Kurzpässe Löw garantiert Kuranyi EM-Platz, Meira fällt aus

Vier Tore für die EM: Nach dessen Gala-Auftritt hat Bundestrainer Joachim Löw Kevin Kuranyi fest für die EURO eingeplant. Zudem kann sich ein Zweitliga-Stürmer Hoffnungen machen. VfB-Kapitän Fernando Meira fehlt seinem Verein fürs Erste aufgrund einer Schultereckgelenkssprengung.


Hamburg - Der Viererpack beim 5:0 gegen Energie Cottbus hat Stürmer Kevin Kuranyi von Schalke 04 wohl endgültig zur Teilnahme an der EM in Österreich und der Schweiz verholfen. Eine Ausbootung wie kurz vor der WM 2006 bleibt ihm somit erspart. "Kevin wird - wenn nichts mehr dazwischenkommt - bei der EM dabei sein", sagte Bundestrainer Löw im "Kölner Express".

DFB-Stürmer Kuranyi (r.) gegen Schweizer Eggimann: SMS von Löw
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DFB-Stürmer Kuranyi (r.) gegen Schweizer Eggimann: SMS von Löw

"Kevin hatte eine schwächere Phase, aber bei uns hat er in den vergangenen Jahren überzeugt und viele Tore erzielt. Er ist wertvoll für uns", erklärte Löw weiter und ergänzte in der "Bild" mit Blick auf die vier Tore gegen Energie Cottbus in der Bundesliga: "Das war wie eine Befreiung für Kevin."

Kuranyi selbst hatte offenbar nie Bedenken, wie vor der WM im eigenen Land im letzten Moment aus dem Kader gestrichen zu werden. "Die EURO verpasse ich auf keinen Fall", sagte der Stürmer im "Kicker": "Es haben sich ja viele Leute Gedanken darüber gemacht, es könne für mich laufen wie bei der WM 2006. Die können jetzt vielleicht wieder etwas ruhiger schlafen."

Löw habe ihm nach der Cottbus-Partie "per SMS gratuliert und geschrieben, dass dieses Spiel die richtige Antwort war auf die Kritik der letzten Wochen". Kuranyi dürfte damit wie Miroslav Klose, Lukas Podolski (beide Bayern München) und Mario Gomez (VfB Stuttgart) gesetzt für die EM-Endrunde vom 7. bis 29. Juni sein.

"Der fünfte Stürmer ist offen. Es wird sehr wahrscheinlich entweder Mike Hanke, Patrick Helmes, Stefan Kießling oder Oliver Neuville sein", sagte Löw im "Express" und machte dabei auch dem zuletzt wieder formverbesserten Kölner Zweitliga-Stürmer Helmes Hoffnung. "Patrick hat Chancen, bei der EM dabei zu sein. Seit mehreren Spielen zeigt seine Formkurve nach oben", so der Bundestrainer.

Der erste Gegner der Deutschen bei der EM darf sich über einen neuen Stürmer freuen: Der Brasilianer Roger Guerreiro hat die polnische Staatsbürgerschaft erhalten und kann damit bei der EM auflaufen. Er begrüße den neuen Staatsbürger mit Hoffnung auf sportliche Erfolge, sagte Polens Präsident Lech Kaczynski am Donnerstag in Warschau. Der in São Paulo geborene Guerreiro spielt seit Dezember 2005 für Legia Warschau. Polens Trainer Leo Beenhakker hatte den 25-Jährigen zuvor in seinen vorläufigen EM-Kader berufen. Bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz trifft Polen zum Auftakt am 8. Juni in Klagenfurt auf die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Nürnbergs Stürmer Jan Koller und Chelseas Torhüter Petr Cech wollen bis zur EM ebenfalls noch einen Zugang. Die Tschechen fordern die Rückkehr des früheren Mittelfeldstars Pavel Nedved in die Nationalmannschaft. Nachdem der frühere Dortmunder Spielmacher Tomas Rosicky (FC Arsenal) wegen einer langwierigen Knie-Entzündung auszufallen droht, hatten zuletzt schon die Medien ein Comeback von Europas Fußballer des Jahres 2003 gefordert, der nach der WM 2006 aus dem Nationalteam zurückgetreten war. "Er wäre bei der EURO natürlich willkommen, das ist klar", sagte Koller und Cech ergänzte: "Pavel war immer eine wichtige Hilfe. Und wir haben einen solch erfahrenen Spieler mit solch außergewöhnlichen Fähigkeiten." Nedved absolvierte bisher 91 Länderspiele und nahm bereits an drei EM-Endrunden teil.

VfB-Abwehrchef Fernando Meira hat beim 3:0-Sieg des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg eine Schultereckgelenkssprengung erlitten. Wie der Bundesligist am Donnerstag mitteilte, ergab die noch am Mittwochabend gemachte Kernspintomografie zudem einen Bänderriss in der rechten Schulter. Meira muss nach VfB-Angaben jedoch nicht operiert werden. Aller Wahrscheinlichkeit nach fällt der 29 Jahre alte portugiesische Nationalspieler für das nächste Punktspiel am 27. April beim Tabellenführer FC Bayern München (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) aus.

Regisseur Charles Takyi und Torhüter Timo Reus werden den Zweitligisten FC St. Pauli zum Ende der Saison verlassen. Der 23-jährige Takyi erhält beim Liga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth einen Dreijahresvertrag. "Mit Fürth möchte ich den Sprung nach vorn und mein Ziel, die 1. Bundesliga, erreichen", sagte Takyi. Neben dem 23-Jährigen wird auch Reus den FC St. Pauli verlassen. Sein neuer Arbeitgeber steht nach Angaben des Clubs noch nicht fest.

Mit Unverständnis hat Trainer Ralf Loose auf seine Entlassung beim FC Augsburg reagiert. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass auch mit mir der Klassenerhalt realisiert worden wäre", sagte der 45-Jährige der "Augsburger Allgemeine". Er habe die Mannschaft "in einer schwierigen Phase übernommen und nach oben geführt", sagte der frühere Bundesliga-Profi weiter. Von der Trennung sei er völlig überrascht worden: "Es hat mich wie ein Blitz getroffen." Am Mittwoch hatten sich die Schwaben von Loose getrennt, ein Nachfolger soll bis zum Wochenende verpflichtet werden.

fpf/sid/dpa

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