Kurzpässe Keine Sperre für Podolski

Die Fifa lässt ihn straffrei ziehen, dennoch kommt Lukas Podolski nach seinem Handstreich gegen Michael Ballack nicht ungeschoren davon. In Schottland hat eine Eskapade für zwei Nationalspieler weitaus schlimmere Folgen. Die deutsche U17 freut sich dank Matthias Sammer.


Hamburg - Nationalspieler Lukas Podolski muss nach seiner Ohrfeige gegen Michael Ballack im WM-Qualifikationsspiel in Wales (2:0) keine Sperre seitens des Weltverbandes Fifa befürchten. "Wir haben alles ausgewertet: den Bericht des Schiedsrichters und den Bericht des Spielkommissars. Nach Untersuchung der bislang vorliegenden Informationen liegen keine Anzeichen vor, die ein weiteres Vorgehen in der genannten Auseinandersetzung erfordern", teilte die Fifa auf Anfrage mit.

Nach einem Wortgefecht hatte Podolski in der 67. Minute die Beherrschung verloren und Ballack mit seiner rechten Hand auf die linke Wange geschlagen. Sanktionen durch den DFB wird es ebenfalls nicht geben, die Spieler haben sich nach dem Vorfall ausgesprochen. Eine Folge hatte der Ausfall dennoch: Podolski kündigte an, 5000 Euro für eine Fair-play-Aktion des DFB zu spenden.

Ihr Saufgelage zu nächtlicher Stunde kommt die beiden schottischen Nationalspieler Barry Ferguson und Allan McGregor weiter teuer zu stehen. Nach dem Rauswurf aus dem Team der Bravehearts zog jetzt auch der Club der beiden Freizeittrinker die Konsequenzen: Rekordmeister Glasgow Rangers suspendierte das Duo für zunächst zwei Wochen, Ferguson verlor wie in der Nationalmannschaft zudem das Kapitänsamt.

Über mögliche weitere Schritte wollte Clubchef Martin Bain nach einem Gespräch mit den "Sündern" entscheiden. Ferguson und Torwart McGregor waren vom schottischen Verband SFA am vergangenen Mittwoch kurz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Island (2:1) aus dem Kader gestrichen worden, weil sie sich nach dem 0:3 am Samstag gegen die Niederlande bis in die Morgenstunden im Teamhotel betrunken hatten. Ferguson und McGregor verfolgten das Island-Spiel von der Bank aus - und machten die Sache noch schlimmer, indem sie obszöne Gesten zeigten. Laut Rangers-Teammanager Walter Smith war dies der Grund für die harte Reaktion des Vereins. "Sie haben ein schlechtes Bild abgegeben", sagte er. Verteidiger David Weir wird die Kapitänsbinde bei den Rangers von Ferguson übernehmen.

Matthias Sammer hat sich für das deutsche U17-Nationalteam als glückbringender Offizieller erwiesen. Bei der Auslosung für die Heim-EM (6. bis 18. Mai) zog der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Leipzig die Türkei, England und die Niederlande als deutsche Gegner. In der Gruppe A treffen Titelverteidiger Spanien, Vize-Europameister Frankreich, Italien und die Schweiz aufeinander. Die beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen ins Halbfinale ein. Die Auswahl von DFB-Trainer Marco Pezzaiuoli trifft im Eröffnungsspiel in Erfurt auf die Türkei. Das Finale, für das bereits 20.000 Karten verkauft wurden, findet in Magdeburg statt. Die seit 2002 ausgetragene U17-EM ist der Nachfolger des U16-Turniers und wird in diesem Jahr in zwölf Stadien in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ausgespielt. Zudem qualifizieren sich die drei besten Teams jeder Gruppe für die U17-WM Ende Oktober in Nigeria.

Im Prozess um Korruption im polnischen Fußball ist der Ex-Präsident des Erstligisten Arka Gdynia, Jacek Milewski, am Freitag zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Breslau befand den 41-Jährigen für schuldig, von 2003 bis 2006 eine kriminelle Vereinigung geleitet zu haben. Er und andere Mitglieder der Gruppe hätten jahrelang Schiedsrichter und Beobachter des Polnischen Verbandes PZPN bestochen, um Arka Vorteile zu verschaffen. Der als Drahtzieher geltende Ryszard Forbrich muss für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Das Gericht blieb damit unter den Forderungen des Staatsanwalts, der sieben und sechseinhalb Jahre gefordert hatte.

fpf/sid/dpa



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