen den Videobeweis, Real Madrid muss auf Arjen Robben verzichten und tröstet sich mit einer eigenen Formel-1-Strecke.


Hamburg - Der Trainer des spanischen Erstligisten Real Saragossa, Javier Irureta, hat nach nur sechswöchiger Amtszeit seinen Rücktritt erklärt. Als Nachfolger verpflichtete der Tabellen-17. der Primera División nach Presseberichten Manolo Villanova, der bisher in Diensten des Drittligisten SD Huesca gestanden hatte. Der 64-Jährige ist bei Saragossa bereits der vierte Coach in der laufenden Saison.

Stürmer Robben (l.): Erneute Zwangspause
REUTERS

Stürmer Robben (l.): Erneute Zwangspause

Mit Irureta hatte Saragossa vier von sechs Ligaspielen verloren und war in die Nähe der Abstiegszone abgerutscht. "Nach vier Niederlagen kann ich bei den Spielern nichts mehr bewegen", begründete Irureta seinen Rücktritt.

Saragossas Ligakonkurrent Real Madrid hat indes andere Sorgen. Wie der Tabellenführer heute mitteilte, wird Stürmer Arjen Robben dem Club voraussichtlich vier Wochen fehlen. Der niederländische Nationalspieler erlitt beim 3:2-Sieg des Teams von Trainer Bernd Schuster am Samstag in Huelva einen Bänderriss im linken Fußgelenk. Damit ist die Verletzung des Stürmers schlimmer als angenommen. Die Mannschaftsärzte hatten zunächst nur eine Dehnung festgestellt. Robben erlitt die Verletzung bei einem rüden Foul seines Gegenspielers Quique Alvarez.

Ob die Pläne von Real Madrid für den Ausbau des Trainingszentrums hilfreich für die Genesung des Spielers sein werden, ist fraglich: Der Rekordmeister wird sein ohnehin schon größtes Trainingsgelände der Welt um eine Formel-1-taugliche Rennstrecke und einen Golfplatz erweitern. Die Rennstrecke, die unter anderem von der Formel 1 als Teststrecke genutzt werden soll, sowie der Golfplatz sollen bis 2013 fertiggestellt werden. Über die Kosten für das neue Projekt machten die "Königlichen" keine Angaben.

2005 war das 90 Millionen Euro teure Trainingsgelände von Real in Valdebebas im Nordosten der Metropole mit einem Hotel, Restaurants, Shops und einem Stadion mit der Kapazität von 25.000 Zuschauern eröffnet worden.

Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat sich gegen die Einführung des Videobeweises im deutschen Profi-Fußball ausgesprochen. "Ich halte ehrlich gesagt gar nichts davon. Dann haben wir nur noch mehr Diskussionen als ohnehin schon", sagte der Unparteiische.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Markus Merk sieht Kinhöfer in dem technischen Hilfsmittel keine Hilfe: "Dann überprüfen wir bald jeden Einwurf und jede Ecke. Das bringt nichts", sagte der 39-Jährige. Dagegen hält Kinhöfer den Chip im Ball im Gegensatz zum Videobeweis als Hilfe bei Torentscheidungen für sinnvoll: "Das wäre für uns eine große Hilfe."

Unterdessen hat Merk in einem 30-seitigen Konzept konkrete Vorschläge zur Anwendung des Videobeweises ausgearbeitet. So plädiert der 45-Jährige unter anderem für ein Vetorecht für Trainer und Referees. Diese sollen nach Merks Vorstellungen je zweimal während einer Partie die Überprüfung einer strittigen Szene verlangen können. "Das wird Fußball für alle gerechter machen", sagte der Schiedsrichter in einem Interview der "Rhein-Neckar-Zeitung". Ein dreiköpfiges neutrales Gremium solle dann nach Begutachtung der Szene per Video "innerhalb von ein paar Sekunden" entscheiden.

Der Hamburger SV muss mehrere Wochen auf seinen Mittelfeldspieler Romeo Castelen verzichten. Der Niederländer musste sich gestern einer Arthroskopie im rechten Knie unterziehen und darf das Gelenk in den kommenden Wochen nicht belasten. Bei dem Eingriff in Rotterdam wurde dem 24-Jährigen ein Knorpelstück entfernt. "Er wird voraussichtlich ein sechswöchiges Reha-Programm absolvieren müssen", sagte HSV-Physiotherapeut Uwe Eplinius.

Castelen hatte im letzten Testspiel vor dem Rückrundenstart Ende Januar gegen den dänischen Club FC Midtjylland (2:0) einen Tritt auf das Knie erhalten und war seitdem nicht mehr zum Einsatz gekommen.

Seine demonstrative Geste gegen Trainer Bruno Labbadia hat Stürmer Stefan Reisinger vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth eine Geldstrafe von 2000 Euro beschert. Der Angreifer hatte sich am Freitag nach seinem 2:2-Ausgleichstor gegen den 1. FC Köln unmissverständlich über seine späte Einwechslung beschwert. Für sein "unsportliches und respektloses Verhalten" müsse Reisinger die Geldstrafe zahlen, teilte der Verein heute mit. Der Angreifer entschuldigte sich bei Trainer Labbadia: "Das war nicht in Ordnung von mir und tut mir im Nachhinein außerordentlich leid."

chp/sid/dpa



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