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16. Oktober 2007, 11:52 Uhr

Kurzpässe

Kirch-Vertrag schon unterschrieben, Hitzfeld will unterschreiben

Der TV-Vertrag der DFL mit dem umstrittenen Medienunternehmer Leo Kirch ist bereits unterzeichnet. Ottmar Hitzfeld will mit dem FC Bayern reden, aber vielleicht woanders unterschreiben. In Rostock demonstrieren Fans für traditionelle Werte und Farben.

Hamburg - Das ging schnell: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den mit drei Milliarden Euro dotierten und ab 2009 über einen Zeitraum von sechs Jahre laufenden TV-Vermarktungskontrakt mit dem Münchner Medienunternehmer Leo Kirch bereits unterzeichnet. "Die DFL-Geschäftsführung hat nach Konsultation des Ligavorstandes den Vertrag unterschrieben, um den weiteren Fortgang des Projekts nicht zu gefährden", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball im Interview mit der "Sport Bild".

Trainer Hitzfeld: Die erste oder die zweite Option?
AFP

Trainer Hitzfeld: Die erste oder die zweite Option?

Gleichzeitig erklärte der Rechtsanwalt, dass er einer juristischen Überprüfung der Abstimmung über den Vertrag auf der Mitgliederversammlung der Liga in der vergangenen Woche keine Erfolgsaussichten einräumt. "Die Abstimmung hält juristisch vollständig stand, weil eine formale Zustimmung der Vollversammlung nach den Statuten überhaupt nicht erforderlich ist", sagte Rauball, "wir haben schließlich keine Rechte übertragen, sondern lediglich einen Dienstleister eingeschaltet."

Die DFL hatte die Vermarktung der Bundesliga-TV-Rechte an die Kirch-Agentur Sirius übertragen. Die aufgekommene Kritik vom Vorstandsvorsitzenden des Hamburger SV, Bernd Hoffmann, und Ex-Liga-Präsident Wolfgang Holzhäuser von Bayer Leverkusen, wonach die Entscheidung unter Zeitdruck zustandegekommen sei, kann Rauball "nicht nachvollziehen".

Nach den Spekulationen über seine Zukunft als Trainer hat Ottmar Hitzfeld den FC Bayern München zu seiner ersten Option erklärt. "Die erste Anlaufstation ist natürlich Bayern München, und dann sieht man weiter", sagte Hitzfeld am Montagabend in der TV-Sendung "Blickpunkt Sport". Der 58-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, hatte am Wochenende mit einem Interview in der Schweiz die dortige Nationalmannschaft als neue Aufgabe für ihn ins Gespräch gebracht. Wenn Hitzfelds Vertrag in München 2008 ausläuft, beendet auch der derzeitige Nationaltrainer Jakob Kuhn sein Engagement.

Die Vereinigung "Fanszene Rostock" und die Initiative "Unser Ostseestadion" haben zu einer Demonstration für den Erhalt von Traditionen und Werten beim Fußball-Bundesligisten FC Hansa Rostock aufgerufen. Wie die Organisatoren heute mitteilten, soll ein Protestzug am Samstag vor dem Heimspiel der Rostocker gegen den FC Schalke 04 durch die Hansestadt ziehen.

Hintergrund der Aktion sei die Umbenennung des Ostseestadions in DKB-Arena zum Saisonstart. Hansa Rostock soll für den Verkauf der Namensrechte für zehn Jahre rund 15 Millionen Euro kassiert haben. Nach Aussagen der Organisatoren soll mit der Demonstration erreicht werden, dass der FC Hansa Rostock trotz des finanziellen und sportlichen Drucks sein Gesicht und seine Einzigartigkeit bewahrt und auf traditionelle Werte wie Namen und Vereinsfarben achtet.

Die Rostocker SPD-Politikerin Claudia Naujoks hat sich gleichzeitig für eine Kleiderordnung bei Heimspielen des FC Hansa ausgesprochen. So sollen Mode-Marken, die dem rechten Milieu zugeordnet werden, im Stadion verboten werden. Die Stadionordnung soll demnach zukünftig vorsehen, dass Kleidungsstücke der Marken "Thor Steinar", "Landser", "Masterrace", "Ultimate Thule" und "Consdaple" nicht getragen werden dürfen. Bei anderen Vereinen wie Borussia Dortmund, dem Hamburger SV, oder dem FC St. Pauli gilt ein entsprechendes Verbot bereits.

all/sid/dpa

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