Kurzpässe Larsson hört auf, Boateng verletzt sich

Eine Legende nimmt Abschied: Henrik Larsson beendet seine Karriere. Beim HSV hält das Verletzungspech an, diesmal erwischte es Neu-Nationalspieler Jérôme Boateng. Ein niederländischer Verein möchte gerne in Deutschland spielen, ein anderer hat große Geldsorgen.

Helsingborgs-Angreifer Larsson: Karriereende mit 38
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Helsingborgs-Angreifer Larsson: Karriereende mit 38


Hamburg - Der Schwede Henrik Larsson wird nach dem Saisonfinale in der nationalen Meisterschaft am 1. November seine Karriere beenden. "Ich bin mir jetzt hundertprozentig sicher. Ich bin 38, jetzt ist es genug. Dann werde ich nachdenken, was ich nach dem Fußball machen werde", sagte der 106-malige Nationalspieler am Dienstag.

Larsson bestritt sein letztes Länderspiel für die schwedische Nationalmannschaft am 10. Oktober bei der 0:1-Niederlage in der WM-Qualifikation in Dänemark. Am 1. November spielt der Stürmer mit dem aktuellen Tabellensechsten Helsingborgs IF am letzten Spieltag bei Elfsborg Boras. Chancen auf die Meisterschaft hat Helsingborg nicht mehr. Henrik Larsson hat in seiner Karriere bereits für Feyenoord Rotterdam, Celtic Glasgow, den FC Barcelona und Manchester United gespielt. Mit Barcelona gewann Larsson 2006 die Champions League, 1994 belegte er mit der Nationalmannschaft bei der WM in den USA Rang drei. 2001 sicherte sich Larsson den "Goldenen Ball" für den erfolgreichsten europäischen Torjäger.

Die Pechsträhne beim Bundesligisten Hamburger SV reißt nicht ab. Nationalspieler Jérôme Boateng verdrehte sich im Training am Dienstag ohne Fremdeinwirkung das linke Knie. Der 21-jährige Verteidiger musste daraufhin das Training abbrechen und begab sich zu Untersuchungen. Diese ergaben eine Bänderzerrung. Ein Einsatz des U21-Europameisters im Europa-League-Spiel bei Celtic Glasgow am Donnerstag (21.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) ist damit so gut wie ausgeschlossen.

Der niederländische Erstligist VVV Venlo hat seine Deutschland-Pläne noch nicht aufgegeben. Wie der niederländische Rundfunksender L1 am Dienstag berichtete, überlegt der Aufsteiger aus dem Grenzgebiet, ein Heimspiel in Deutschland auszutragen. Dabei denken die Clubverantwortlichen an das Spiel gegen PSV Eindhoven am 28. März 2010. Als mögliche Spielorte wurden Duisburg und Mönchengladbach genannt. Entsprechende Überlegungen laufen, bestätigte Venlos Direktor Marco Bogers. In der Vergangenheit waren entsprechende Bestrebungen am Veto der zuständigen deutschen Politik gescheitert. Nach dem Wiederaufstieg in die Ehrendivision ist das Venloer Stadion De Koel mit einem Fassungsvermögen von 7500 Zuschauern nahezu immer ausverkauft. Vor den Toren der Stadt soll bis 2012 ein neues Stadion mit einem Fassungsvermögen von mindestens 15.000 Zuschauern errichtet werden.

Der niederländische Meister AZ Alkmaar muss wieder um seine Existenz bangen. Vor dem Heimspiel in der Champions League am Dienstag gegen den FC Arsenal erklärte AZ-Eigentümer Dirk Scheringa, dass gegen die Dachgesellschaft DSB-Beheer das Konkursverfahren zum Wochenende eröffnet werde. Zur Dirk Scheringa-Verwaltungsgesellschaft gehört der Fußballclub, Scheringas Kunstkollektion und dessen Museum. Zuvor hatte ein Gericht in Amsterdam am Montag die Privatbank von Scheringa, der seit 1993 alleiniger AZ-Besitzer ist, für bankrott erklärt. Am Dienstag in der Champions League tritt AZ ohne Werbung auf den Trikots an, da DSB als Sponsor nicht mehr auf den Trikots erscheinen darf. AZ hat ein Budget von 40 Millionen, mindestens fünf Millionen Euro stammen aus Scheringas Kasse. Der Meister sucht dringend einen Investor, um Spielerverkäufe zugunsten der Gläubiger zu verhindern.

Der italienische Erstligist AS Livorno hat seinen Teamchef Gennaro Ruotolo entlassen. Der ehemalige Profi hatte den toskanischen Club zum Aufstieg geführt - da er aber keine A-Lizenz besaß, wurde ihm in der Serie A Vittorio Russo zur Seite gestellt, der nun ebenfalls um seinen Arbeitsplatz zittern muss.

Nach der Entlassung von Nationaltrainer Joel Santana bei WM-Gastgeber Südafrika deuten alle Anzeichen darauf hin, dass Santanas brasilianischer Landsmann und Vorgänger Carlos Alberto Parreira den Posten übernehmen wird. "Es gibt starke Anzeichen, dass sie die brasilianische Schule halten wollen, die sich perfekt an den südafrikanischen Fußball angepasst hat. Es gibt die Möglichkeit, dass ich eine Einladung erhalte. Ich wäre dazu geneigt, diese zu analysieren, falls es zutrifft", sagte Parreira. "Der Trainer, der das Amt übernimmt, muss die Sperre in den Köpfen der Spieler lösen." Santana hatte im April 2008 Parreira abgelöst, der Brasilien 1994 zum WM-Titel geführt hatte. Parreira verzichtete aus privaten Gründen auf ein weiteres Engagement, nachdem seine Ehefrau schwer erkrankt war.

luk/sid/dpa



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