Kurzpässe Klinsmann erwartet Hoffenheim in der Champions League

Bayerische Prognose: Münchens Coach Jürgen Klinsmann sieht Herbstmeister Hoffenheim kommende Saison im Konzert der Großen mitspielen. Paul Ince ist in Blackburn entlassen worden, Wayne Rooney muss keine Sperre fürchten, Krassimir Balakow hat einen neuen Job.


Hamburg - Bayern-Coach Jürgen Klinsmann traut Sensations-Herbstmeister 1899 Hoffenheim auch in Europa viel zu und sieht die übrigen Bundesliga-Vereine gefordert, mehr für die Fitness zu tun, um international wieder konkurrenzfähig zu werden. "Die Hoffenheimer werden uns bestimmt in die Champions League begleiten. Die Mannschaft hat bereits internationales Format", sagte Klinsmann der "Bild"-Zeitung. In dieser Saison sei er "traurig", dass aus England und Spanien vier sowie aus Italien drei Clubs das Achtelfinale der Champions League erreicht haben, "und wir stehen als einzige Deutsche da".

Bayer-Coach Klinsmann: Hoffenheim "internationales Format" bescheinigt
AP

Bayer-Coach Klinsmann: Hoffenheim "internationales Format" bescheinigt

Dass diese schlechte Bilanz allein auf geringere TV-Einnahmen zurückzuführen sei, hält Klinsmann für "zu einfach". "Villareal, Lissabon oder Athen, die alle weitergekommen sind, haben auch keine Super-Stars", sagte der Bayern-Trainer: 'Wir haben in Deutschland einfach Aufholbedarf, müssen intensiver arbeiten. Fitness ist die Basis, um mithalten zu können." Dass die Konkurrenz in Europa Franck Ribéry weglocken könnte, glaubt der ehemalige Bundestrainer indes nicht. Der französische Mittelfeldstar brauche das Münchner "Wohlfühl-Umfeld", er habe hier alles, was er für Höchstleistungen benötige. "Ich habe keine Angst, dass er uns verlässt. Ein Wechsel wäre auch für ihn ein Risiko", sagte Klinsmann. Ribéry steht noch bis 2011 bei den Bayern unter Vertrag.

Der frühere englische Nationalspieler Paul Ince ist als Trainer des Premier-League-Clubs Blackburn Rovers entlassen worden. Der 41-Jährige musste nach elf sieglosen Spielen und sechs Niederlagen in Serie am Dienstag seinen Platz beim Tabellenvorletzten räumen. Am Samstag hatten die Rovers, bei denen der ehemalige Bayern-Profi Roque Santa Cruz unter Vertrag steht, 0:3 bei Wigan Athletic verloren. Ince hatte das Traineramt in Blackburn erst im Juni übernommen. Es war seine erste Station bei einem Erstligisten. Er war der erste dunkelhäutige Brite, der als Chefcoach in der Premier League arbeitete. Als mögliche Nachfolger werden Ex-Coach Graeme Souness, mit dem Blackburn 2002 den Ligapokal gewinnen konnte, und Sam Allerdyce gehandelt.

Mittelfeldspieler Francisco Copado wird Tabellenführer 1899 Hoffenheim in der Winterpause verlassen. Der 34 Jahre alte Fußballprofi hat seinen bis 2010 laufenden Vertrag beim Aufsteiger aufgelöst, wie der Verein am Dienstag mitteilte. "Paco äußerte uns gegenüber den Wunsch, sich sportlich, aber auch im Hinblick auf seine beruflichen Perspektiven nach der aktiven Karriere noch einmal neu zu orientieren", sagte Manager Jan Schindelmeiser. "Aufgrund seiner Leistungen und Verdienste in den vergangenen zwei Jahren war es für uns selbstverständlich, diesem Wunsch zu entsprechen." Copado war in dieser Saison nur sechsmal eingewechselt worden und hatte beim 3:0 gegen Arminia Bielefeld per Foulelfmeter sein einziges Tor erzielt. Er war im August 2006 von Eintracht Frankfurt zum damaligen Regionalligisten gekommen. In insgesamt 66 Partien für Hoffenheim erzielte er 25 Treffer.

Manchester Uniteds Stürmer Wayne Rooney muss nach seinem Tritt auf die Brust eines Gegenspielers in der Champions-League-Partie gegen Aalborg BK (2:2) nicht mit einer Bestrafung rechnen. Die Europäische Fußball-Union Uefa teilte mit, dass die Aktion des englischen Nationalspielers gegen den Dänen Kasper Risgard am vergangenen Mittwoch als "unbeabsichtigt" bewertet wird. Rooney kann damit für Manchester im Achtelfinale im Februar und März zum Einsatz kommen.

Krassimir Balakow, ehemaliger Bundesliga-Profi des VfB Stuttgart, kehrt als Trainer in seine Heimat Bulgarien zurück und übernimmt den Erstligisten Chernomorets Burgas. Der 42-Jährige tritt dort die Nachfolge von Dimitar Dimitrow an. Balakow, der 1995 und 1997 zu Bulgariens Fußballer des Jahres gewählt wurde und 92 Länderspiele bestritt, führte das Nationalteam 1994 ins WM-Halbfinale. Mit Stuttgart erreichte er 1998 das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger (0:1 gegen den FC Chelsea). Nach seiner Zeit als Assistent des damaligen Stuttgarter Chef-Coaches Felix Magath übernahm er 2006 (bis Mai 2007) hauptverantwortlich den Schweizer Erstligisten Grasshoppers Zürich. Im Oktober 2007 wechselte Balakow schließlich zum FC St. Gallen, wo er seine Tätigkeit im Sommer dieses Jahres beendete.

fsc/sid/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.