Kurzpässe Lippi vor dem Rückzug, Domenech bleibt

Nach italienischen Medienberichten hört Marcello Lippi als Trainer der italienischen Nationalmannschaft auf. Frankreichs Verband hingegen verlängert den Vertrag mit Raymond Domenech, während ein Rekord-Nationalspieler seine Karriere beendet.

Hamburg - Nachdem Nationalcoach Marcello Lippi ein für heute geplantes Treffen mit dem italienischen Verband abgesagt hat, verdichten sich die Anzeichen auf einen Rückzug des Weltmeister-Machers. Wie die Zeitung "La Stampa" berichtet, wird Lippi seine Tätigkeit nicht fortsetzen und den Rückzug nach einem Treffen mit dem kommissarischen Präsidenten des Fußballverbands FIGC, Guido Rossi, bekannt geben.

Als möglicher Nachfolger wird Roberto Donadoni gehandelt. Der ehemalige Spieler des AC Mailand trainiert derzeit den Serie A-Club Livorno Calcio und war auch als möglicher Trainer von Juventus Turin nach dem Ende der Ära Fabio Capello im Gespräch. Der Rekordmeister hat nun allerdings den Franzosen Didier Deschamps als neuen Trainer verpflichtet.

Die Zukunft von Raymond Domenech, Coach von Frankreichs Auswahl, ist dagegen geklärt. Trotz der Niederlage gegen Italien im WM-Finale (3:5 i.E.) am vergangenen Sonntag in Berlin bleibt Domenech Trainer des Nationalteams. Dies gab Jean-Pierre Escalettes, Präsident des französischen Fußball-Verbandes FFF, heute bekannt. Die genaue Laufzeit des Kontrakts soll zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Wenn es nach dem Willen von Werder Bremen geht, dann soll Miroslav Klose über die Saison 2007/2008 für den Fußball-Bundesligist Treffer erzielen. Manager Klaus Allofs bestätigte der Kreiszeitung Syke, dass der Club den Vertrag mit dem WM-Torschützenkönig schon jetzt verlängern möchte. "Wir hatten schon vor der WM ein Gespräch. Er hat gesagt: 'Egal, was passiert. Ich werde zumindest noch ein Jahr bleiben'", wird Allofs zitiert. "Miro hat auch nicht ausgeschlossen, seinen Vertrag bei uns vorzeitig zu verlängern."

Zu den Spielern, die nach der WM ihre Karriere in der Nationalmannschaft für beendet erklären, gehört nun auch Tschechiens Rekord-Nationalspieler Karel Poborsky. Nach 118 Länderspielen werde er seine Laufbahn beim Erstligisten Ceske Budejovice (Budweis) ausklingen lassen, erklärte der 34-Jährige. "Die Nationalmannschaft hat mir viel gegeben, aber das ist jetzt ein geschlossenes Kapitel", sagte Poborsky.

Am Anfang seiner Karriere als Trainer der serbischen Fußball-Nationalmannschaft steht dagegen vermutlich Jürgen Kohler. Er habe sich beim WM-Finale in Berlin mit Zvezdan Terzic, dem Vorsitzenden des Fußballbundes Serbiens, getroffen, berichtet die Belgrader Zeitung "Sportski zurnal" heute. Der Ex-Nationalspieler sei der Wunschkandidat von Terzic für den Posten.

Trotz seiner WM-Ausbootung will Roy Maakay seine Karriere in der niederländischen Nationalmannschaft fortsetzen. "Es war keine Überraschung für mich, dass ich nicht dabei war. Ich stehe aber weiterhin zur Verfügung", sagte der Torjäger von Bayern München, der sich für die neue Saison einiges vorgenommen hat. "Ich möchte meine Form von vor zwei Jahren wieder erreichen. 20 Tore sind mein Ziel", machte Maakay klar. In der Saison 2004/2005 erzielte er 22 Treffer, davor 23. Zuletzt reichte es zwar immerhin zu 17 Toren, trotzdem hatte er oft in der Kritik gestanden.

mt/dpa/sid

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