Kurzpässe Magath entmachtet Schäfer, Demel kritisiert Oenning

Wolfsburgs Abwehrspieler Marcel Schäfer muss seine Kapitänsbinde abgeben. Guy Demel fühlt sich vom HSV belogen und ungerecht behandelt. Außerdem: Bremen-Keeper Tim Wiese und Ex-Nationalspieler Jens Lehmann haben einen gerichtlichen Vergleich abgelehnt.

VfL-Verteidiger Schäfer: In der neuen Saison nicht mehr Kapitän
dapd

VfL-Verteidiger Schäfer: In der neuen Saison nicht mehr Kapitän


Hamburg - Marcel Schäfer ist nicht mehr Kapitän beim VfL Wolfsburg. "Er hat es sehr gut gemacht in der vergangenen Saison, sonst hätten wir den Klassenerhalt nicht geschafft. Aber nach der Leistung im Pokalspiel sehe ich mich gezwungen, Veränderungen innerhalb der Mannschaft vorzunehmen", sagte Trainer Felix Magath zu seiner Entscheidung, den Kapitänsposten neu zu besetzen. Wolfsburg war in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Viertligist RB Leipzig nach einer 2:3-Pleite ausgeschieden. Verteidiger Schäfer hatte vor allem bei den Gegenstößen von Leipzigs Torjäger Daniel Frahn schlecht ausgesehen. Einen Nachfolger von Schäfer habe Magath bereits im Hinterkopf.

HSV-Spieler Guy Demel hat Trainer Michael Oenning und die Vereinsführung hart kritisiert. "Schlimmer als jetzt kann mich der HSV nicht mehr behandeln. Er hat meinen Ruf zerstört und mich in die Reserve abgeschoben", sagte Demel. Der Ivorer wurde von Oenning nach einem Streit in die Regionalliga-Mannschaft verbannt. "Ich habe Probleme mit dem Trainer und dem Präsidenten. Mit den Leuten, die einem nicht die Wahrheit ins Gesicht sagen können", sagte der 30-Jährige. Zudem beklagt er, dass keiner mit ihm persönlich spreche, "sondern immer nur hinter meinem Rücken". Seinen 2012 auslaufenden Vertrag will Demel aber absitzen oder aber einen ablösefreien Wechsel erzwingen. "Dann bleibe ich halt ein Jahr hier und gehe dann ablösefrei", sagte er.

Jens Lehmann und Tim Wiese haben einen gerichtlichen Vergleich in ihrem Schmerzensgeldstreit abgelehnt. "Beide haben mitgeteilt, dass sie nicht einverstanden sind mit dem vorgeschlagenen Vergleich", sagte Andrea Pentenrieder vom Landgericht München II. Am 25. August könnte es nun zu einer Entscheidung über den Fortgang des Verfahrens oder zu einer Urteilsverkündung kommen. Lehmann hatte Wiese auf 20.000 Euro Schmerzengeld verklagt, nachdem dieser in einem Interview gesagt hatte, der ehemalige Nationaltorhüter gehöre "auf die Couch oder solle sich einweisen lassen". Zuvor hatte Lehmann den Bremer Keeper für einen angeblichen Fehler im Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur im September 2010 kritisiert. Der Vergleichsvorschlag sah vor, dass Wiese sich bei Lehmann entschuldigen sowie vorgerichtliche Kosten in Höhe von rund 1000 Euro tragen sollte.

Gute Nachricht für Bayern München: Arjen Robben und Franck Ribéry sind wieder fit und stehen zum Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zur Verfügung. Beide haben nach überstandenen Kapselverletzungen am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainiert. Robben wurde bei einem Testturnier in München gegen den AC Mailand gefoult und musste anschließend ausgewechselt werden. Ribéry hatte sich bei einem Training Ende Juli verletzt und musste anschließend einen Ruhegips tragen.

Im italienischen Fußball-Wettprozess hat die Anklage harte Strafen für die beschuldigten Vereine und Spieler gefordert. Demnach soll Erstligist Atalanta Bergamo mit sieben Strafpunkten in die Saison starten, Kapitän Cristiano Doni soll nach dem Willen von Chefankläger Stefano Palazzi eine Sperre von drei Jahren und sechs Monaten erhalten. Für Ex-Nationalspieler Giuseppe Signori und neun weitere Hauptangeklagte forderte Palazzi sogar die Höchststrafe von fünf Jahren und einen lebenslangen Ausschluss aus dem Profifußball. Die Urteile der Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) werden bis Montag erwartet. Insgesamt stehen seit Mittwoch 18 Profi-Vereine sowie 26 Spieler und Funktionäre wegen unerlaubter Wetten und Liga-Manipulation vor der Disziplinarkommission.

Wenige Tage nach seiner Berufung zum neuen Nationaltrainer der USA hat Jürgen Klinsmann seinen ersten Länderspiel-Kader benannt. In das Aufgebot für die Partie am 10. August gegen Mexiko berief der frühere Bundestrainer gleich sechs Profis, die in Deutschland spielen. Steven Cherundolo (Hannover 96), Timmy Chandler (1. FC Nürnberg), Jermaine Jones (Schalke 04) und Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach) sowie die Zweitliga-Spieler Ricardo Clark (Eintracht Frankfurt) und Edson Buddle (FC Ingolstadt) erhielten eine Einladung für das Testspiel in Philadelphia.

Der französische Fußballverband FFF hat sich mit Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech außergerichtlich geeinigt und ihm eine Abfindung von einer Million Euro zugesagt. Domenech hatte für seine fristlose Kündigung nach der WM 2010 ursprünglich 2,9 Millionen Euro gefordert. Bei der WM 2010 in Südafrika war Frankreich bereits in der Vorrunde ausgeschieden, zudem hatten ein Spielerstreik und Undiszipliniertheiten für Unruhe gesorgt. Im September 2010 war dem 59-Jährigen auch als Trainerausbilder gekündigt worden. Daraufhin hatte Domenech den FFF wegen Verletzung des Arbeitsrechts verklagt.

ska/sid/dapd

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