Kurzpässe Lahms Fuß in Gips, Hecking macht Hanke Beine

Philipp Lahm hat sich beim Bayern-Sieg in der Champions League gegen Florenz am Fuß verletzt und fällt vorerst aus. In Hannover sowie auf Schalke sorgen die Stürmer Mike Hanke und Kevin Kuranyi für Wirbel. Dem Kölner Ümit Özat geht es besser.


Hamburg - Der FC Bayern München hat den 3:0-Erfolg gegen den AC Florenz in der Champions League mit der Verletzung von Philipp Lahm bezahlt. Wegen einer Blessur am Sprunggelenk wurde der rechte Fuß des Nationalverteidigers am Mittwoch eingegipst und muss vorerst eine Woche ruhig gestellt werden.

Bayern-Verteidiger Lahm (r.): Eine Woche Gips
DDP

Bayern-Verteidiger Lahm (r.): Eine Woche Gips

"Wir hoffen, dass es nicht so langwierig ist, aber die nächsten zwei, drei Spiele planen wir mal ohne ihn", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Ausfall des einzigen Linksverteidigers im Kader. Er könne den 24-Jährigen "auf dieser Position nicht gleichwertig ersetzen". Lahm fällt zumindest für die Bundesliga-Spiele gegen den VfL Wolfsburg am Samstag und bei Eintracht Frankfurt in einer Woche, vermutlich aber wohl länger aus.

Dieter Hecking, Trainer von Hannover 96, hat auf die Unzufriedenheit seines Stürmers Mike Hanke reagiert. Der Ex-Nationalspieler hat seinen Stammplatz bei den Niedersachsen verloren. "Er soll Gas geben. Das will ich sehen. Dann wird er auch wieder spielen", sagte Hecking nach dem Mittwoch-Training. Torjäger Hanke, im Vorjahr mit zehn Toren erfolgreichster 96-Profi, hatte mit den Worten "Ich habe einen Hals" seinem Ärger Luft gemacht. Derzeit ist für Hecking der Finne Mikael Forsell im Sturm die Nummer eins.

Im Streit um die 50+1-Regelung droht Hannover 96 der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit einer Klage. Am vergangenen Donnerstag war dem Verein von der DFL mitgeteilt worden, dass der DFL-Vorstand eine von 96 seit Jahren gewünschte Änderung der Regelung ablehnt. "Sollte diese Entscheidung durch den Ligaverband bestätigt werden, wird Hannover 96 ohne Zeitverlust eine gerichtliche Klärung der bestehenden 50+1-Regelung und den damit verbundenen, ansonsten nicht bekannten Beschränkungen der Wirtschaftsordnung vornehmen lassen", kündigte der wirtschaftliche Träger des Bundesligisten, die Hannover 96 GmbH und Co. KGaA, in einer Pressemitteilung an.

Der FC Schalke 04 muss zum Auftakt der Uefa-Pokal-Gruppenphase gegen Paris St. Germain an diesem Donnerstag (18.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ohne Linksverteidiger Christian Pander auskommen. Der Nationalspieler leidet unter einem Bluterguss in der Wade. Der Brasilianer Rafinha (Prellung) kann dagegen wohl mitwirken, teilte Trainer Fred Rutten am Mittwoch in Gelsenkirchen mit. Fraglich ist dagegen der Einsatz von Mladen Krstajic (Knieprellung).

Der VfB Stuttgart hat die Spekulation über eine mögliche Rückkehr von Kevin Kuranyi dementiert. "Ich hatte weder mit ihm noch mit Schalke Kontakt", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt vor dem Abflug zum Uefa-Cup-Spiel am Donnerstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) beim FC Sevilla. Heldt räumte zwar ein, dass er mit den Beratern Kuranyis gesprochen habe, dabei sei es aber um andere, beim VfB aktive Spieler gegangen.

Kuranyi-Berater Karl-Heinz Förster bestätigte, dass es im September ein Gespräch mit VfB-Verwaltungssportchef Jochen Schneider gegeben habe, bei dem auch der Name Kuranyi gefallen sei. "Ich habe das Gefühl, dass der VfB darüber nachdenkt. Unter dem Motto: Wenn Gomez geht, ist Kuranyi für uns immer ein Thema", sagte Förster dem sid. Verhandlungen oder eine Anfrage des VfB bei Schalke gibt es bisher jedoch nicht, zumal Kuranyi einen Vertrag bis 2010 bei den Königsblauen hat.

Ümit Özats Genesungsprozess verläuft positiv. Dies gehe aus einem Zwischenbericht der Medizinischen Hochschule Hannover hervor, teilte der 1. FC Köln mit. In sechs Wochen werde bei Özat eine weitere begleitende Zwischenuntersuchung erfolgen. Der Spieler werde in dieser Zeit weiterhin medikamentös therapiert. "Ich freue mich, dass alles so gut läuft und werde weiterhin alles daran setzen, so schnell wie möglich wieder richtig gesund zu werden", sagte Özat. Der türkische Abwehrspieler war am 29. August beim 2:0-Sieg der Kölner in Karlsruhe bewusstlos zusammengebrochen. Ursache soll eine Herzmuskel-Entzündung gewesen sein.

Der Korruptionsskandal im polnischen Fußball zieht immer weitere Kreise. Am Mittwoch wurde der ehemalige Trainer der polnischen Nationalmannschaft, Janusz Wojcik, in seinem Haus in Warschau festgenommen. Der 54-Jährige müsse mit einer Anklage wegen Korruption in elf Fällen rechnen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Fernsehsender TVN24. Als Trainer des Erstligisten Swit Nowy Dwor Mazowiecki soll Wojcik Schmiergelder für Siege seiner Mannschaft gezahlt haben. "Das ist ein weiterer Schlag gegen den polnischen Fußball", sagte der Sprecher des Polnischen Fußball-Verbandes (PZPN), Zbigniew Kozminski.



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