Kurzpässe Liebesgrüße aus England, Jansen fällt aus

Die Fans der deutschen Nationalmannschaft erfahren unerwartete Sympathiebekundungen des ewigen Rivalen. Bayern München muss mehrere Wochen auf einen neuen Spieler verzichten. Der deutsche Bundestrainer muss einen Debütanten nachnominieren. Die Relegation wird wieder eingeführt.


Hamburg - Die Fans der englischen Nationalmannschaft wollen sich am Mittwoch beim Länderspiel gegen Deutschland im neuen Londoner Wembley-Stadion (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) für die Gastfreundschaft während der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr bedanken. 20.000 Papptafeln sollen über den kompletten Oberrang der Gegentribüne auf deutsch den Satz "Danke für 2006" bilden. "Für viele England-Fans sind die Deutschen unsere neuen besten Freunde. Wir wollen etwas zurückgeben, nachdem die Deutschen bei der WM im vergangenen Jahr den 350.000 englischen Fans mit unglaublicher Freundlichkeit begegnet sind", sagt Mark Perryman, Koordinator der Londoner Abteilung der Supporter der "Three Lions".

Bayern-Star Jansen (l.): Mehrwöchige Zwangspause
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Bayern-Star Jansen (l.): Mehrwöchige Zwangspause

Rekordmeister Bayern München muss in den kommenden Wochen auf Nationalverteidiger Marcell Jansen verzichten. Der 22-Jährige zog sich gestern beim Training einen Einriss des Syndesmosebandes im rechten Bein zu. Das ergab heute eine eingehende Untersuchung. Nach Auskunft des FC Bayern muss Jansen zunächst zehn Tage pausieren. Eine weitere Untersuchung soll dann Aufschluss über die Dauer seines Ausfalls geben. Jansen hatte gestern am späten Abend wegen der Verletzung seine Teilnahme am Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 22. August gegen England absagen müssen.

Ebenfalls nicht dabei ist Clemens Fritz von Werder Bremen. Der Abwehrspieler hat seine Teilnahme am Länderspiel gegen England wegen einer Bauchmuskelzerrung abgesagt. Nach der Absage von Marcell Jansen nominierte der Bundestrainer Christian Pander von Vizemeister Schalke 04 nach. Der 23-jährige Linksverteidiger war bereits 2004 von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in die Nationalelf berufen worden, konnte damals die Asien-Reise aber wegen einer Verletzung nicht antreten.

Ab der Saison 2008/09 werden Relegationsspiele um den Auf- und Abstieg in den drei höchsten deutschen Fußball-Ligen wieder eingeführt. Darüber hat der Vorstand des Ligaverbandes heute die Vereine und Kapitalgesellschaften der 2. Bundesliga unterrichtet. Bei der Versammlung in Frankfurt am Main waren 17 Clubs und Kapital-Gesellschaften der 2. Liga sowie ein Bundesligist dabei. "Es war uns ein Anliegen, die Vereine zeitnah bei sie betreffenden Themen informativ mitzunehmen. Wir werden die Ergebnisse bei der weiteren Diskussion berücksichtigen", erklärte der neue Liga-Präsident Reinhard Rauball nach der Sitzung.

Eine endgültige Entscheidung des Ligaverbandes ist auf einer Vollversammlung im Vorfeld des DFB-Bundestages am 25. Oktober in Mainz vorgesehen. Geplant ist, dass der Drittletzte der Bundesliga-Tabelle zum Saisonende in Hin- und Rückspiel gegen den Dritten der 2. Liga um einen Platz im Oberhaus kämpft. Das gilt auch für die 2. Bundesliga und die dann neue dritte Liga, um deren Qualifikation zur Zeit die Clubs der Nord- und Süd-Regionalliga kämpfen. "Das ist seit geraumer Zeit längst diskutiert worden. Wenn es auf dem DFB-Bundestag beschlossen wird, gilt das gleiche Schema für die 3. Liga", meinte DFB-Pressedirektor Harald Stenger am Freitag. Zuletzt gab es 1991 Relegationsspiele.

Ruud van Nistelrooy kehrt nach gut einjähriger Abstinenz in die niederländische Nationalmannschaft zurück. Der Torjäger von Real Madrid, der die "Elftal" nach der WM 2006 wegen Differenzen mit Bondscoach Marco van Basten verlassen hatte, steht ebenso wie die Bundesliga-Profis Rafael van der Vaart und Joris Mathijsen (beide Hamburger SV) im Aufgebot für das Test-Länderspiel am 22. August in Genf gegen EM-Gastgeber Schweiz. Van Basten hatte seinen Stürmerstar nach Streitigkeiten im Verlauf der WM aussortiert, van Nistelrooy erklärte daraufhin im Oktober seinen Rücktritt. Nach der WM-Endrunde verzichtete van Basten zunächst auf eine Nominierung des Torjägers. Als er den früheren Stürmer von Manchester United zurückholen wollte, erhielt er zunächst einen Korb. Erst im Mai bekundete van Nistelrooy seine Bereitschaft für ein Comeback im Nationaltrikot.

chp/dpa/sid



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