Kurzpässe Löw geehrt, Slomka und Hecking bestraft

Bundestrainer Joachim Löw hat das Bundesverdienstkreuz erhalten - auch sein Team wurde ausgezeichnet. Hannovers Trainer Mirko Slomka und Nürnbergs Coach Dieter Hecking müssen 3000 Euro Strafe zahlen. In den Niederlanden kommt jeder vierte Profi nicht ohne Tabletten aus.

Nationaltrainer Löw (l.): Auszeichnung vom Bundespräsidenten
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Nationaltrainer Löw (l.): Auszeichnung vom Bundespräsidenten


Hamburg - Joachim Löw ist mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Der Bundestrainer erhielt die höchste staatliche Auszeichnung am Dienstag von Bundespräsident Christian Wulff in Berlin für seine Verdienste bei der Weltmeisterschaft. Im Schloss Bellevue bekamen die 23 WM-Akteure um Kapitän Philipp Lahm und Torwart Manuel Neuer von Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel zudem das Silberne Lorbeerblatt. Beim WM-Turnier in Südafrika hatte die Nationalmannschaft im Sommer den dritten Platz erreicht und dabei besonders bei den Siegen gegen England und Argentinien durch ihren offensiven Spielstil überzeugt.

Jeder vierte niederländische Profi nimmt regelmäßig Schmerztabletten und Entzündungshemmer ein. Dies ergab eine Studie des ehemaligen Arztes des niederländischen Verbandes KNVB, Han Inklaar. Demnach kommen 27,5 Prozent der Spieler nicht ohne Tabletten aus. Besonders intensiv ist demnach der Konsum an Spieltagen. Als Grundlage der Untersuchung dienten Angaben der Spieler aus Anti-Doping-Formularen. Die eingenommenen Medikamente standen nicht auf der Liste der verbotenen Mittel. Dennoch schlagen die Wissenschaftler Alarm: Die meisten Profis waren überhaupt nicht über mögliche Nebenwirkungen informiert und an Informationen auch nicht interessiert.

Edwin Goedhart, Teamarzt des Rekordmeisters Ajax Amsterdam, bestätigte im niederländischen Fernsehen den hohen Medikamentengebrauch. "Gesundheitliche und sportliche Interessen werden abgewogen. So kann es vorkommen, dass ein Spieler für ein Champions-League-Spiel eine höhere Dosis entzündungshemmende und schmerzstillende Medizin erhält als für ein normales Meisterschaftsspiel", sagte Goedhart.

Geldstrafen für Slomka und Hecking, Profi-Vorstand für Nürnberg

Trainer Mirko Slomka von Bundesligist Hannover 96 hat eine Sperre vermieden. Allerdings muss der 43-Jährige für seinen Kniefall vor gut drei Wochen im Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen (2:2) 3000 Euro Strafe zahlen. Slomka stimmte dieser Strafe zu, bestätigte sein Club. Der Trainer war in dem Spiel von Schiedsrichter Guido Winkmann auf die Tribüne geschickt worden. Zuvor ging Slomka nach einem Foul an 96-Stürmer Didier Ya Konan, das Winkmann nicht ahndete, theatralisch auf die Knie. Winkmann hatte dies als Unsportlichkeit gewertet.

Wie Slomka ist auch sein Kollege Dieter Hecking vom DFB-Sportgericht zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Trainer von Bundesligist 1. FC Nürnberg war am 11. September während des Spiels beim Hamburger SV (1:1) von Schiedsrichter Markus Wingenbach in der Endphase der Partie auf die Tribüne verwiesen worden. Gegen die ursprüngliche Geldbuße in Höhe von 4000 Euro hatte der Club Einspruch erhoben. Der DFB reduzierte sie darauf um 1000 Euro. Hecking wird den Betrag der Robert-Enke-Stiftung zukommen lassen.

