SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

21. Oktober 2009, 12:29 Uhr

Kurzpässe

Jones-Wechsel perfekt, Rummenigges Bleiben auch

Bayerische Beständigkeit: Karl-Heinz Rummenigge bleibt bis Ende 2011 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. Die Nationalmannschaft der USA kann bei der Weltmeisterschaft 2010 auf Jermaine Jones setzen. Ricardo Osorio möchte den VfB Stuttgart verlassen.

Hamburg - Bundesliga-Profi Jermaine Jones vom FC Schalke 04 kann bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika für die USA auflaufen. Der Weltverband Fifa genehmigte am Mittwoch den Verbandswechsel des 27-Jährigen, der künftig für die US-Auswahl statt für die deutsche Nationalmannschaft spielen wird. Jones hat die deutsche Staatsbürgerschaft und die der USA. Da er für die DFB-Auswahl im Jahr 2008 lediglich in drei Freundschafts-Länderspielen eingesetzt worden war, hat er gemäß den Fifa-Statuten die Möglichkeit, künftig für die USA zu spielen. Bundestrainer Joachim Löw hatte die Entscheidung von Jones im Juni "zur Kenntnis genommen" und sie akzeptiert.

Karl-Heinz Rummenigge bleibt für weitere zwei Jahre Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München. "Ich habe meinen Vertrag bis Ende 2011 verlängert", bestätigte der 54-Jährige auf der Champions-League-Reise des deutschen Rekordmeisters nach Bordeaux. Damit ist trotz des Ausscheidens von Manager Uli Hoeneß aus dem Vorstand Ende November für Kontinuität an der Spitze der Bayern-AG gesorgt. Hoeneß soll auf der Mitgliederversammlung am 27. November Franz Beckenbauer als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzenden ablösen. Einen Nachfolger im bislang dreiköpfigen Bayern-Vorstand wird es nicht sofort geben.

Trotz seines Einsatzes gegen den FC Sevilla will Ricardo Osorio den Bundesligisten VfB Stuttgart weiterhin verlassen. "Ich habe eine gute Chance bekommen, mich in der Champions League zu zeigen. Aber ich bin nicht mehr 20 und möchte regelmäßig spielen", sagte der Verteidiger nach der Partie am Mittwochabend. Der 29-Jährige möchte nicht in sein Heimatland Mexiko zurückkehren, sondern in Europa bleiben. "Vielleicht gehe ich nach Italien, vielleicht nach Spanien, das muss ich sehen", sagte Osorio. Der Mexikaner hatte gegen Sevilla zum ersten Mal seit dem 15. März wieder in der Startelf des VfB gestanden. In den vergangenen Monaten hatten stets Christian Träsch oder Stefano Celozzi den Vorzug auf der rechten Abwehrseite erhalten. Osorios Vertrag in Stuttgart läuft nach dieser Saison aus. Ob er den Verein erst dann verlassen will oder bereits in der Winterpause, ließ er offen.

Ailton hat ein Engagement beim ehemaligen Bundesligisten KFC Uerdingen ausgeschlossen. "Niemals" gehe er in die 6. Liga, sagte der 36-Jährige Brasilianer dem "Express". Deutschland sei ein tolles Land, "aber 6. Liga - nie im Leben", so der ehemalige Erstliga-Torschützenkönig. Mit dem Uerdinger Vereinsvorsitzenden Agissilaos Kourkoudialos habe er nie gesprochen, sagte Ailton. Kourkoudialos stellte dies in Abrede und sagte, selbstverständlich habe er mehrfach mit Ailton Kontakt gehabt. Der KFC Uerdingen, der in der sechstklassigen Niederrheinliga spielt und an zweiter Position der Tabelle liegt, will Ailton für eineinhalb Jahre verpflichten. Kourkoudialos meinte, der Profi habe "bereits ein sehr konkretes finanzielles Angebot" erhalten.

Der frühere englische Nationalspieler Gareth Southgate ist vom Zweitligisten FC Middlesbrough entlassen worden. Wenige Stunden nach einem 2:0-Sieg gegen Derby County gab der Uefa-Cup-Finalist von 2006 die Trennung von seinem Teammanager und ehemaligen Kapitän Southgate bekannt. "Das war die schwierigste Entscheidung, die ich im Fußball jemals getroffen habe", sagte Geschäftsführer Steve Gibson. "Denn Gareth Southgate hat als Kapitän und Teammanager unter schwierigen Umständen Phantastisches für Middlesbrough geleistet." Southgate absolvierte mehr als 200 Spiele für den Verein, das Amt des Teammanagers hatte der 57-malige Nationalspieler im Juni 2006 übernommen. Middlesbrough belegt derzeit den vierten Platz und hatte vor dem Sieg gegen Derby drei Heimspiele in Serie verloren.

Der italienische Erstligist FC Bologna hat seinen Trainer Giuseppe Papadopulo entlassen. Clubpräsident Renzo Menarini reagierte damit auf den enttäuschenden Saisonstart des siebenmaligen Meisters, der lediglich eines der ersten acht Spiele gewonnen hatte und mit sechs Punkten auf einem Abstiegsplatz rangiert. Papadopulo, langjähriger Serie-A-Profi, wird durch Franco Colomba ersetzt, der am Mittwoch schon das Training leitete. Erst am Montag hatte der Ligarivale AS Livorno seinen Teamchef Gennaro Ruotolo entlassen.

met/sid/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung