Kurzpässe Lincoln tritt nach, Hagi kehrt zurück

Lincoln kritisiert seinen ehemaligen Verein FC Schalke 04. Das rumänische Fußball-Idol Gheorghe Hagi kehrt zu seinem Stammverein zurück. Für Erwin Staudt, Präsident des VfB Stuttgart, ist der Gewinn der deutschen Meisterschaft kein Zufallstreffer.


Hamburg - "Wir sind kein Betriebsunfall, die Mannschaft hat sich systematisch an die Spitze herangearbeitet und vor allem am Ende gezeigt, dass sie Leistung auch unter Druck abrufen kann", sagte VfB-Boss Staudt in einem Interview mit "Sonntag aktuell". Dies spreche für die Klasse des ganzen Teams und damit auch für die Arbeit von Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt.

Ex-Schalker Lincoln (re., gegen den Mainzer Feulner): Für das liebe Geld
AP

Ex-Schalker Lincoln (re., gegen den Mainzer Feulner): Für das liebe Geld

Obwohl die Schwaben allein durch die Teilnahme an der Champions League mit mindestens 15 bis 20 Millionen Euro an Mehreinnahmen rechnen können, sprach sich Staudt gegen Großeinkäufe im Stil von Bayern München aus: "Eine ganz große Gefahr wäre es, wenn wir jetzt im Gefühl von Mehreinnahmen blind am Markt zuschlagen würden, um alle möglichen Spieler zu kaufen. Das wäre ein falsches Signal."

Stuttgart setzt in der kommenden Saison weitgehend auf den Meisterschaftskader. An Zugängen stehen derzeit nur Spielmacher Yildiray Bastürk (Hertha BSC Berlin), Torhüter Raphael Schäfer (1. FC Nürnberg) und Innenverteidiger Gledson (FC Hansa Rostock) fest. Zudem ist die Verpflichtung des früheren Dortmunder Stürmers Ewerthon (Real Saragossa) so gut wie perfekt.

Der erste Titelgewinn nach 15 Jahren hat nach Angaben des 59 Jahre alten Staudt zu einem Boom geführt. Der VfB habe in den vergangenen fünf Wochen 8000 neue Mitglieder dazu gewonnen und stehe nun bei über 40.000. Die Logenplätze und Businesssitze im Daimlerstadion seien für die neue Saison bereits ausverkauft. Der Dauerkartenabsatz soll auf 25 000 begrenzt werden.

Nach seinem Wechsel zum türkischen Spitzenclub Galatasaray Istanbul hat sich der Brasilianer Lincoln kritisch über seinen ehemaligen Verein FC Schalke 04 geäußert. Zuletzt habe er sich oft als Sündenbock gefühlt, sagte der 28-Jährige in der "Bild am Sonntag". "Natürlich bin auch ich schuldig, dass wir jetzt nicht Meister wurden. Aber alle waren daran mitschuldig. Und zu allen gehört natürlich auch der Trainer", sagte Lincoln über die abgelaufene Saison in der Bundesliga, die Schalke auf dem zweiten Platz abgeschlossen hatte.

Er sei froh, nach drei Jahren im Revier ("Es war eine schöne Zeit") nun in der Türkei zu spielen, erklärte der zuletzt umstrittene Spielmacher. "Es reichte jetzt, für mich war die Zeit in Schalke einfach abgelaufen. Immer wenn es nicht lief, war plötzlich ich der Schuldige. Mir hat es sehr wehgetan, wenn die Fans mich ausgepfiffen haben." Der Brasilianer, der für die Ablösesumme von rund fünf Millionen Euro zum künftig von Karl-Heinz Feldkamp trainierten Club am Bosporus wechselte, gab zu, dass Geld eine große Rolle gespielt hat. "Ich muss mich nicht dafür schämen, dass ich jetzt so einen guten Vertrag bekommen habe. In vier Jahren ist meine Karriere vorbei. Bis dahin muss ich finanziell alles geregelt haben", so Lincoln.

Der Nachwuchs des Bundesligisten Bayer Leverkusen ist neuer deutscher Meister der A-Junioren. Das Team von Trainer Thomas Hörster bezwang heute im Finale die Auswahl des FC Bayern München 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung. Vor 22.500 Zuschauern in der Leverkusener BayArena gingen die Gäste durch Thomas Müller (10. Minute) in Führung, ehe Bastian Oczipka (75.) und Alexander Hettich (97.) für Leverkusen erfolgreich waren.

Das rumänische Fußball-Idol Gheorghe Hagi ist neuer Trainer von Rekordmeister Steaua Bukarest. Der ehemalige Nationalcoach tritt die Nachfolge von Cosmin Olaroiu an, der zu Al Hilal nach Saudi Arabien wechselt und dort 1,7 Millionen Euro pro Saison verdienen wird. Hagi kehrt zu seinem Stammverein zurück, den er als Spieler vor 17 Jahren in Richtung Real Madrid verlassen hatte. Zuletzt war der 42-Jährige als Trainer bei Politehnica Timisoara tätig.

fpf/sid/dpa



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