Heckings Verein wird künftig von einem hauptamtlichen Vorstand geführt. Auf der Mitgliederversammlung des Clubs hat Franz Schäfer als letzter ehrenamtlicher Präsident sein Amt niedergelegt. Der "Club" wird in Zukunft von dem Vorstand mit Sportdirektor Martin Bader und Geschäftsführer Ralf Woy geführt. Als Kontrollgremium wird der derzeit noch aus sechs Mitgliedern bestehender Aufsichtsrat auf neun erweitert. Trotz der neuen Strukturen soll der 1. FC Nürnberg weiterhin ein "eingetragener Verein" bleiben und wird den Spielbetrieb nicht in eine GmbH auslagern.

Für Verfehlungen seiner Fans muss Eintracht Frankfurt eine Geldstrafe von 8000 Euro zahlen. Anhänger des Clubs hatten gegen das Verbot von Pyrotechnik verstoßen. Der Verein hat das Urteil des DFB-Sportgerichts angenommen. Eintracht-Fans waren bei den Auswärtsspielen in Hannover und Mönchengladbach sowie beim Pokalsieg in Wilhelmshaven auffällig geworden.

Ionita muss pausieren, Olajengbesi fehlt Aachen

Alexandru Ionita vom 1. FC Köln hat sich beim 3:0-Testspielerfolg des Bundesligisten gegen den VfL Bochum einen Außenbandriss und eine Zerrung im Syndesmoseband zugezogen. Bereits in der zweiten Minute war der Rumäne am Dienstag in Brühl unglücklich umgeknickt und musste vom Feld. Er wird dem Club voraussichtlich vier bis sechs Wochen fehlen.

Seyi Olajengbesi vom Zweitligisten Alemannia Aachen steht seinem Club bis zum Ende der Hinrunde nicht mehr zur Verfügung. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, hat sich der Abwehrspieler im Training vor der Montagspartie bei Hertha BSC Berlin einen Sehnenabriss im Adduktorenbereich zugezogen und muss operiert werden. Zuvor musste Olajengbesi schon wegen einer Zerrung pausieren.

Der spanische Erstligist FC Sevilla, Gegner von Borussia Dortmund in der Europa League, wird im Fall des Torhüters von Paris St. Germain, Apoula Edel, Berufung einlegen. Das bestätigte ein Anwalt des Vereins. Die Uefa hatte einen Protest Sevillaa wegen angeblicher Dokumentenfälschung zurückgewiesen. Die Spanier hatten gegen die Wertung des 0:1 gegen Paris Einspruch eingelegt, weil PSG-Torwart Apoula Edel unter falschem Namen mitgewirkt haben soll. Der Keeper heiße in Wirklichkeit Ambroise Beyamena und sei 29 anstatt 24 Jahre alt. Der Fall war im vergangenen Herbst durch Aussagen von Nicolas Philibert, der bei Espoirs de Yaounde in Kamerun Clubtrainer und Manager des Torwarts gewesen sein soll, ins Rollen gebracht worden.

Im Zuge des Manipulationsskandals im chinesischen Fußball sind mehrere Personen festgenommen worden. Unter anderem nahm die Polizei den früheren Verbandschef Xie Yalong wegen der Verschiebung von Spielen und der Annahme von Bestechungsgeldern fest. Dies berichtete das staatliche Fernsehen am Dienstag. Gleichzeitig wurden auch der ehemalige Nationaltrainer Wei Shaohui und Ex-Schiedsrichterboss Li Dongsheng inhaftiert. Das Trio war bereits Anfang September im Laufe der Ermittlungen vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Mit Xie Yalong wurde bereits der zweite ehemalige Chef des nationalen Verbandes festgesetzt. Sein Nachfolger Nan Yong hatte vor sechs Monaten die Annahme von luxuriösen Geschenken gestanden, nachdem die Polizei bei einer Razzia in seinem Haus Diamanten, Gold, Nobel-Uhren und zahlreiche weitere Wertgegenstände beschlagnahmt hatte.

mxr/dpa/sid



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