Kurzpässe Leverkusen offiziell "Vizekusen", Hertha schreibt Protestbrief

Bayer Leverkusen hat sich den Titel "Vizekusen" beim Patentamt gesichert - aber auch für den Fall der Meisterschaft vorgesorgt. Hertha protestiert gegen Schiedsrichter-Fehlentscheidungen. Emmanuel Adebayor will nach dem Terroranschlag auf seine Nationalmannschaft nicht mehr für Togo spielen.

Bayern-Fans beim Spiel in Leverkusen: Deutliche Nachricht an die Konkurrenz
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Bayern-Fans beim Spiel in Leverkusen: Deutliche Nachricht an die Konkurrenz


Hamburg - Für die gegnerischen Fans ist es ein Schmähruf, doch Bayer Leverkusen lässt sich bald auch offiziell als "Vizekusen" bezeichnen. Den wenig schmeichelhaften Titel haben sich die Rheinländer beim Deutschen Patent- und Markenamt geschützt - unter anderem für Fahnen und Wimpel, Schals oder auch Christbaumschmuck. "Unser Saisonziel ist es nicht, immer Zweiter zu werden", betonte Bayer-Kommunikationschef Meinolf Sprink. Ob die Bezeichnung in Zukunft auch für Werbekampagnen oder Fan-Artikel genutzt werden soll, sei noch offen.

Seit 1997 hat Leverkusen eine stolze Sammlung an zweiten Plätzen gesammelt. Viermal gab es den Vizetitel in der Meisterschaft, zwei Finalniederlagen setzte es im DFB-Pokal, eine in der Champions League. Im Jahr 2002 wurde der Mythos "Vizekusen" dabei manifestiert: Binnen zwölf Tagen verpasste Bayer gleich drei Titelchancen. Auch für den Fall der Fälle sorgt Bayer vor. Am gleichen Tag wie "Vizekusen" hat Leverkusen noch eine Marke schützen lassen: "Meisterkusen".

Der Tabellenletzte Hertha BSC Berlin sieht sich im Abstiegskampf der Bundesliga aufgrund von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter benachteiligt und hat einen Protestbrief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschrieben. Nach Rechnung der Berliner hätten Fehlentscheidungen der Unparteiischen allein in den vergangenen drei Heimspielen den Verein acht Punkte gekostet.

"Es ist Fakt, dass die Summe der kapitalen Fehlentscheidungen - auch schon im Vorfeld bei Ansetzungen durch den DFB - langsam happig wird, weil sie gravierend Einfluss auf unser Saisonergebnis hat. Was uns in dieser Hinsicht schon widerfahren ist, ist eine Sauerei", sagte Hertha-Manager Michael Preetz der "Berliner Morgenpost".

Togos Star Emmanuel Adebayor beendet als Reaktion auf den Terroranschlag gegen seine Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Angola seine Karriere in der Nationalmannschaft. Das gab der Stürmer des englischen Premier-League-Clubs Manchester City am Montag auf der Internetseite seines Arbeitgebers bekannt. Der erst 26-Jährige erklärte, dass er noch immer von den Ereignissen beim diesjährigen Afrika-Cup in Angola verfolgt werde.

Adebayor saß im Bus der togolesischen Nationalmannschaft, der auf dem Weg nach Angola kurz nach der Einreise in die Exklave Cabinda von Rebellen der FLEC überfallen wurde. Zwei Delegationsmitglieder Togos verloren bei diesem Terroranschlag im vergangenen Januar ihr Leben. " Ich werde dieses schreckliche Ereignis, bei dem zwei meiner Landsleute von Terroristen ermordert wurden, nie vergessen und habe deshalb eine schwierige Entscheidung getroffen. Zuvor habe ich meine Gefühle in den vergangenen Wochen und Monaten nach dem Anschlag abgewogen, der mich noch immer verfolgt", wird der Nationalspieler zitiert, der in 38 Partien 16 Tore für sein Heimatland schoss.

Nach knapp eineinhalb Jahren ist die Zeit von Pierre Littbarski beim FC Vaduz abgelaufen. Wegen Erfolglosigkeit hat sich der Liechtensteiner Club mit sofortiger Wirkung vom 90er-Weltmeister getrennt. Auch die beiden Assistenztrainer Robert Jaspert und Dietmar Schacht wurden von ihren Aufgaben entbunden. Vaduz hat in der enttäuschend verlaufenen Rückrunde nur ein Spiel gewonnen. In den vergangenen acht Liga-Partien holte die Mannschaft ganze zwei Punkte und rutschte in der Tabelle auf den zehnten Platz ab. Nachfolger von Littbarski wird der Niederländer Eric Orie.

Torhüter Timo Hildebrand von 1889 Hoffenheim hat nach dem sportlichen Absturz in der Bundesliga und den Fanprotesten nach der 0:2-Pleite gegen den 1. FC Köln am Samstag Kritik an seinen Mannschaftskollegen geübt. "Wenn man all die Vorgänge sieht, die bei uns geschehen, muss man in Frage stellen, ob unsere Mannschaft Disziplin hat", sagte Hildebrand dem "Kicker". Zuletzt hatten Maicosuel, Franco Zuculini und Boris Vukcevic am Freitag das Training verschlafen, und zuvor hatten mehrere Spieler trotz der 0:4-Klatsche beim VfL Wolfsburg in einem Heidelberger Club gefeiert.

Marcel Risse vom abstiegsgefährdeten Bundesligisten 1. FC Nürnberg verspürt offenbar wenig Lust auf eine Rückkehr zu Bayer Leverkusen: "Wenn es so kommen sollte, fände ich es schade. Ich würde gerne hierbleiben", sagte der U19-Europameister nach dem 0:2 des Club gegen den VfL Wolfsburg. Risse ist seit Januar 2009 von Leverkusen nach Nürnberg ausgeliehen.

13 Polizisten sind bei Krawallen rivalisierender Rowdys am Rande des Stadtderbys der italienischen Serie A zwischen Sampdoria Genua und dem FC Genua 1893 (1:0) am Sonntagabend verletzt worden. Die Polizei musste eingreifen, um die Ultras zu trennen, die in einem Stadtviertel unweit des Stadions unter anderem Müllcontainer in Brand gesetzt hatten. Die Polizisten wurden mit Flaschen und Stöcken beworfen, die Sicherheitskräfte mussten mit Tränengas gegen die Randalierer vorgehen.

tik/sid/dpa/

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