Kurzpässe Juve will Frings, Transferverbot für Mailänder Clubs

Nach Miroslav Klose wird ein weiterer Bremer Spieler von Juventus Turin umworben. Etliche Topclubs der Serie A dürfen dagegen keine neuen Spieler verpflichten. Schalke 04 will den Vertrag von Altintop verlängern. Ein Niederländer bleibt bis 2008 Torwart bei Manchester United.


Hamburg - Italiens Rekordmeister Juventus Turin hat seine Fühler angeblich auch nach Nationalspieler Torsten Frings von Werder Bremen ausgestreckt. Das berichtet die italienische Sporttageszeitung "Tuttosport". Der Tabellenführer der Serie B, der nach seinem Zwangsabstieg die direkte Rückkehr ins Oberhaus anstrebt, hatte zuvor bereits sein Interesse an Bremens Torjäger und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose bekundet. Die Juve-Manager, die ihre Mannschaft für die kommende Saison beträchtlich verstärken wollen, sollen angeblich in beiden Fällen bei Werder schon angefragt haben. Dabei soll Werder im Tausch für Klose neben einer hohen Ablöse der kroatische Nationalspieler Robert Kovac angeboten worden sein, der angeblich gern nach Deutschland zurückkehren würde. Neben dem früheren Bayern soll im Zuge dieses Geschäfts auch Stürmer Fabrizio Miccoli von Turin an die Weser wechseln.

Bremer Frings: Juventus Turin am Mittelfeldspieler interessiert
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Bremer Frings: Juventus Turin am Mittelfeldspieler interessiert

Zwölf Vereine der italienischen Serie A dürfen im Januar aufgrund ihrer wirtschaftlichen Schieflage im Januar keine Transfers tätigen. Das teilte die Buchprüfungsgesellschaft Covisoc mit, die die Bilanzen der italienischen Profiklubs überprüft. Nur acht Teams (Atalanta, Catania, Empoli, Livorno, Palermo, Parma, Torino und Reggina) erfüllten nach einem Bericht der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" die Auflagen, nach denen die Verschuldung des Vereins nur ein Drittel der Einnahmen betragen darf. Zu den Clubs, die in der kommenden Transferperiode nicht aktiv werden dürfen, zählen unter anderem Tabellenführer Inter Mailand, der AC Mailand sowie die römischen Spitzenklubs AS und Lazio Rom.

Schalke 04 hat dem von mehreren ausländischen Klubs umworbenen Hamit Altintop eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrages bis 2011 angeboten. Der Kontrakt des 24-jährigen türkischen Nationalspielers, der unter anderem auf der Wunschliste von Fenerbahce Istanbul steht, läuft zum Ende dieser Saison aus. "Unser Interesse ist sehr groß, ihn langfristig an uns zu binden", sagte Schalkes Manager Andreas Müller. Dagegen hat der Club von einer Verpflichtung des Brasilianers Alcides Abstand genommen. Der 21-jährige Verteidiger von Benfica Lissabon hatte in der Saison 2003/04 sechs Bundesligaspiele für die Gelsenkirchener bestritten, nachdem er von seinem vorherigen Verein Esporte Clube Vitória Bahia zunächst für ein Jahr ausgeliehen worden war. Seinerzeit war Alcides wegen zu hoher Ablöseforderungen nicht verpflichtet worden. Nach Angaben von Müller sprachen die "wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" gegen eine Rückholaktion.

Der niederländische Nationaltorhüter Edwin van der Sar wird seinen Vertrag beim 15-maligen englischen Meister Manchester United um ein weiteres Jahr bis 2008 verlängern. Der 36-Jährige einigte sich mit dem Spitzenreiter der Premier League über alle Details des neuen Vertrages, der nach Angaben des Clubs in der kommenden Woche unterschrieben wird. "Er war ein phantastischer Neuzugang, und er verdient einen neuen Vertrag, weil er eine Persönlichkeit mit viel Erfahrung ist und uns weitergebracht hat", erklärte ManU-Teammanager Alex Ferguson. Manchester bleibt damit auch seiner Linie treu, Spielern jenseits der 30 Jahre nur noch Einjahresverträge zu geben. Van der Sar kam 2005 vom FC Fulham nach Old Trafford.

Lazio Rom plant den Rückzug von der Mailänder Börse. Claudio Lotito, Chef des italienischen Erstligisten, hat bereits den Rückkauf aller Aktien in die Wege geleitet. Um die Einstellung der Börsennotierung zu bewirken, will Lotito ein Angebot für den Rückkauf des 100-Prozent-Aktienpakets vorlegen. Derzeit hält er selbst einen 30-prozentigen Anteil an dem Club. Die Rückkauf-Operation wird ihn nach Angaben italienischer Medien rund 15 Millionen Euro kosten. Seit der Erstnotierung haben die Lazio-Aktien einen Großteil ihres Wertes verloren. Sieben Jahre lang war der Club notiert. Lazio war 1999 der erste italienische Fußball-Verein, der den Gang an die Mailänder Börse unternommen hatte. Lotito war wegen Verwicklungen in den Manipulationsskandal zu einer zweieinhalbjährigen Berufssperre verurteilt worden. Die Strafe wurde diese Woche vom Schlichtungskomitee des Nationalen Olympischen Komitees auf vier Monate reduziert. Damit darf sich Lotito wieder offiziell im italienischen Profi-Fußball engagieren.

mt/sid



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